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    Anderer Meinung als George Takei: Simon Pegg erklärt die Gründe für den schwulen Sulu in "Star Trek Beyond"
    Von Björn Becher — 08.07.2016 um 16:54
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    Dass Hikaru Sulu in „Star Trek Beyond“ als erste homosexuelle Figur in dem legendären Franchise geoutet wird, schlägt hohe Wellen. Nachdem Ur-Darsteller George Takei dies kritisch kommentierte, äußert sich nun Simon Pegg.

    Paramount Pictures
    Simon Pegg, selbst ein eingefleischter „Star Trek“-Fan, ist bei „Star Trek Beyond“ nicht nur als Darsteller des verschrobenen Technikers Scotty an Bord, sondern auch als Drehbuchautor. Als solcher war er entscheidend daran beteiligt, eine Szene zu integrieren, aus der hervorgeht, dass Enterprise-Steuermann Hikaru Sulu homosexuell ist. Mit dieser Veränderung der Figurenzeichnung wollten die Macher zum einen eine Hommage an George Takei integrieren. Der Sulu-Darsteller aus der Originalserie ist bereits seit Jahren offen homosexuell und engagiert sich für die Rechte von Homosexuellen, vor allem für gleichgeschlechtliche Ehen. Zudem soll mit diesem Schritt die Vielfältigkeit der Welt von „Star Trek“ betont werden.

    Doch ausgerechnet George Takei selbst äußerte sich kritisch zu der Änderung. „Ich bin glücklich, dass es jetzt eine schwule Figur gibt“, so Takei, „doch unglücklicherweise wird dadurch Gene Roddenberrys Vision kompromittiert, in die er so viel Zeit und Mühe investiert hat. Das ist sehr schade.“ Wie der ursprüngliche Sulu-Darsteller erklärt, habe sich Roddenberry den Hintergrund jeder Figur genau überlegt. Und Sulu sei in der Vision des „Star Trek“-Schöpfers nun einmal heterosexuell.

    Nun reagierte Simon Pegg auf die Kritik von Takei. Gegenüber dem Guardian erklärte er: „Ich liebe und respektierte George Takei, sein Herz, sein Mut und sein Humor sind eine Inspiration. Doch hinsichtlich seiner Äußerungen zu unserem Sulu bin ich respektvoll anderer Meinung.“ Pegg geht darauf ein, dass Takei forderte, dass man lieber eine neue Figur einführen sollte, die homosexuell ist: „Wir hätten eine neue, homosexuelle Figur einführen können, aber er oder sie wäre nur über ihre Sexualität definiert worden. Es wäre immer ‚die homosexuelle Figur‘ gewesen statt als die Person betrachtet zu werden, die sie eigentlich ist. Wäre das nicht Alibipolitik?“ Man habe zudem auch deswegen eine Figur gewählt, die das Publikum bereits kenne, weil die Zuschauer so schon eine Meinung von dieser Person als Mensch haben – ohne dass irgendwelche Vorurteile dabei eine Rolle spielen. Denn so Pegg: „Die sexuelle Orientierung ist nur einer von vielen persönlichen Aspekten, die aber nicht die Charakteristik definieren.“

    Es sei einfach – und da sind sich George Takei und Simon Pegg einig – schlimm, dass das inklusivste, toleranteste Science-Fiction-Universum überhaupt keine LGBT-Figur habe. Pegg geht davon aus, dass man mit der Änderung gerade der Version von Gene Roddenberry entspreche und diese nicht „kompromittiere“, wie Takei meint: „Ich glaube nicht, dass Gene Roddenberrys Entscheidung, die gesamte Enterprise-Crew heterosexuell zu machen, wirklich eine künstlerische war. Es war eine Notwendigkeit seiner Zeit. ‚Star Trek‘ wird immer dafür gefeiert, dass es den ersten Kuss zwischen Menschen verschiedener Hautfarbe im US-Fernsehen gab, aber die Episode ‚Platos Stiefkinder‘ war die am schlechtesten bewertete Folge überhaupt. Das Publikum war damals noch nicht offen genug und das muss Roddenberry gezwungen haben, seine Erfindung anders zu modellieren.“ Pegg ist überzeugt, dass Roddenbery Sulus Sexualität gemeinsam mit George Takei erkundet hätte, wenn es damals möglich gewesen wäre.

    Zudem legt er Wert auf die Feststellung, dass es um den Sulu in der neuen, alternativen Zeitlinie gehe und es eine beiläufige Erwähnung im Film sei: „Es ist ganz wichtig zu bemerken, dass wir zu keinem Zeitpunkt andeuten, dass Sulu jemals seine Homosexualität versteckt hat. Warum sollte er? Es kam einfach nicht vor.“ Dazu habe ihre alternative Zeitlinie auch alternative Details. „Was immer unsere Sexualität definiert, war für Sulu in unserer Zeitlinie eben anders. Ich mag diese Idee, weil sie deutlich macht, dass wir alle in einem hypothetischen Multiversum mit den verschiedensten alternativen Realitäten irgendwo LGBT sind.“

    Am 21. Juli 2016 startet „Star Trek Beyond“ in den deutschen Kinos.




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