Der Ansatz des Films ist gar nicht schlecht, es geht nicht um den Krieg als solches, auch gibt es hierzu keine politische Message, „Home oft the Brave“ beschäftigt sich viel mehr mit den Menschen, und damit, was der Krieg aus ihnen macht. Dazu verfolgen wir die Schicksale von vier USA-Soldaten, die alle auf eine andere Art und unterschiedlich schwer traumatisiert aus ihrem Irak-Einsatz zurückkehren. Dazu fällt als allererstes (unnagenehm) auf, wie maximal konstruiert das Alles ist: Nicht nur endet der Kriegseinsatz der vier nahezu zeitgleich, sondern sie leben alle auch zufällig in der gleichen Stadt und – was für eine Überraschung! – laufen sich dort zufällig über den Weg. Naja, kann man mal so machen, wär mir jetzt vielleicht auch nicht so direkt aufgefallen, wenn mich der Film . durch spannende oder dramatische Handlung, tolle Schauspieler oder interessante Dialoge davon abgehalten hätte, über solche Dinge nachzudenken.
Aber der Film bietet mir halt von all dem so gar nichts an, stattdessen langweilt er mich mit stereotypen Kriegsveteranen-Klischees, billigen Dialogen und wenig glaubhaften Alltagsproblemen dieser vier Menschen. Die eine hat nur noch eine Hand und hat zumindest eine vordergründig erkennbare und nachvollziehbare Traumatisierung. Der nächste hat einen Kumpel verloren, naja, jetzt auch nicht gerade ein besonders origineller Kriegsfilm-Topos. Ein Arzt hat Probleme, schlimme Bilder von verletzten Soldaten wieder loszuwerden und der vierte hat eine Zivilistin erschossen. Interessanterweise ist es eben jener Soldat, der ein wirkliches Kriegsverbrechen begangen hat (für das er übrigens nicht vor Gericht gestellt wurde!), der von den Vier am heftigsten durchdreht. Naja, wir wollen mal nicht zu streng urteilen, denn die Art des Traumas ist ja bekanntlich kein Anhaltspunkt für die Schwere einer Traumatisierung bzw. dem Ausmaß der damit verbundenen Beeinträchtigung.
Vielleicht haben diese vier Menschen hier tatsächlich so alle ihr Päckchen zu tragen, das sie aus dem Kriegseinsatz mitgebracht haben, aber unterm Strich ist „Home of the Brave“ doch nur ein Sammelsurium an uralten, maximal abgegrabbelten und schon zu oft gesehenen Kriegstrauma-Tropes, maximal uninteressant und langweilig präsentiert, ohne dass der Thematik zu irgendeinem Zeitpunkt irgendetwas Neues hinzugefügt wird. Und wenn sich dann Vanessa und Tommy in einer superpeinlichen Szene noch über ihre verordneten Medikamente austauschen und ein Wettstreit darüber ausbricht, wer das heftigere Medikament beim Namen nennen kann, dann haut’s bei mir (nicht nur aus fachlicher Sicht!) endgültig die letzte Feder raus. Denn hier wird ja wirklich alles durcheinandergeworfen: Antidepressiva, Antipsychotika, Schlafmittel, Schmerzmittel, Beruhigungsmittel, scheiß egal, Psychopharmaka sind doch eh alle gleich, oder was soll der Quatsch? (Für den interessierten Laien, hier die, die ich spontan rausgehört habe: Risperdal, Zoloft, Ambien, Vicodin, Prcocet, Valium)
FAZIT: Gut gemeint, schlecht ausgeführt. Nach einem furiosen Anfang, wirft uns der Film recht schnell zurück den Alltag von vier Kriegsveteranen, die sich mehr oder minder gut durch selbigen schlagen. Die Themen, die dann verhandelt werden sind maximal unoriginell und so uralt, dass wir sie aus zahllosen anderen Filmen schon zu genüge kennen. Zudem wird kaum ein Klischee ausgelassen, die Inszenierung ist dröge und langweilig. Aus ganz vielen Gründen ein Film, den man nicht gesehen haben muss.