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es gibt auf zelloloid gebannte phänomene, die kann man gar nicht erklären. das gesehene ist unbeschreiblich, weil es eben unbeschreibliche dinge in uns hervorruft. entweder ist es ein bitterer aber süßlicher schmerz den man gerne beim betrachten spürt. oder man verspürt pure freude gepaart mit euphorie. bei "tim und struppi - das geheimnis der 'einhorn'" überwiegt das zweit-genannte gefühl. dabei ist es im meinem falle nicht einmal tim und struppis verdienst. sondern die tatsache, dass steven spielberg einen abenteuerfilm in alter 'indiana jones'-manier kreierte, die man so sehr vermisste im vierten teil, frei nach dem motto: wild und schnörkellos durch's abenteuer, hauptsache es macht spaß! wie bereits angerissen: tim und struppi gehörten nicht unbedingt zu meiner kindheit und jugend dazu. zwar wurde das ein oder andere material im laufe der zeit gesichtet, dennoch nie für höchst interessant befunden. man kennt die figuren und kann sie zuordnen. und da hört es dann auch auf. aber was spielberg in zusammenarbeit mit peter jackson mit "tim und struppi" auf die beine gestellt haben ist schlichtweg mitreißend und ansteckend spaßig. von anfang an schwebt der film auf allerhöchstem niveau, die figuren werden sympathisch und hochachtungsvoll eingeführt. tim lässt sich von einem straßenkünstler zeichnen und sieht dann sein comic-ebenbild auf der zeichnung. grandios! und schon geht das katz und maus-spiel los. auf einem trödelmarkt findet tim ein modelschiff, welches er für interessant befindet und kauft es. schon kurz darauf wird er von einem nervösen fremden angesprochen. er beschwört tim, das mit dem schiff etwas nicht stimmt und man hinter ihm her sein werde. und plötzlich, kurz nach dem verschwinden des mysteriösen mannes, taucht ein geschwollen quatschender mann auf, dem es ebenfalls um das schiff geht. er will es haben doctim bleibt stur. man weiß zwar schon, dass das der bösewicht sein könnte, jedoch bleibt die figur zwilichtig genug um erst einmal uneingeschätzt zu bleiben. trotzdem brauch man nicht lange weiter überlegen, da schnell zwischen gut und böse entschieden wird. das lässt einen zwar unüberlegent im stuhl sitzen, dies wiederum fördert im eigentlichen aber nur das unangestrengte sehvergnügen. spielberg versteht wie eh und jeh spannung zu erzeugen ohne groß herumzuexperimentieren. wenn tim glasklar dinge erkennt und erklärt die für den kinogänger erst einmal unverständlich erscheinen, fühlt man sich direkt an die gute alte 'indianer jones'-trilogie erinnert. zwar geht es bei tintin abenteuer nicht nur strikt von a nach b, es gibt auch hier und da ein paar zeitsprünge, sodass eine parallele geschichte erzählt wird. aber auch diesen spagat meistert spielberg glanzvoll. in ineinander laufenden sequenzen wird geschickt storyteil a mit b verknüpft und es entsteht ein flüßiger erzählstrang. dazu tragen auch die absolut genialen animationen bei, bei denen das motion-capture - verfahren eingesetzt wurde. so tritt im hintergrund andy serkis in die fußstapfen der figuren und haucht ihnen so leben ein. das klappt auch so wie damals als 'gollum' in 'der herr der ringe' perfekt. alles läuft flüssig und ab und an muss man daran erinnert werden, dass man sich einen animations-film zu gemüte führt. dennoch wird das optische klar von den figuren übertrumpht. tim als energischer schnüffler ist angenehm tough, sein begleiter struppi wirklich putzig (seine miniatur ruht nun in meinem regal). was aber witz und humor angeht werden selbst die tollpatschigen schulze und schulze von haddok, der immer blaue kapitän, übertroffen. dieser haut einen korken nach dem anderen raus. beispiel? || haddok: mein gedächtnis ist nicht mehr so wie früher. | tim: wie war es denn früher? | haddok: ...hab ich vergessen. || und das war nur einer der kleineren wortgefechte, die sich tim und haddok immer wieder liefern. das timing sitzt zu jeder sekunde und trotzdem verkommt der film nicht zur vollkomödie sondern bleibt immernoch ein waschechter abenteuer-film wie er im buche steht. das heißt nicht, dass der film gewöhnlich oder gar blaupausenartig ist. er ist in seinen grundzügen klassisch aber trotzdem absolut eigenständig. und diese eigenständigkeit sucht man heutzutage ja vergebens, heute, wo alles in bombast und effekthascherei erstickt und somit vieles stumpf und uninspiriert wirkt. dieses kunststück, welches keines sein sollte, gelang den machern so gut, dass teil zwei reine formsache ist. dieses mal übernimmt peter jackson den regiestuhl und spielberg produziert. und das jackson ein händchen für außergewöhnliches und dennoch klassisches besitzt, bewies er in seiner relativ jungen karriere mehrmals. FAZIT: 'tim und struppi - das geheimnis der 'einhorn'' ist nicht nur unbedingt für tintin veteranen, sondern auch - und vielleicht vielmehr - für fans des klassischen abenteuer-films ein absolutes muss. auch wenn gut und böse schnell ausgemacht sind, ist das abenteuer der beiden helden (und haddok) mehrere - gar unzählige - blicke wert.
Hinzugefügt am 28.03.2012 um 17:58 Uhr Verstoß melden
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