Mein Konto
    Shia LaBeouf als Priester, der mit Gott hadert: Erster Trailer zu "Padre Pio" von Kultregisseur Abel Ferrara
    Pascal Reis
    Pascal Reis
    -Redakteur
    Pascal liebt das Kino von „Vertigo“ bis „Daniel, der Zauberer“. Allergisch reagiert er allerdings auf Jump Scares, Popcornraschler und den Irrglauben, „Joker“ wäre gelungen.

    Mit „Padre Pio“ hat der kontroverse Kultregisseur Abel Ferrara („Bad Lieutenant“) einen neuen Film am Tag. Darin verkörpert Shia LaBeouf einen Priester, der in einen Glaubenskonflikt gerät. Hier gibt’s den Trailer:

    Wenngleich sich die Geister an ihm scheiden, sind sich Cineast*innen einig, dass Abel Ferrara („4:44 Last Day On Earth“) noch immer zu den interessantesten Filmemachern gehört. Nachdem er das schroff-ungefilterte Genre-Kino der 1970er-, und 1980er-Jahren mit Filmen wie „The Driller Killer“ und „Die Frau mit der 45er Magnum“ maßgeblich prägte, folgten in den 1990er-Jahren mit dem düsteren Gangster-Thriller „King Of New York“ und der tieftragischen Charakterstudie „Bad Lieutenant“ seine zwei wohl bekanntesten Werke.

    Inzwischen ist Abel Ferrara aber viel eher dem Experimentalkino zugeneigt und hat es sich zur Aufgabe gemacht, herkömmliche Erzählkonventionen zu unterlaufen. Dabei entstehen transzendentale, oftmals selbstkonfrontative Seherfahrungen, die für viele Zuschauer*innen sicherlich eine Herausforderung darstellen. Paradebeispiele dafür sind „Pasolini“, „Siberia“ oder auch sein letztes Jahr hierzulande geradewegs fürs Heimkino veröffentlichter „Zeros And Ones“ mit Ethan Hawke in einer Doppelrolle.

    Nun hat Abel Ferrara mit „Padre Pio“ wieder einen neuen Film am Start, der seine Premiere auf dem letztjährigen Filmfestival von Venedig feiern durfte. Und obwohl hier eine historische Persönlichkeit titelgebend gewesen ist, ist der Film mit Shia LaBeouf („Lawless - Die Gesetzlosen“) in der Hauptrolle alles andere als ein gewöhnliches Biopic. Wann und wie „Padre Pio“ hierzulande erscheinen wird, ist bislang noch nicht klar.

    Darum geht’s in "Padre Pio"

    Italien im Jahre 1920: Der Erste Weltkrieg ist vorbei, doch die Folgen der Katastrophe sind in dem Land immer noch zu spüren. Zwar werden die kriegsversehrten Soldaten bei ihrer Rückkehr als Helden gefeiert, aber dort stehen sie vor dem Problem, dass sie ohne Geld in den Taschen für die Großgrundbesitzer schuften müssen, bis sie schließlich buchstäblich tot umfallen.

    Allerdings sollen in Kürze die ersten freien Wahlen in der Geschichte Italiens abgehalten werden. Als in einer kleinen Stadt die neu gegründete sozialistische Partei einen erdrutschartigen Sieg einfährt, führt dies jedoch nicht zu einem Wandeln, sondern zu einem blutigen Debakel. Unterdessen sitzt Pater Pio (Shia LaBeouf), um den sich seit dem Auftreten von Stigmata an seinen Händen ein gewisser Kult entwickelt hat, in einem Kloster und ist kurz davor, mit Gott zu brechen...

    Voller Einsatz von Shia LaBeouf

    Interessant ist „Padre Pio“ ja allein schon deshalb, weil Shia LaBeouf die Hauptrolle übernommen hat. Nachdem der Schauspieler Hollywood den Rücken gekehrt hat, sollte er seinen Ruf nicht nur bei Filmliebhaber*innen rehabilitieren. Zudem ist der Mime auch für sein unbändiges Method Acting bekannt. Für „Padre Pio“ hat er es sich so auch nicht nehmen lassen, mit Franziskanermönchen in einem Kloster zu leben und während der Dreharbeiten zum Katholizismus zu konvertieren. Aber hat sich das auch gelohnt?

    Wir konnten „Padre Pio“ bereits im Rahmen des Filmfestivals in Venedig sehen und vergaben für den neuen Film von Abel Ferrara solide 3 von 5 möglichen Sternen. In seinem Fazit schreibt unser Chefkritiker Christoph Petersen: „Ein Film, den man guten Gewissens wohl nur Abel-Ferrara-Fans ans Herz legen kann.“

    Die offizielle FILMSTARTS-Kritik zu „Padre Pio“

    Das weist auf jeden Fall schon einmal daraufhin, dass sich Abel Ferrara hier ebenfalls nicht darum bemüht, seinen widerborstigen Stil abzulegen. Mit den historischen Hintergründen – auch was die Figur des Padre Pio angeht – möchte Ferrara aber eigentlich nichts zu tun haben. Stattdessen erzählt er hier ganz grundlegend vom Kampf zwischen Kommunismus und Katholizismus.

    Und Shia LaBeouf? Der ist tatsächlich eher eine größere Randerscheinung und wenn er dann in Erscheinung tritt, „sehen wir nicht viel mehr als einen oft heulenden und spuckenden, manchmal nackt in der Ecke kauernden Shia LaBeouf, der dabei nicht eine Sekunde wie ein italienischer Pater, sondern stets wie ein (über-)motivierter Performancer-Künstler wirkt.“ Das reicht seinen Fans mit Sicherheit, vor allem, da es dann eben doch noch eine Szene gibt, die es in sich hat – denn in der darf LaBeouf Asia Argento aber mal so richtig zusammenscheißen.

    facebook Tweet
    Das könnte dich auch interessieren
    Back to Top