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    James-Bond-Macher kassieren 20 Millionen Dollar für Drehbuchänderungen, um Mexiko in "Spectre" positiv darzustellen
    Von Björn Becher — 16.03.2015 um 09:06
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    Im kommenden James-Bond-Film "Spectre" spielt auch Mexiko eine Rolle. Das Land will dieses nutzen, um sein Drogen-Image loszuwerden und lässt sich dies auch etwas kosten. Dafür wurde sogar das Drehbuch geändert.

    Sony
    Wie die Webseite Taxanalysts.com (via The Hollywood Reporter) berichtet, hat Mexiko den Machern des neuen James-Bond-Films "Spectre" rund 20 Millionen Dollar gezahlt. Dafür haben diese das Drehbuch geändert, um Mexiko positiver darzustellen. So seien 14 Millionen Dollar für insgesamt vier Minuten Filmszenen in Mexiko gezahlt worden. Bis zu sechs Millionen Dollar könne mit weiteren Landschafts- und Panoramaaufnahmen erzielt werden.

    Teil der Vereinbarung ist nämlich, dass moderne mexikanische Gebäude gezeigt werden müssen. Diese Aufnahmen sollen dafür sorgen, Mexiko als modernes Land zu portraitieren. Teil der Vereinbarung sei auch, dass der Bösewicht nicht mexikanisch sein darf. Zudem sei das Drehbuch so geändert worden, dass an einer Stelle nicht ein mexikanischer Bürgermeister, sondern ein internationaler Botschafter Ziel eines Anschlags sei. Außerdem wird die mexikanische Polizei nun positiver dargestellt.

    Desweiteren wurde die Aufnahme einer Mexikanerin als weiteres Bond-Girl vereinbart. Gerade erst wurde bestätigt, dass Stephanie Sigman ("Miss Bala") zum Cast stößt.

    Die Analysten von Taxanalysts.com beziehen sich auf interne E-Mails von Jonathan Glickman, dem Präsident von MGM. Dieser zeige sich in den E-Mails sehr erfreut darüber, auf diese Weise das massive Budget etwas reduzieren zu können.

    Laut dem Hollywood Reporter sei es insgesamt ein sehr ungewöhnlicher Vorgang. Es sei zwar an der Tagesordnung, dass es Zahlungen und / oder Steueranreize für Drehs in einem Land gebe, aber Eingriffe ins Drehbuch sowie in die Casting-Entscheidungen gehen weit über die übliche Kooperation in solchen Fällen hinaus.

    "James Bond 007 – Spectre" von Sam Mendes mit Daniel Craig, Christoph Waltz, Léa Seydox, Monica Bellucci u. v. m. kommt am 5. November 2015 in die Kinos.




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    Kommentare
    • greek freak
      "Die Mexikanische Polizei soll nun positiver dargestellt werden." lol.Die Mexikanischen "Sicherheitskräfte" mischen im Drogenhandel selber kräftig mit,bestes Beispiel das "Zeta-Kartel",das war ursprünglich eine Elite-Einheit der Mexikanischen Militärpolizei,speziell aufgestellt um die Kartelle zu bekämpfen.Die sind komplett zu einem der grössten Kartelle übergelaufen und haben es dann langsam übernommen.Inzwischen kontrollieren sie einen grossteil des Kokain-Handels und sind besonders gefürchtet,wegen ihrer Organisation und brutalen Taktiken.Und diese Typen sind nur die Spitze des Eisberges.Das Geld hätte die Mexikanische Regierung deutlich besser ausgeben können.
    • WhiteNightFalcon
      Nö. 1x Mitte des 2. Absatzes.
    • WhiteNightFalcon
      Im Prinzip müsste sich da aber dann auch Europa an die eigene Nase greifen, weil wir dass gleiche Problem um die Ecke haben. Ostblock-Länder sind in Punkto Menschenrecht und Kriminalität zb auch keine Musterländer. Trotzdem nutzen Leute wie van Damme, Seagal oder Stallone für Expendables zb Bulgarien sehr oft. Bei Bond werden solche Missstände nun aber angeprangert, einen halben Erdball entfernt.
    • BobRoss
      Und diese 10 Dollar gehen an Tante Frida, und die 10 an Opa José... Natürlich sehen von den 20 Mio. die Leute nicht sofort was. Aber Wirtschaftswachstum geht halt anders. Entweder man spendet immer wieder Beträge die sich aufbrauchen um die Symptome von Armut zu bekämpfen, oder man bekämpft mit wirtschaftlichen Investitionen deren Ursache (...teach a man how to fish...).Schau dir mal Inserate in Reisemagazinen oder Werbeeinschaltungen bei Sportevents an. Die gehen summiert auch in die Millionen aber rechnen sich wenn das Land Touristen anziehen kann und vielleicht dadurch sogar das Glück hat kulturelle Events zu hosten, etc...Europa ist nicht wegen seiner Gutmenschen so stabil sondern weil gut finanzierte Staaten Sicherheit für Investoren bieten können. Wohlstand senkt die Kriminalität und Mexiko hat jedes Recht, ethisch wie juristisch, durch ankurbeln der Wirtschaft die Missstände zu bekämpfen. Es stimmt, ein Land ist kein Produkt. Aber es ist ein "Marke" die man international etablieren und promoten kann. Und genau das macht Mexiko - the place you though you knew ;)
    • AbnerRavenwood
      Du glaubst doch nicht, dass auch nur ein Dollar bei denen landet, die es brauchen, oder? Was ich hier widerlich finde, ist, dass mehr Aufwand um das Image betrieben wird, als um die Lösung des eigentlichen Problems. Zumal ich nicht finde, dass Mexiko gerade ein Touristenproblem hat. Wenn ich überlege, was man mit einer solchen Summe alles tun könnte - stattdessen wird sie für vier Minuten in einem Unterhaltungsfilm investiert.Ja, von Product Placement habe ich schon öfter gehört. Es ist in der Tat ok, eine Szene mehr oder weniger subtil um ein Produkt herum zu konstruieren. Es handelt sich hierbei nämlich tatsächlich um Konsumprodukte, die verkauft werden müssen. Du kannst das doch nicht mit einem Land gleichsetzen, dass ein verdammt ernsthaftes gesellschaftliches Problem hat und deswegen schon mehr Tote beklagt als so manches Kriegsgebiet? Selbstverständlich hat ein Land kein Recht dazu! Juristisch vielleicht, aber nicht ethisch.
    • BobRoss
      Was ist den daran bitte widerlich? Mexiko versucht die Rolle eines fortschrittlichen und modernen Landes wahrzunehmen und den Tourismus anzukurbeln, wieso soll denn sowas schlecht sein?In "die Bekämpfung des Problemes" investieren; das ist ja genau was Mexiko damit macht. Ein aufgebessertes Image und damit wachsender Tourismus hat schon vielen Ländern die wirtschaftlich benachteiligt waren auf die Beine geholfen. Oder was meinst du warum Werbung und Promotion so wichtig sind?Und wo wir schon dabei sind; schon mal was von Product Placement gehört? Das findet andauernd statt um gigantische Budgets etwas zu reduzieren. Es ist also ok wenn extra Kameraeinstellungen geändert werden um ein Getränk oder ein Auto besser im Film darzustellen aber ein Land hat nicht das Recht dasselbe zu tun...?
    • Modell-101
      Ist schon traurig, dass ein Land das nötig hat. Aber generell ist es doch so, dass die Bond-Filme und auch die Mission-Impossible Filme die Länder und Handlungsorte meist von der schönen und modernen Seite darstellen.
    • WhiteNightFalcon
      Bei anderen Produktionen wird's mit Sicherheit auch gemacht, aber obs für ne Megaproduktion wie Bond klug ist, was Mexiko macht? Gerade wenn das bei so einem Film solche Wellen schlägt, macht Mexiko freiwillig ungewollt eher darauf aufmerksam, dass sie ein Problemland sind, statt das Gegenteil zu bewirken. Und nicht vergessen, Bond-Filme sind zudem auch selten realitätsbezogene Streifen. Selbst die zuerst geplanten Szenen hätten mit Sicherheit nur die üblichen karikaturhaften bösen Bullen gezeigt.Licence to kill hatte ja nen Drogenbaron als Schurken. Man sah in welchem Glamour er lebt, aber hat man gezeigt, was Drogen anrichten? Nein. Das ist auch nicht die Aufgabe eines Bond-Films!Wer den Film angreift, hat nicht kapiert, dass Bond Unterhaltungskino ist oder glaubt wirklich, dass Mexiko Geheimagenten wie Machete beschäftigt.Gibt mit Sicherheit genug Filme und Dokus, die zeigen, wie es in Mexiko wirklich zu geht.
    • AbnerRavenwood
      Widerlich. Eine Produktionsfirma, die locker 20 Millionen aufbringen bzw. unter keinerlei Zwang steht, diese überhaupt auszugeben, lässt sich von einem Land sponsern, dass dieses Geld lieber in die Bekämpfung des Problems invenstieren sollte.
    • RocketSwitch
      Einerseits ist es ja ganz nett, wenn Filme auf diese Art und Weise günstiger produziert werden können. Aber andererseits liest man diese Nachricht mit einem unguten Gefühl im Bauch. Finde ich eher nicht so gut.
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