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    Dick ist gleich hässlich?: Poster zu "Red Shoes And The Seven Dwarfs" erntet riesigen Shitstorm
    Von Woon-Mo Sung — 01.06.2017 um 13:45
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    Mit „Red Shoes And The Seven Dwarfs“ befindet sich zurzeit eine animierte Schneewittchen-Parodie mit Chloë Grace Moretz in einer Sprechrolle in der Mache. Ein erstes Werbebanner sorgte nun für reichlich Aufregung.

    Sony Pictures
    Aktuell ist noch immer der Dokumentarfilm „Embrace - Du bist schön“ von Taryn Brumfitt in ausgewählten deutschen Kinos zu sehen. In dem Film geht es um gängige Schönheitsideale, die Wahrnehmung des eigenen Körpers und darüber hinaus handelt es sich dabei auch um „ein engagiertes Plädoyer gegen den Schlankheits- und Jugendwahn der Gesellschaft und für die Vielfalt weiblicher Schönheit.“ „Embrace“ ist nur das jüngste Beispiel für einen gegenwärtig stattfindenden Diskurs über Aussehen und sogenanntes Body Shaming, der von vielen, darunter Stars wie zum Beispiel Amy Schumer, aufgegriffen wird. Das Thema ist ganz klar Teil des Zeitgeistes – und wie Entertainment Weekly nun berichtet, scheinen die Macher der animierten Schneewittchen-Parodie „Red Shoes And The Seven Dwarfs“ ihr Werk ganz gewaltig an diesem vorbei beworben zu haben.

    Dem Bericht zufolge bekamen sie jüngst jede Menge Gegenwind für ihre Marketingkampagne zum Film mit Chloë Grace Moretz und Gina Gershon in prominenten Sprechrollen. Auslöser für die Empörung ist ein großes Werbebanner, das im Rahmen des Filmfestivals in Cannes ausgestellt wurde. Auf diesem ist die größere und schlanke Schneewittchen nebst einer kleineren und offensichtlich fülligeren Variante von ihr zu sehen. Dazu steht: „Was wäre, wenn Schneewittchen nicht länger schön und die sieben Zwerge nicht so klein wären?“


    Tess Holliday, berühmtes Plus-Size-Model in den USA, postete ein Foto des Banners auf Twitter und prangerte dabei die in ihren Augen transportierte Botschaft an, wonach eine überdurchschnittliche Leibesfülle mit Hässlichkeit gleichzusetzen sei. „Warum sollte es okay sein, das jungen Kindern zu sagen?“, schrieb sie dazu. Zahlreiche weitere Nutzer auf dem sozialen Netzwerk griffen Hollidays Tweet auf und machten ebenfalls ihrem Unmut darüber Luft.




    In „Red Shoes And The Seven Dwarfs“ geht es um sieben verwunschene Prinzen, die in Zwerge verwandelt wurden und sich auf die Suche nach einem Paar magischer, roter Schuhe machen, die den Bann aufheben können. Dumm nur, dass ausgerechnet Schneewittchen diese Schuhe trägt, die dafür sorgen, dass sie eine große, schlanke Frau ist.

    Mittlerweile hat sich auch Chloë Grace Moretz zum Werbebanner gemeldet. In ihren Tweets stimmte sie ebenfalls in die Aufregung mit ein und schrieb, dass sie entsetzt und wütend darüber sei und dass weder sie noch ihr Team das abgesegnet hätten (via Variety). Sie habe den Produzenten Bescheid gegeben und hoffe, dass das schöne Drehbuch im finalen Film trotzdem voll zur Geltung kommen wird. Denn die Geschichte sei tatsächlich besonders für junge Frauen eine kraftvolle.




    Wie Variety noch weiter ausführt, wurde die entsprechende Werbekampagne mittlerweile wieder eingestellt und eine Entschuldigung vonseiten der Produzenten veröffentlicht. Das Marketing habe den gegenteiligen Effekt von dem gehabt, was man eigentlich erreichen wollte. Der Film sei eine Komödie, in der gesellschaftliche Vorurteile bezüglich Schönheit infrage gestellt werden. Man bedanke sich für die konstruktive Kritik und bereue jedwede Verlegenheit, die durch die Werbung entstanden sei.

    „Red Shoes And The Seven Dwarfs“ ist eine südkoreanische Produktion, Regie führt dabei Sung-Ho Hong. Noch 2017 soll der Film in Südkorea seine Premiere feiern, ob und wann er dann auch hierzulande gezeigt wird, steht noch nicht fest. Wer aber mehr zum Thema Body Shaming und dergleichen erfahren möchte, hat jetzt noch die Gelegenheit, sich „Embrace“ im Kino anzuschauen. Hier ist nochmal der Trailer für euch:

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    Kommentare
    • lukimalle
      Ja, dann sag mir, wo die Grenze sein soll. Wenn einer sagt "Ich mag eben einfach keine Schwarzen und lasse die nicht in mein Geschäft" ist das ja auch eine persönliche Neigung, oder etwa nicht?Für mich ist das einfach viel zu schwammig, als dass man da objektive Gesetze daraus ableiten könnte.
    • lukimalle
      Auf jeden Fall ein riesiger Nachteil! Aber glaubst du, es wäre verboten, wenn ich jetzt sage "Alle Weißen dürfen meine Wohnung besichtigen!"? Ich denke, eher nicht. Für mich ist das in der Wortbedeutung von "Diskriminierung" nicht enthalten. Ansonsten muss mir einer sagen, wo man da die Grenze zieht, denn sonst ist ja alles, was ich einer bestimmten Gruppe von Menschen nur zugestehen würde, diskriminierend. Noch ein Beispiel: Wenn ich sage: "Ich date nur weiße Frauen"? Ist das auch diskriminierend, sogar gegen Männer und andere vermeintliche "Rassen"? Meinen persönlichen Umgang, sei es sehr persönlich, wie etwa bei der sexuellen Orientierung, oder auch nur bei der Frage, wen ich in meine Wohnung oder mein Restaurant hereinlasse, darf ich selbst bestimmen. Jeder andere kann mir natürlich trotzdem sagen, dass ich ein Arschloch dafür bin, wenn ich z.B. keine Schwarzen bediene (da hätte derjenige auch Recht). Aber - rechtsstaatlich gesehen - verbieten kann man das meiner Ansicht nach nicht, weil mir da keiner eine begründete rote Linie zeigen kann, die nicht vom subjektiven Ermessen, was anstößig ist und was nicht, bestimmt wird.
    • lukimalle
      Und wenn ich sage: "in meine Wohnung kommen nur Weiße" ist das legitim? Wo soll da die Grenze liegen?
    • lukimalle
      Das Erscheinungsbild ist ja auch nicht komplett veränderbar. Veränderliche Merkmale, wie etwa Piercings, Tattoos oder Kopftücher können auch bei staatlichen Beamteneinstellungen berücksichtigt werden, ohne dass das grundgesetzwidrig wäre, und das wird ja auch so gemacht (was ich übrigens für schlecht halte, aber nicht aus Diskriminierungsgründen).Was ich auch noch vergessen habe zu schreiben, ist, dass Diskriminierung sowieso nur von staatlicher Seite aus geschehen kann, sei es durch Gesetze oder auch faktische Handlungen der einzelnen Staatsorgane (z.B. der Polizei). Als Privatperson könnte ich Niemanden diskriminieren. Wenn ich mich jetzt entschließe, mich draußen hinzustellen und zu schreien: "Fette sind scheiße!", ist das vielleicht eine Beleidigung, aber zur Diskriminierung würde es erst, wenn ich diese Aussage beispielsweise in einer Amtsfunktion durchführen würde oder die entwürdigende Herabsetzung der 'Fetten' gesetzlich legitimiert wäre. Der diskriminierende Handlungsträger kann also nur der Staat, nicht aber ein Regisseur sein (außer bei staatlichen Propagandafilmen :D).Zu deiner anderen Antwort: Übergewicht ist, wenn keine Krankheit vorliegt, das Ergebnis, wenn Leute über einen längeren Zeitraum mehr Kalorien zu sich nehmen, als sie verbrennen. Manche Leute verbrennen leichter Kalorien und manche weniger. Insofern liegt keine komplette Chancengleichheit vor, da gebe ich dir Recht. Niemand aber, Krankheiten wieder ausgenommen, ist durch diese Veranlagungen gezwungen, übergewichtig zu sein, weil die Unterschiede nicht so groß sind, als dass es für den einen ein Leichtes und für den anderen nahezu ein Ding der Unmöglichkeit wäre, ein Kaloriendefizit, bzw. einen ausgeglichenen Kalorienhaushalt herzustellen.Wem das egal ist, der kann so leben, das steht jedem frei, aber man kann halt auch nicht meckern, wenn andere Leute das ablehnen. Mal davon ab: Wenn du nahe am Untergewicht bist, kennst du ja bestimmt die Sprüche: "Iss mal mehr, du fällst ja vom Fleisch ab", etc... Wer viel ins Fitnessstudio geht, wird Sachen hören wie: "Das ist ja nicht mehr schön", "Das ist krankhaft", usw... Warum sind Übergewichtige die einzigen, die sich beschweren, wenn man sie auf ihren ungesunden Lebenswandel anspricht - was ja schon kaum einer macht, Sprüche wie: "Iss mal weniger, das ist ja nicht mehr schön!" gegenüber adipösen Personen erscheinen einem im Vergleich zu den oben genannten Beispielen irgendwie anstößig.Jeder muss sein Leben so leben wie er es mag. Mit dieser Freiheit geht aber auch die Verpflichtung einher, die Kritik anderer daran auszuhalten. So sehe ich das.
    • Darklight ..
      Sehr interessantes Statement. Das mit dem Vergleich Bildung / Körper und Ernährung ist absolut so zulässig wie Du es beschreibst. Und schön differenziert ausgeführt. Ich glaube auch, jeder kann selbst entscheiden, ob er Dick ist oder nicht. In den allerseltensten Fällen ist das Übergewicht eine Tatsache, die man nicht ändern kann. Und wenn man das Dicksein als hässlich empfindet, kann das eine persönliche Meinung sein, sowas zu äußern. Ich persönlich finde, es gibt eine Reihe von sehr schönen Menschen, die recht dick sind und wo alles gut passt. Aber grundsätzlich finde ich diese Kampagne mißlungen.Und ja... Eßgewohnheiten und Lebensmittelindustrie gehören an den Pranger. Viele Menschen sind durch den Dreck, den sie schon als Kind gegessen haben massiv geprägt und müssten viel Energie aufwenden um aus dieser Gewohnheits und Suchtfalle wieder rauszukommen...
    • lukimalle
      Schönheit ist absolut subjektiv. In der westlichen Welt findet wohl die Mehrheit der Menschen dicke Leute zumindest hässlicher, als wenn diese Leute schlank wären. Darüber hinaus schränkt Übergewicht i.d.R. auch die Leistungsfähigkeit ein und setzt i.d.R. eine körperliche Leistungsverweigerung voraus, weswegen übergewichtige Leute für faul gehalten werden. Darüber hinaus werden Dicke auch noch abgelehnt, weil sie für das Gesundheitssystem eine überproportional große Belastung darstellen.Insofern ist das vergleichbar mit jemandem, der Bildung ablehnt. Er will sein Wissen nicht pflegen und wird als Dummkopf bezeichnet werden und das zurecht. Wer hingegen seinen Körper nicht pflegt, muss eben genauso damit leben, für hässlich gehalten zu werden. Die Gerechtigkeit erwächst daraus, dass es i.d.R. die eigene Entscheidung ist, so zu leben. Die Entscheidungen und Lebensart eines Menschen negativ zu bewerten, ist keine Diskriminierung, sondern Kritik. Diskriminierung kann nur in Bezug auf (weitestgehend) unveränderliche Grundsätze, wie etwa Herkunft, Größe, Hautfarbe oder sexueller Orientierung vollzogen werden. Insofern finde ich das Poster ausschließlich gegenüber derjenigen Minderheit unsensibel, die aufgrund einer Krankheit an Adipositas leiden.Das Recht, zu äußern, was man selbst für schön und hässlich hält, steht dennoch nicht im Widerspruch zum Verbot von Diskriminierung, weil hiermit nicht zwingend eine Beleidigung verbunden ist. Auch auf dem Poster ist keine Beleidigung von Dicken zu finden und somit dürfte es rechtlich absolut zulässig sein. Ob jetzt der einzelne Betrachter die Unsensibilität gegenüber den adipös Erkrankten als alleiniges Ausschlusskriterium beurteilt, oder auch die Botschaft des Regisseurs für ablehnungswürdig hält, ist jedem selbst überlassen. In jedem Fall liegt das Poster im Spektrum der Meinungsfreiheit.Ich persönlich bin der Meinung, dass man nicht päpstlicher sein muss, als der Papst und dass selbst utilitaristisch betrachtet immer wieder vorgebrachte Vorbehalte gegenüber Dicken die Leute ins Fitnessstudio zu treiben in der Lage sind und diese somit davon profitieren (auch dicke Kinder). Leid tut es mir dennoch für die erkrankte Minderheit, jedoch ist es ja oft so, dass solche Minderheiten die peinlich genaue Vermeidung jeglicher Diskriminierung für übertrieben halten. Ich denke, dass das auch hier der Fall sein dürfte.
    • greek freak
      Ich würde am liebsten,den grossartigen Song von Marius Müller-Westernhagen,"Dicke" hier verlinken,aber dann wird dieser Kommentar erst in 2 Wochen freigeschaltet.Ansonsten,darf ich mal wieder Southpark zitieren:"Shut up,fatass!!" ;-)
    • WhiteNightFalcon
      So ne Diskussion ist grade in Amerika heuchlerisch, wo ein Großteil der Bevölkerung übergewichtig ist. Finde es zwar sinnvoll, Kindern zu vermitteln, dass schlank zu sein zb Vorteile gesundheitlicher Art hat, aber das kann man auch subtiler, bzw sinnvoller. Bzw wäre da die Politik gefragt, die Ernährungsindustrie in die Pflicht zu nehmen, die ihren Hals ja konsequent - Stichwort Ampel auf der Verpackung - aus der Schlinge zieht.Für den Film erreichen die Macher letztlich nur ein gewolltes Ziel: Aufmerksamkeit für den Film, nicht das Problem.
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