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    Aufnahmen vom Streit bei "Lethal Weapon": Darum kam es zum Rauswurf des Hauptdarstellers
    Von Björn Becher — 04.06.2018 um 15:00
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    Auf Sat.1 sind Clayne Crawford und Damon Wayans noch Seite an Seite in „Lethal Weapon“ zu sehen. Doch das ist Geschichte, denn Crawford wurde nach mehreren Auseinandersetzungen gefeuert. Dazu gibt es nun neue Details und sogar eine Tonbandaufnahme.

    20th Century Fox

    Am Set der Serie „Lethal Weapon“ soll es ziemlich oft gekracht haben – und zwar nicht nur weil Explosionen eine große Rolle in der Action-Serie spielen. Ausgerechnet eine dieser Explosionen soll dafür verantwortlich gewesen sein, dass schon vorher schwelende Konflikte komplett eskaliert sind. Bei einer Episode der zweiten Staffel, die in Deutschland aktuell auf Sat.1 läuft, kam es beinahe zu einem Unfall, der dafür sorgte, dass die beiden Hauptdarsteller Clayne Crawford und Damon Wayans aufeinander losgegangen sind.

    Wie die Kollegen von Variety durch Interviews mit insgesamt 31 Beteiligten herausfanden, stimmte es zwischen Crawford und Wayans nie. Immer wieder habe es Konflikte zwischen den Hauptdarstellern gegeben, die Crew sei quasi in zwei Fraktionen geteilt gewesen. Am Ende hätten sogar Leibwächter am Set dafür sorgen müssen, dass keine (weiteren) Schlägereien zwischen den Streitparteien ausbrachen. Die Höhepunkte des Dauerkonflikts ereigneten sich wohl während der Aufnahmen von zwei verschiedenen Episoden der zweiten Season.

    Das ist passiert – Teil 1

    Laut den Informationen von Variety sei die Lage das erste Mal im Herbst 2017 eskaliert. Bei Dreharbeiten unter der Regie von TV-Veteran Eric Laneuville, der mit Damon Wayans sehr gut bekannt ist, sei Clayne Crawford irgendwann ausgerastet. Grund waren stetige Unterbrechungen des Drehs durch die Umgebungslautstärke: Ein Swimmingpool, an dem gedreht wurde, war nicht richtig für die Öffentlichkeit gesperrt. Viele Crew-Beteiligte zeigten sich gegenüber Variety verständnisvoll für Crawfords Ärger über die schlechte Organisation, einige bemängelten aber seinen wenig professionellen Ausraster und die darin wohl gebrauchte Sprache.

    Als es am Tag darauf bei einem Stunt zu einem weiteren Streit zwischen Crawford und Regisseur Laneuville gekommen sei, habe letzterer hingeschmissen. Der Cutter der Serie inszenierte die Episode dann zu Ende, Produktionsfirma Warner habe dessen zusätzliche Bezahlung von Crawfords Gehalt abgezogen. Der Star entschuldigte sich anschließend wohl und sagte angeblich zu, wegen seiner stetigen Wutausbrüche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Damit hätte alles geklärt sein können – bis es zur endgültigen Eskalation kam.

    Das ist passiert – Teil 2

    Im März 2018 fanden die Aufnahmen für die 20. Folge der zweiten Season statt. Crawford führte hier nun selbst Regie. Bei einer Actionszene rund um eine Explosion sei Wayans am Hinterkopf von einem Splitter getroffen worden und habe sich eine Platzwunde zugezogen. Er habe zuerst weitergedreht, sei dann aber später vom Set gegangen und wurde von seinem Stunt-Double für den Rest des Tages vertreten. Am folgenden Tag kam es dann zwischen Wayans und Crawford zum Streit.

    Bei den Vorbereitungen für eine neue Szene brachte Wayans seinen Ärger über den Unfall zum Ausdruck und wollte angeblich wissen, wer dafür verantwortlich war. Einige von Variety befragte Crew-Mitglieder behaupten, er drohte, die Spezialeffekte-Macher feuern zu lassen. Interessant ist die sich daraus entwickelnde Unterhaltung zwischen Crawford und Wayans – die mit wenig jugendfreien Worten gespickt ist.

    Crawford: „Ich habe [Name unkenntlich gemacht] besser Treffer einstecken sehen als dich gestern“.

    Wayans: „Lutsch meinen Schwanz!“

    Crawford: „Weißt du, das war der größte Pussy-Move, den ich je gesehen habe.“

    Wayans: „Ja, ich bin eine Pussy!

    Crawford: „Eine Pussy. Du bist die größte Heulsuse, die ich je in meinem Leben gesehen habe.“

    Wayans: „Ach, lutsch den Schwanz dieser Pussy.“

    Crawford: „Wie fühlt es sich eigentlich an, nur wegen deiner verdammten Brüder im Business zu sein?“

    Wayans: „Fick dich. Fick dich.“

    Die Kollegen von Variety haben eine – um die Schimpfwörter zensierte – Aufnahme online gestellt:

    Mit diesem Austausch von Beleidigungen und dem Verweis von Crawford auf die Brüder von Wayans (er meint „Scary Movie“-Regisseur Keenen Ivory Wayans sowie die Hauptdarsteller der Spoof-Komödie Shawn Wayans und den unter anderem auch noch aus „G.I. Joe“ bekannten Marlon Wayans) war das Tischtuch zwischen den Stars wohl endgültig zerschnitten.

    Wayans weigerte sich einen für diesen Tag angesetzten weiteren Stunt zu drehen, da er sich unter der Regie von Crawford nicht sicher fühlte. Als Crawford ihn deswegen zur Rede stellen wollte, sei schließlich eine kleine Prügelei mit mehreren Beteiligten ausgebrochen, bei der Sicherheitsleute einschreiten mussten. Nach einem Abbruch des Drehs sei das Skript so geändert worden, dass die beiden Darsteller keine gemeinsame Szene mehr haben. Um weitere Auseinandersetzungen für den Rest der Staffel zu vermeiden, wurden dann die eingangs erwähnten Sicherheitsleute angeheuert.

    Wer hat Schuld?

    Die Schuldfrage lässt sich endgültig wohl nicht klären. Die Kollegen von Variety sind bei ihren Gesprächen mit 31 Crew-Mitgliedern auf ein sehr zerstrittenes Set gestoßen, wobei ein Großteil der Zitierten dabei Crawford verteidigen. Der habe einfach 150% für die Rolle gegeben, sein Herz und seine Seele in die Serie gesteckt. Wayans wird dagegen von mehreren kritisch beschrieben. Er nehme sich viel raus, es gebe viele Sonderbehandlungen für ihn. So müsse er nicht an den Drehbuchlesungen teilnehmen. Für ihn müsse immer extra Essen bereitstehen (wobei Wayans auch Diabetiker ist) und er brauche nach der Mittagspause noch sein „Nickerchen“ („Nap Time“).

    Produktionsfirma Warner schlug sich aber auf die Seite von Wayans. Clayne Crawford wurde mit dem Ende der zweiten Staffel entlassen. Laut Variety gibt es aber auch hinter den Kulissen größere Umwälzung. Rund ein Viertel der 100 Mitarbeiter, die zur täglichen Crew am Set gehörten, sei informiert worden, dass man sie für die dritte Season nicht mehr brauche. Teilweise hänge dies mit schlechter Arbeit zusammen, es seien aber sehr viele Leute, die auf der Seite von Crawford standen, entlassen worden.

    So geht es weiter

    In der dritten Staffel bekommt Damon Wayans so nun einen neuen Co-Star. „American Pie“-Star Seann William Scott übernimmt diese Aufgabe, tritt aber nicht in Crawfords Fußstapfen als Martin Riggs. Er wird eine komplett neue Figur spielen, es wird also „Lethal Weapon“ mit nur Murtaugh, aber ohne Riggs.

    Deutsche TV-Zuschauer bekommen erst einmal noch die finalen Episoden mit Riggs. Sat.1 zeigt aktuell immer montags um 20.15 Uhr neue Folgen. Sollte der derzeitige Ausstrahlungsrhythmus beibehalten werden, erfolgt dabei übrigens am 2. Juli 2018 die Ausstrahlung jener 20. Episode, bei der es endgültig knallte.

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    Kommentare
    • oliver
      Das ist der Tod der Serie, schade eigentlich, war trotz Remake sehr kurzweilig.Ohne Riggs brauchen die nicht weiterdrehen, das schaut sich eh keiner an.Das die das nicht gecheckt haben, dass die beide für die Serie brauchen?!
    • Bond, James Bond
      Wie lautete mein letzter Satz?
    • patrick
      Gib Barr die Schuld .
    • Mr Right
      Glaub ich nicht
    • Bond, James Bond
      Phaaah, Wayans ist eine Pussy. Crawford hat Recht. Und wenn schon der Großteil des Drehteams hinter Crawford stand.Wayans hat wohl vieles dafür getan, dass Crawford ausrastete, wenn man eben mehrere Stimmen vernimmt.Wayans ist eher der austauschbare Darsteller dieser Serie. So talentiert wie ein Mettbrötchen.Und Fox sind auch Pussys, wie der Großteil der Gesellschaft heute (siehe Roseanne). Für Einzelaktionen werden gleich hunderte von Menschen arbeitslos.
    • Joachim M.
      Schöne Sch.....e Lethal Weapon ohne Riggs ist wie Lethal Weapon 5 ohne Gibson Schwachsinn das war es dann
    • kia
      Auch wenn die Sprüche Wayans übertrieben unflätig sind ,sind die von Crawford wesentlich schlimmer ,da persönlich verletzend .
    • greek freak
      Crawford: „Wie fühlt es sich eigentlich an, nur wegen deiner verdammten Brüder im Business zu sein?“Autsch! Kein Wunder,das er gefeuert wurde,der Wayans-Clan ist nämlich ziemlich einflussreich in Hollywood.
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