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Nachdem ich nun die eher negativen Kritiken über Captain America gehört habe, kam es dann spontan dazu ihn mir heute Abend einmal anzusehen. Jetzt bin ich etwas hin- und hergerissen, denn der Film ist definitiv die schlechteste der modernen Verfilmungen der Marvel-Comics, hat Schwächen, ist jetzt aber auch kein so wirklicher Reinfall. Ich habe ihn mir an einem Abend angeschaut und wurde ganz ordentlich unterhalten. Ich will jetzt ein paar der allgemeinen Kritikpunkte angehen. Pathos: Meine These ist ja, dass die europäische Kritikerwelt etwas zu schnell mit Schelten daherkommt, was patriotische Auswüchse angeht. Der Film hält sich dahingehend zurück, was - und das ist negativ - auch an der Entkoppelung aus den Riegen der Nazis zu tun hat. Das aber macht irgendwo auch Sinn, weil es viel mit der Handlung zu tun hat (siehe nächster Absatz). Man könnte sagen der Film bietet einfach kaum Pathos, weil er für den internationalen Markt ausgerichtet ist. Und da ist man bewusst, dass das nicht ankommt. Story/Gegner: Richtig, irgendwo ist es langweilig im 2. Weltkrieg diese komische Hydra-Organisation zu erfinden. Andererseits beschweren sich doch immer alle die Deutschen seien die Bösewichte? Nun, das wurde damit ja ein wenig umgangen. Im Kontext der Story ist das sinnig, weil Red Skull ja anscheinend durch den Würfel, das Serum usw. noch böser ist als der Rest. Also muss er einfach noch böser sein und damit sogar Nazis für zu weich halten! Wo das jedoch sinnig war, ist es natürlich auch zu ziemlich langweilig, weil... na ja, das kennt man eben schon zur Genüge? Plus, wirkt der Film mit zunehmender Dauer einfach im Stil doof mit diesen Laserwaffen der Feinde. Red Skull empfand ich als gut und sinister gespielt, aber er war auch einfach zu sehr Standard. Nichts gegen Loki z.B. Ironie: Ja, eine zu kleine Barrikade an Ironie. Sie ist aber vorhanden, mit kleinen Tönen hier und da. Das hätte man verbessern können, z.B. mit Soldaten, die über den Schrecken des Krieges berichten und einer tatsächlich stärkeren Besprechung moralischer Fragen. Protagonist: Ich fand Chris Evans' Auftritt sehr gelungen. Er verkörpert, gemessen am Drehbuch, die Rolle des Schmachtkerls sehr gut. Man muss aufpassen, aber man bekommt zumindest Anhaltspunkte für sein Verhalten: Vater tot, Mutter tot, aber beide im Dienst, wahrscheinlich beide oft abwesend, sodass da ein kleiner Elternverlust lauert. Später dann spielt Evans souverän ohne weiteres Potenzial auszuschöpfen, womit ich schon allein die Fragestellungen meine. Szenario: ...fand ich ganz cool mal einen Superheldenfilm im 2. Weltkrieg zu haben. Das war es dann aber auch schon, weil der Rest - siehe oben. Fazit: Der Film ist ok, nicht ganz so schlecht wie er gemacht wird, aber keine Glanzleistung. Ein paar Punkte sollte man bedenken und begutachten bevor man den Film sieht und ihn dann noch einmal bewerten!
Hinzugefügt am 09.04.2012 um 01:43 Uhr Verstoß melden
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