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Boulevard der Dämmerung
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2 User-Kritiken

niman7
niman7

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5,0Meisterwerk
Veröffentlicht am 18.08.16

Mit "Boulevard der Dämmerung" (bzw. Sunset Boulevard), erzählt uns Regielegende Billy Wilder über einen erfolglosen Drehbuchautor in Hollywood Anfang der 50er Jahre. Joe Gillis (William Holden) schafft es einfach nicht Fuß in Hollywood als Drehbuchautor zu fassen. Das Studio Paramount Picturs lehnt immer wieder seine Exposé´s ab. Zum allen Überfluss sitzen ihn noch seine Gläubiger am Nacken weil die Raten für sein Auto nicht bezahlen kann. Auf der Flucht vor eben jenen Gläubigern, gelangt Gillis irrtümlich am Anwesen des ehemaligen Stummfilm Star Norma Desmond (Gloria Swanson). Diese lebt völlig abgeschirmt von der Welt zusammen mit ihren Butler Max (Erich von Stroheim). Gillis für den Bestatter ihres toten Affen gehalten. Er kann die Angelegenheit zwar klären, erhält aber ein Angebot für eine Bearbeitung ihres eigenen Drehbuchs. Gillis willigt notgedrungen ein. Als sein Hab und Gut aber plötzlich in der Villa steht, übermannt ihn ein unwohles Gefühl... Wilders Film geht knappe 2 Stunden lang und fesselt einen durchweg bis zum Schluss. Dabei fängt er das Interesse des Zuschauers in den ersten Sekunde mit einer ungewöhnlichen Szene an: Gillis liegt im Pool (in der deutschen Synchronisation Schwimmwasser genannt) und ist tot! Ein Schar von Reportern sammelt sich um seine Leiche. Aus dem Off erzählt er die Geschichte wie es dazu kam (ähnlich wie bei American Beauty). Sofort türmen sich die Fragen in einen auf. Wars Selbstmord? Oder doch eher Mord, und wenn ja, wer war es? Diese Fragen werden einen bis zum Ende nicht beantwortet. Verdächtige sowie auch Gründe für einen Suizid gibt es jedoch zu genüge. Mit dem Film erzählte Wilder zu jener Zeit auch eine recht ungewöhnliche Geschichte. Sein Film ist ein Rundumschlag über das Monster Hollywood. Er gibt uns einen tiefen Einblick hinter der Fassade der Traumfabrik. Angefangen bei der Hauptfigur Gillis. Er erwähnt immer wieder wie wenig die Arbeit eines Drehbuchautors geschätzt wird und wie viel Arbeit dahinter steckt. Einmal möchte er die Worte im Abspann lesen "nach einer Idee von Joe Gillis". Im Laufe der Handlung lernt Gillis die schöne Sekretärin Betty Schaefer (Nancy Olson) kennen. Betty ist nicht nur unglaublich hübsch, nein sie ist bereits in der dritten Generation einer Künstlerfamilie und obendrein unglaublich talentiert in Schreiben von Geschichten. Dennoch ist sie an den Schreibtisch gefesselt und kommt als Autorin in der von Männern dominierten Welt nicht voran. Die tragische Figur des Filmes ist jedoch Norma Desmond. Einst war sie ein großer Star. Jeder Mensch auf der Welt kannte ihren Namen. Täglich kamen tausende Briefe von Verehrern bei ihr an. Sie arbeite jahrelang mit großen Namen wie Cecil B. DeMill zusammen. Mit dem Untergang der Stummfilmäre, endete auch ihre Zeit. Der Ton brach ihr das Genick. Nun vereinsamt sie in ihrer Scheinwelt und sonnt sich an Ruhm alter Tage. Hin und wieder spielt sie eine Partie Bridge mit anderen großen Namen aus ihrer Zeit (viele Stars spielen sich selbst). Gillis nennt sie liebevoll "Wachsfiguren". Norma kritisiert den Stand heutiger Schauspieler. Sie kritisiert den Umstand, dass Schauspieler mittlerweile nur über Wort (und Ton) ihre Gefühle zum Ausdruck bringen. Während sie das mit Talent, Mimik und Gestik tat. Wilder dagegen kritisiert den Umgang mit Menschen die Hollywood einst so groß machten. Obwohl zu der damaligen Zeit Farbfilm Gang und Gebe war, filmt Wilder in klassischer Manier ein schwarz-weiß Film- zu Ehren alter Tage. Nicht nur die eindrucksvolle Handlung (die mit der Zeit einen Touch von Horror Streifen entwickelt) brilliert hier, auch die Schauspieler geben ihr bestes und beeindrucken auf allen Ebene. Insbesondere Gloria Swanson spielt fabelhaft. Sie selbst war tatsächlich ein großer Stummfilmstar und ihr ereilte ein ähnliches Schicksal wie ihrer Figur Norma. Ich kann daher nicht sagen, ob sie sich einfach selbst spielte, oder ein gigantisches Talent aufweist. Sie zog mich jedoch von der ersten Sekunde als schlecht gelaunte Diva in ihren Bann und lies mich dabei in einen Strudel aus Begeisterung und Sympathie umher wirbeln. Egal was sie machte- selbst wenn sie nur still stand- verblüffte sie mich mit ihren Spiel. Vom Gefühl her schwankte ich ständig zwischen Sympathie, Mitleid und Entsetzen für ihre Figur. Eine unberechenbare Diva die man so nie erlebt hat. Dabei wurde sie absolut fabelhaft synchronisiert. William Holden spielt ebenfalls großartig den erfolglosen Drehbuchautor der um jeden Preis Erfolg haben möchte. Steht jedoch immer wieder im Schatten der Gloria Swanson. Ähnlich wie ihre zwei Kollegen, wurde Nancy Olson auch für einen Oscar nominiert. Und das mit Recht! Erstklassige Leistung über eine geniale Autorin mit viel Herz. Boulevard der Dämmerung spielt meist in der Villa ab. Die Räume sind meistens dunkel und spiegeln die Verwirrtheit der Norma Desmond (sie glaubt noch an Schauspieler die seit 10 Jahren nicht mehr aktiv sind) wieder. Die Kamera ist großartig angelegt und es gibt keine Spielereien. Womit man niemals das Gefühl bekommt, da steht eine Kamera. Die eindringliche Musik ist ebenfalls ein Höhepunkt des Filmes. In den dramatischen Wendungen kommt sie zum Vorschein und fesselt einen immer wieder. FAZIT: Billy Wilder´s Film gehört nicht umsonst zu einer der besten aller Zeiten. Ein wunderbarer Film mit bissigen Dialogen, tiefen Einblick hinter der Traumfabrik, tollen Kulissen und einer Gloria Swanson- die für mich eine absolute Kultfigur erschuff. "Mr. DeMill, ich bin bereit für die Nahaufnahme".

Make it shine
Make it shine

User folgen 11 Follower Lies die 97 Kritiken

5,0Meisterwerk
Veröffentlicht am 01.05.08

"Boulevard der Dämmerung" war schon immer ein Film, den ich unbedingt sehen wollte. Der Film wurde mit Preisen, genialen Bewertungen und Kritiken überschutet. Als ich mir den Film dann auch angeschaut hab, wurde ich fast schon von dem Film umgeworfen. Die Geschichte um die erfolglose Schauspielerin wandelt sich im weiteren Verlauf der Geschichte in eine Tragödie, die absolut überzeugend dargestellt wird. Der Stil des Filmes wirkt sehr elegant und kolossal. Dazu trägt vor allem die Musik bei, die hier sehr gelungen präsentiert wird.

Insgesamt gesehen hat der Film auch heute noch eine umwerfende und starke Wirkung. Sehr empfehlenswerter Film, den man sich unbedingt anschauen sollte, wenn man an dem Zerfall eines Stummfilmstars interessiert ist.

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