Mein Konto
    Heimkino-Tipp für Horror-Fans: Im neuesten Dracula-Film treffen "Alien" und "Jeepers Creepers" aufeinander!
    Sidney Schering
    Sidney Schering
    -Freier Autor und Kritiker
    Er findet Streaming zwar praktisch, eine echte Sammlung kann es für ihn aber nicht ersetzen: Was im eigenen Regal steht, ist sicher vor Internet-Blackouts, auslaufenden Lizenzverträgen und nachträglichen Schnitten.

    Der Regisseur eines modernen Genre-Kleinods nimmt sich einer der ikonischsten, am häufigsten interpretierten Figuren der Horror-Literatur und des Gruselkinos an: In „Die letzte Fahrt der Demeter“ zerfleischt Dracula eine ganze Schiffsbesatzung.

    Mit „Troll Hunter“ schuf Regisseur André Øvredal einen anfangs wenig beachteten, ungewöhnlichen Fantasyfilm, der sich dank seiner beeindruckenden Qualität zu einem viel geschätzten Genrekleinod entwickelte. Mit dem Film gelang Øvredal zudem der Sprung von seiner Heimat Norwegen nach Hollywood. Auch seine neuste Regiearbeit ist eine US-Produktion – obwohl obendrein deutsche Gelder in ihn geflossen sind und er größtenteils im Studio Babelsberg gedreht wurde.

    Inhaltlich steckt der Film derweil eine der schaurigsten Schiffsreisen der Literaturgeschichte ab: Die Reise eines gewissen Vampirfürsten nach England aus Bram Stokers unzählige Filme inspirierenden Meilenstein „Dracula“. Im Kino ging sie unter, doch seit dieser Woche ist „Die letzte Fahrt der Demeter“ im Heimkino erhältlich und bereit, ein wachsendes Publikum zu erreichen:

    Die Blu-ray enthält zusätzlich zum Film mehrere Extras, darunter einen Audiokommentar, Featurettes über die Ikonografie von Dracula und die Versuche, ihn ins digitale Zeitalter zu bringen, sowie mehrere entfallene Szenen. Wenn ihr auf Extras und Haptik verzichten könnt: „Die letzte Fahrt der Demeter“ ist zudem via Amazon Prime Video* & Co. als VOD erhältlich.

    "Die letzte Fahrt der Demeter": Bram Stoker, "Alien" und "Jeepers Creepers"

    Ende des 19. Jahrhunderts: Segelschiffe haben im internationalen Warenverkehr den Wettstreit mit Dampfschiffen verloren. Captain Eliot (Liam Cunningham) gehört mit seiner Demeter somit zu einer aussterbenden Art. Ein Sinnbild, das sich bei der nächsten Fahrt des Handelsschiffes ebenso wörtlich wie blutig bewahrheiten sollte. Denn auf der Reise von Transsylvanien nach London wird die Besatzung von einer mysteriösen, grauenvollen Präsenz heimgesucht:

    Erst werden die Tiere an Bord grausam dahingerafft, dann geht es der Crew rund um den Ersten Maat Wojchek (David Dastmalchian) und Schiffs-Arzt Clemens (Corey Hawkins) an den Kragen. Was keiner der Männer weiß: Dracula befindet sich auf dem Weg nach England und nutzt die Besatzung der Demeter als Reiseproviant...

    Heimkino-Kracher bei Amazon: "Barbie", "The Flash", die ultimative "Star Trek"-Box & mehr so günstig wie noch nie!

    Andere Filmschaffende machen aus einem einzelnen Buch zwei oder vielleicht drei Filme, André Øvredal derweil geht ganz nah an seine Vorlage heran und spinnt aus ein paar Romanseiten einen etwa zweistündigen Film. Die Initialzündung, aus dem kurzen, prägnanten Kapitel eine für sich stehende Filmerzählung zu formen, stammte aber von Drehbuchautor Bragi Schut („Escape Room“), der die Idee bereits vor 20 Jahren hatte.

    In der Zwischenzeit wurden zahlreiche Regisseure an Schuts Skript gelassen, doch erst der norwegische Filmemacher ließ es Wirklichkeit werden – nun mit zusätzlichem Drehbuch-Input von Zak Olkewicz („Bullet Train“).

    Das Ergebnis hebt sich von sonstigen „Dracula“-Adaptionen ab und erinnert narrativ „vielmehr an Ridley Scotts Meisterwerk 'Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt'“, wie schon Christoph Petersen in der FILMSTARTS-Kritik festhält. Die vom Raum- aufs Segelschiff verlegte Crew-Abschlachterei präsentiert sich dann auch „mit verdammt überzeugenden, zumindest handgemacht aussehenden Effekten“ und steigert sich zudem in ein actionreiches Finale.

    Dass Dracula dabei visuell sehr an das Monstrum aus dem 2000er-Horror-Kult „Jeepers Creepers“ erinnert, findet unser Chefkritiker zwar „nicht revolutionär, aber zumindest abwechslungsreich“. Auch die Ausstattung des Schiffshorrors hat es ihm angetan, während ihm Draculas Opfer recht gleichgültig waren. Mitfiebern ist in „Die letzte Fahrt der Demeter“ also weniger gefragt als der reine Blutdurst.

    Über 90 (!!) Stunden Kult: Einer DER Serien-Hits der 90er erscheint zum ersten Mal als Komplettbox auf Blu-ray

    *Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links oder beim Abschluss eines Abos erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.

    facebook Tweet
    Ähnliche Nachrichten
    Das könnte dich auch interessieren
    Back to Top