Ennio Morricone kritisiert Quentin Tarantino für "Django Unchained" und "will nie mehr mit ihm arbeiten"
von Martin Minke ▪ Freitag, 15. März 2013 - 17:32

Der legendäre Filmmusik-Komponist Ennio Morricone hat sich äußerst kritisch über Regisseur Quentin Tarantino und seinen Film "Django Unchained" ausgelassen. Tarantino nutze Musik in seinen Filmen ohne Zusammenhang und Morricone wolle nie mehr mit ihm gemeinsam an irgendetwas arbeiten.

Ennio Morricone komponierte die Musik zu vielen Italo-Western, die Quentin Tarantino sehr gern in seinen Filmen zitiert. Auch auf die Musik des legendären italienischen Komponisten greift er dabei gern zurück. Für "Django Unchained" hat er, neben vielen anderen Themen, sogar ein eigens von Morricone komponiertes Werk verwendet. Nun jedoch äußerte sich der Komponist sehr kritisch dem als Kult-Regisseur geltenden Tarantino gegenüber. "Ich würde nur sehr ungern wieder mit ihm zusammen arbeiten, egal an was", sagte Morricone wörtlich an einer Universität in Rom. Davon berichtete The Hollywood Reporter nun. "Letztes Jahr wollte er nach 'Inglourious Basterds' erneut mit mir arbeiten, aber ich sagte ihm, dass ich nicht könne, weil er mir nicht genug Zeit gegeben hat. Also hat er einfach einen Song verwendet, den ich vorher schon geschrieben hatte." Weiterhin sagte die Komponisten-Legende, der unter anderem Soundtracks zu einigen Filmen von Sergio Leone beisteuerte (wie zum Beispiel "Für eine Handvoll Dollar" und "Spiel mir das Lied vom Tod"): "[Tarantino] platziert Musik in seinen Filmen ohne jeglichen Zusammenhang. Mit jemandem wie ihm, kann man einfach nichts machen."

Auch über den eigentlichen Film ("Django Unchained") äußerte sich Morricone nicht gerade freundlich und sagte, dass er ihn schlicht nicht interessiert hätte und zu viel Blut beinhaltete. Ob Quentin Tarantino auf diese Äußerungen in irgendeiner Form reagiert, bleibt abzuwarten; ebenso, ob er in seinen zukünftigen Filmen weiterhin auf derart viele Morricone-Werke zurückgreifen wird.

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Kommentare

  • digital-bath

    "Letztes Jahr wollte er nach 'Inglourious Basterds' erneut mit mir arbeiten, aber ich sagte ihm, dass ich nicht könne, weil er mir nicht genug Zeit gegeben hat. Also hat er einfach einen Song verwendet, den ich vorher schon geschrieben hatte."

    Morricone ist für mich der Meister der Filmkomposition und man stelle sich vor, er hätte nochmal die Kojoten heulen, jemand pfeifen und die Trompeten spielen lassen. Es wäre so schön gewesen und hätte dem "Western" Django Unchained sehr gut getan.

  • FilmFan 1.0

    Ennio Morricone ist ein Meister seines Fachs wie Quentin Tarantino seines ist. Nämlich der Regie und der Inszenierung. Als verantwortlicher künstlerischer Leiter ist es die Pflicht des Regisseurs den Film sein "Wesen" aufzudrücken. Das betrifft alle künstlerischen Abteilungen. Wenn ein Komponist meint, dass seine Musik nicht gewürdigt wird, ist es natürlich seine Sache und sein Recht das auch klarzustellen. Aber vorher schon kategorisch die Tür zu schließen und zu sagen, dass man mit der oder der Person nicht mehr arbeiten wolle . . .
    Das deutet darauf hin, dass da mehr zwischen E.M. und Q.T. vorgefallen sein muss. Beide sind professionell genug um zu wissen, wie man sich – vor allem in Hollywood – gegenüber zu verhalten hat!

    Anderes Beispiel: Peter Jackson hat 2004 die musikalische Leitung von "King Kong" – aufgrund kreativer Differenzen – James Newton Howard übertragen. "Herr der Ringe"-Komponist Howard Shore hat dies "zur Kenntnis nehmen müssen". Bei der "Hobbit"-Trilogie ist natürlich Shore wieder mit von der Partie. Mal geht's . . . mal nicht!

  • Janos V.

    Bin ehrlich gesagt nicht mal überrascht. Tarantino hat einen Hang dazu mit Genres zu spielen und Konventionen zu brechen. Morricone ist ein Purist, dass er nichts für Rap-Musik in einem Western übrig hat wundert mich nicht. Kann beide irgendwie verstehen. Allerdings fände ich es extrem schade, wenn wir wirklich nie wieder Klänge von Morricone in einem Tarantino-Streifen hören würden.

    @Merdan: Lass dich nicht auf ne Diskussion ein, das wird nur wieder hässlich ^^ diesmal sind nämlich wirklich die meisten auf deiner Seite...

  • greek freak

    So so,der Film hat also,ich zitiere:''Zu viel Blut beinhaltet''.Es ist ja nicht so das die ganzen Spaghetti-Western,zu denen Seniore Morricone damals die Musik verzapft hat oder diverse Gangster-Filme (siehe ''Es war einmal in Amerika''),die Jugendfreigabe erhalten haben.So sehr ich sein Werk auch schätze,aber der klingt wie ´ne beleidigte Leberwurst.

  • 1907

    also der soundtrack "My Name Is Trinity(US), Die Rechte und die linke Hand des Teufels(GER), Lo chiamavano Trinità(ITA)" zum schluss hätte wirklich nicht sein müssen... ob es zum film passt oder nicht manche werte sollten dort bleiben wo sie hingehören.... wenn ich es mir anhöre will ich mich an bud spencer und terence hill´s western filme erinnern und nicht an tarantinos "django"

    ich bin ein großer tarantino fan und hab all seine filme doch was ich über "django unchained" sagen kann; ohne waltz wäre es ein flop!!! vielleicht hab ich mir viel zu viel erwartet... dennoch werde ich es mir trotzdem kaufen... es ist eben ein "tarantino"

  • PaddyBear

    Ennio Morricone gehört meiner Meinung nach zu den größen der großen wenns um Musik geht. Trotzdem überrascht mich seine Aussage. Wie viele andere finde ich grade die Musik in Tarantinos Filmen immer sehr gelungen eingesetzt. Die Symbiose zwischen Bild und Musik ist oft wirklich großartig (in Django vllt nicht immer aber trotzdem, für mich, auf überragendem Niveau) Mich würde interessieren was er exakt damit meint wenn er sagt, dass T. die Musik ohne jeglichen Zusammenhang plaziert. Die Kritik an dem Film an sich ist, wie Lumphi schon sagt, legitim. Da darf sich ja glücklicherweise jeder so äußen wie er möchte.

  • Luphi

    Mir gefällt die Filmmusik von Tarantinos Filmen eigentlich durchweg. Trotzdem hat Morricone recht, wenn er sagt, dass es bei ihm in der Hinsicht in erster Linie um Style-over-substance geht. Aber das ist gar nicht schlimm. Das ist ja absolut legitim.

  • Goodfella

    Ich mag Tarantino und habe sämtliche seiner Filme hier zu Hause rumliegen, aber es stimmt schon teilweise, was Herr Morricone da von sich gibt. Nicht selten sollen die von Tarantino verwendeten Musikstücke in Verbindung mit den Bildern einfach nur cool wirken, ohne dass hinter dem Ganzen eine tiefere Bedeutung zu erkennen ist.

    Und zu Django Unchained:
    Ich empfand den Film ebenfalls als zu blutig, wobei ich damit in erster Linie die Schießerei in Candie's Haus meine. Mit Gewalt in Filmen an sich habe ich kein Problem, kann sie doch zu verschiedenen (sinnvollen) Zwecken verwendet werden, aber in dieser Szene wirkt sie einfach unpassend und etwas fehlplatziert, zumindest in diesen Maßen.
    Davon und von dem relativ schwachen Ende abgesehen wusste der Film aber insgesamt zu überzeugen.

  • ChiliPalmer

    Naja, also bitte Herr Morricone... Vllt ist es nicht ihr Stil soviele Genres in einem Film zu hören, aber das ist Tarantinos Markenzeichen und ich finde das Bringt etwas Farbe in die Filmwelt...

    Abgesehen davon sollte der alte Sack froh sein, dass seine Werke überhaupt noch Verwendung finden...

  • Saeglopur

    Ich muss zugeben, dass war auch einer der wenigen Punkte die mich an Django Unchained gestört haben. Da kamen plötzlich irgendwelche Szenen wo ein Song gespielt wurde und man Leute nur durch die Gegend rennen gesehen hat für mehrere Minuten. Das war langweilig, unnötig und hat den Film nur in die Länge gezogen. Hätte dem Film sicher nicht geschadet wenn sie manche dieser Szenen weggelassen hätten. Aber ansonsten war der Streifen natürlich klasse.

  • P14INVI3VV

    Also ich finde, dass kaum ein anderer Regisseur Musik so gut verwendet, wie Tarantino. Aber was will ich schon einem Morricone erzählen D:

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