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    Eine eigene Kategorie für Blockbuster: Academy verkündet große Änderungen bei den Oscars
    Von Tobias Tißen — 08.08.2018 um 19:15
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    Die Einschaltquoten der alljährlichen Oscarverleihung sanken zuletzt immer weiter. Dagegen will die Academy nun etwas tun und hat einige bedeutende Neuerungen angekündigt.

    Academy Of Motion Picture Arts and Sciences

    In den vergangenen vier Jahren begleitete die Oscarverleihung stets eine deprimierende Nachricht: Die Einschaltquoten sind im Vergleich zum Vorjahr schon wieder drastisch gesunken. Diese Entwicklung will die Academy of Motion Picture Arts and Science nun stoppen und so hat sich die Führungsriege unter dem kürzlich wiedergewählten Präsidenten John Bailey (Kameramann, unter anderem bei „Und täglich grüßt das Murmeltier“) einige entscheidende Änderungen überlegt, die dafür sorgen sollen, dass bei der nächsten Verleihung am 24. Februar 2019 wieder mehr Zuschauer live vor dem Fernsehen mitfiebern, wer die Goldjungen am Ende mit nach Hause nimmt. Die drei offiziell beschlossenen Neuerungen gab die Academy nun in einem Brief an ihre Mitglieder bekannt (via Vanity Fair).

    Eine ganz neue Kategorie

    Die wohl bedeutsamste Neuerung ist die Einführung einer komplett neuen Kategorie. In dem Brief der Academy heißt es: „Wir wollen eine neue Kategorie für außerordentliche Leistungen im Bereich des populären Films ins Leben rufen.“ Das heißt also, dass ab 2019 auch Blockbuster geehrt werden, die bisher meist nur in den technischen Kategorien wie Beste visuelle Effekte auftauchten. Die Academy war zuletzt auch dafür kritisiert worden, dass große Filme wie „Deadpool“, „Black Panther“, „Logan“ (der immerhin für das Beste adaptierte Drehbuch nominiert war) oder auch „Wonder Woman“ in den bedeutenden keine wirkliche Chance hätten.

    Dies wird sich mit der Einführung der neuen und damit insgesamt 25. Kategorie nun ändern, womit sich die Verantwortlichen hinter „Mission: Impossible – Fallout“ oder „Avengers: Infinity War“ wohl tatsächlich Hoffnungen auf einen Academy Award abseits der technischen Kategorien machen dürfen. Es ist das erste Mal seit 2001, dass den Oscars eine neue Sparte hinzugefügt wird (damals kam der Beste Animationsfilm hinzu).

    Aber natürlich will die Academy damit nicht nur Blockbustern größere Gewinnchancen einräumen. Vielmehr sollen damit natürlich die vielen Fans der jeweiligen Filme vor die Fernsehbildschirme gelockt werden, vor allem, weil auch die jeweiligen Stars in Los Angeles zugegen sein werden. Bisher gibt es jedoch noch keine weiteren Informationen zu der neuen Kategorie. „Teilnahmebedingungen und andere Details werden bald bekanntgegeben“, heißt es im Brief der Academy.

    Eine deutlich kürzere Show

    Doch das ist nicht die einzige Änderung, die uns bei der nächsten Oscarverleihung erwartet. Als Reaktion auf die Kritik, dass die Übertragung der Verleihung zu lang, zu zäh und zu langweilig sei, wurde nun beschlossen, die Show zu kürzen. Dem Brief zufolge hat sich die Academy dazu bereit erklärt, „eine dreistündige Unterhaltungsshow“ zu produzieren. Zum Vergleich: 2018 dauerte es ziemlich genau vier Stunden, bis „The Shape of Water“ als Bester Film ausgezeichnet und Moderator Jimmy Kimmel die Verleihung für beendet erklärt hatte.

    Natürlich müssen für eine solche Verkürzung der Laufzeit Opfer gebracht werden. Eine traurige Nachricht ist diese Änderung daher für die Nominierten in für die meisten Zuschauer nur wenig interessanten Kategorien wie Bester animierter Kurzfilm oder Beste Kurzdokumentation: In diesen sollen die Preise dann nämlich während der Werbepausen verliehen werden. Den Fernsehzuschauern wird dann später in der Show nur noch ein kurzer Zusammenschnitt der Preisübergaben gezeigt.

    Hinter den Änderungen soll vor allem der ausstrahlende TV-Sender ABC stecken, der sich wie gesagt bessere Quoten erhofft. Pikantes Detail am Rande: ABC ist eine Tochterfirma von Disney und der Mäusekonzern, der in den vergangenen Jahren wenig Interesse an den Oscars außerhalb der Animationssparte zeigte, könnten von einem Preis für populäre Filme profitieren.

    Frühere Ausstrahlung

    Die letzte Neuerung betrifft erst die Oscarverleihung im Jahr 2020. Diese soll nun nicht mehr, wie zuvor angekündigt, am 23. Februar 2020, sondern stattdessen bereits am 9. Februar 2020 abgehalten werden. Dies habe den einfachen Grund, dass das Publikum nach der mehrmonatigen Award Saison, in die zum Beispiel auch die Verleihung der Golden Globes fällt, bereits die Nase voll von solchen Veranstaltungen habe. Das Vorziehen soll dem nun entgegenwirken.

    Der Brief der Academy schließt mit den folgenden Worten: „Wir haben von vielen von euch gehört, dass Verbesserungen nötig sind, um die Oscars und unsere Academy in einer sich weiterentwickelnden Welt relevant zu halten. Wir haben dies sehr ernst genommen. Und wir begeistert über diese ersten Schritte und freuen uns darauf, euch bald mehr Details mitzuteilen.“

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    Kommentare
    • WhiteNightFalcon
      Wenn die kleinen Filme in den Werbepausen abgefrühstückt werden, werden sie von noch weniger Menschen wahrgenommen, was innovativen Filmemachern alles nochmal erschwert.Gut, dass ich schon seit Jahren keine Verleihung mehr schaue, sondern nur das Ergebnis nachlese...
    • HalJordan
      Was für ein Schwachsinn! Anstatt eine neue Kategorie für z. B. die beste Motion-Capture-Arbeit einzuführen, gibt es nun eine für Blockbuster. Das hört sich nach einem verspäteten April-Scherz an.Auf den kleineren Filmen liegt ohnehin nicht das ganz große Spotlight, warum muss man es diesen Filmjuwelen nun noch schwerer machen?Und wie von mehreren Usern bereits angesprochen wurde, liegt das schlicht und ergreifend an der mangelnden Qualität des Blockbuster-Kinos.
    • Der_Neue
      Wegen sinkenden Einschaltquoten? Ich dachte beim Oscar geht es um die Qualität des Films...
    • Deliah C. Darhk
      Wer Einfluss nimmt, tut dies im Rahmen seiner Möglichkeiten immer zur Wahrung znd Förderung seiner Eigeninteressen.Jetzt darfst Du raten auf wessen Kosten und zu wessen Vorteil diese bei Disney ausfallen.
    • J.R.
      Sehe ich sehr skeptisch. Blockbuster hätten hier noch weniger Chancen nominiert zu werden. Stattdessen wären hier fast nur Filme vertreten, bei denen 2 oder mehr Darsteller ohnehin schon bei den Darstellerkategorien nominiert wären. Bei den Screen Actors Guild Awards gibt es diese Auszeichnung und dort werden zumeist die Filme nominiert, die in anderen Kategorien schon nominiert wurden. In diesem Jahr waren dies: Three Billboards, Get Out, Ladybird, Big Sick und Mudbound.Es werden jedes Jahr schon 20 Darsteller nominiert, da braucht man keine Kategorie in der noch 50 weitere nominiert werden. Dann wär irgendwann jeder, der eine kleine Rolle in einem tollen Ensemble gespielt hat plötzlich ein Oscarpreisträger. Dies würde dem Preis den Wert nehmen.
    • J.R.
      Wenn du behauptest dass Filme nominiert werden sollen, die große Gewinne am BoxOffice erzielen, schließt dies Transformers mit ein, denn diese Filme sind immer enorm erfolgreich. Warum sollte Avengers aufgrund seiner Einnahmen nominiert werden und Transformers (durchschnittlich haben diese Filme mehr eingespielt als die MCU-Filme) nicht. Wenn das Ergebnis am BoxOffice ein Kriterium ist gehören diese Filme zu den Kandidaten, ebenso wie Shades of Grey, Jurassic World oder Twillight. Was hast du zuvor noch geschrieben: die Filme können nicht schlecht gewesen sein. Die haben viel eingespielt.Eine spezielle Kategorie für diese Darsteller lehne ich ab. Es gibt schon 4 Darstellerkategorien. Das muss reichen. Vielleicht könnte man anstelle von 5 jedes Jahr 6 pro Kategorie nominieren, denn immerhin hat man hier eine sehr starke Konkurrenz. Andy Serkis Leistung war wie gesagt gut, aber wen würdest du an seiner Stelle rausnehmen? Es geht schließlich um einzelne Leistungen, und wenn man sagt der sollte nominiert werden, sollte man auch sagen wer für ihn rausfliegen sollte.Die Nebenkategorien gehören einfach zu den Oscars dazu. Woanders werden solche Leute kaum gewürdigt. Rausnehmen oder verschieben würde ich keine dieser Kategorien. Was haben eigentlich alle gegen die Kategorien Ton und Tonschnitt?
    • J.R.
      Noch ein Nachtrag:Gleichzeitig zu der geringen Risikobereitschaft wollen die Studios Franchises. Bei nahezu jedem Film muss es die Möglichkeit einer Fortsetzung geben. Für sich allein stehende Blockbuster gibt es dadurch ebenfalls seltener.
    • J.R.
      Und dennoch hat Avengers 2 über eine Milliarde eingespielt. Diese Filme sind schon lange kein Risiko mehr. Das heißt nicht dass es bei diesen Filmen nicht auch mal zu Flops kommen kann, aber das Risiko ist einfach sehr gering.Es geht aber eher darum dass die Studios heute weniger bereit sind große Risiken einzugehen. Alles muss am besten PG13 und mit Action vollgepackt sein. Am besten noch ne Lovestory und eine Story die so einfach zu verstehen ist wie möglich. Das führt zu austauschbaren Fließbandproduktionen. Ausnahmen gibt es natürlich immer noch (The Dark Knight, Mad Max, The Revenant), aber die sind enorm selten.
    • jojo
      And the Oscar for The Best Movie goes to:Hier CGI M uell einsetzenDas klingt irgendwie falsch!
    • jojo
      Ich habe nen Tipp. Alle Kategorien streichen und dafür nur die eine Kategorie BESTER DISNEYFILM einführen.
    • das
      Wie wollen wir diese neue Zeit nennen? Idiocycratie?
    • das
      Gib zu, Du tust nur so. Du bist Realsatire.
    • jojo
      Was ist ein Artehaus Film? Du scheinst jemand zu sein, der sehr viel ARTEhaus-Filme schaut :-)
    • das
      Der Oscar ist in Zukunft ein Preis für Dich. Jeder Zuschauer bekommt die Filme, die er verdient.
    • disneyfan5000
      So eine Kategorie würde ich nicht nur auf Superheldenfilme reduzieren. Wer würde denn sagen das das Ensemble von Three Billboards nicht genauso gut war.
    • disneyfan5000
      Ich habe nie behauptet das an speziell Transformers irgendetwas preiswürdiges wäre. Zu Andy Serkis: Ich finde durchaus das er irgendwann auch mal eine Nominierung als bester Darsteller verdient hätte. Denn nur durch seine Leistung werden Figuren wie Cesar oder Gollum lebendig. Wie wäre es denn mit einer speziellen Kategorie für solche Darsteller? Die Akademie muss mehr mit der Zeit gehen. Ich wäre ja dafür die Oscars für Dokus, Kurzfilme und Kategorien wie Ton oder Tonschnitt in einer Extrashow zu vergeben. Wie sie es schon mit den Technikoscars getan haben.
    • Darklight ..
      Das fände ich eine hervorragende Idee.Damit würde man Filmen wie Herr der Ringe oder den großen Superheldentreffen gerecht werden können. Denn Cumberbatch, Downey Jr, MacKellen und andere spielen ja oft auf OSCAR Niveau...
    • disneyfan5000
      Der Erfolg der Avengersfilme ist nicht selbstverständlich. So hat z. Bsp. der zweite Avengersfilm deutlich weniger eingenommen als der Vorgänger. Selbst Star Warsfilme sind nicht einfach sichere Kinohits. Siehe Solo: A Star Wars Story. Die Macher der Avengersfilme müssen schon Qualität abliefern. Sonst werden es keine 2 Milliarden Dollar.
    • disneyfan5000
      Wer sagt denn, das es schlechter Einfluss ist? Außerdem ist der Deal mit Fox noch nicht durch. Zwar haben sie den Bieterwettbewerb gegen Comcast gewonnen, allerdings müssen die Kartellbehörden dem Deal noch zustimmen. Und ob das einfach so durchgeht, wage ich zu bezweifeln. Sollte es doch durchgehen, so hoffe ich das Disney es zulässt, das Fox Searchlight bleibt und das das Alien und der Predator nicht plötzlich in Disneyparks auftauchen.
    • Deliah C. Darhk
      Ein gebildeter Mensch sollte allerdings nicht ganz so polarisierend denken und in Beteacht ziehen, dass Arthouse zu sehen das Interesse am Böockbuster nicht ausschliesst, sowie Blockbuster-Konsum dass Interesse an Arthouse nicht zwingend negiert. ^^Soll auch gebildete Menschen geben, die hin und wieder mal im Kino mit Popcorn und Kawumm von einem sehr anspruchsvollen Arbeitstag abschalten wollen...
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