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    Ich kann "Rogue One: A Star Wars Story" leider nicht besonders leiden
    Von Tobias Mayer — 07.06.2020 um 16:00
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    Viele Fans mögen „Rogue One: A Star Wars Story“ am liebsten, was die neuen Filme angeht – ich mag nur den Anfang und das Finale.

    Lucasfilm Ltd. / Jonathan Olley

    +++ Meinung +++

    Das Spin-off „Rogue One: A Star Wars Story“ beginnt mit einer dramatischen Entführung: Der imperiale Orson Krennic (Ben Mendelsohn) zwingt den Wissenschaftler Galen Erso (Mads Mikkelsen), an einer Massenvernichtungswaffe zu arbeiten. Ich mag diesen Einstieg, in dem Mendelsohn und Mikkelsen mit wenigen Worten und Blicken von einer Freundschaft erzählen, die eine brutale Wende nimmt.

    Ich mag auch das letzte Drittel von „Rogue One“: Eine kleine Gruppe Rebellen kämpft unter Zeitdruck gegen das übermächtige Imperium und die verdammte Technik, um Dateien ins Weltall zu übertragen, von denen das Schicksal der Rebellion abhängt. „Star Wars“ war nie mitreißender – nur leider war es auch nie öder als im Mittelteil des Spin-offs.

    Überraschend langweilig

    Bis die Rebellen sich auf dem Tropenplaneten Scarif mit dem Mut der Verzweiflung ins große Gefecht gegen das Imperium werfen, muss erstmal das Team zusammengetrommelt werden und sich in ersten Einsätzen bewähren. Das mag als Idee interessant klingen, nach einem klassischen „Männer (und eine Frau) auf Mission“-Abenteuer. Aber im Film werden dann nur Stationen abgeklappert.

    Man merkt der Dramaturgie von „Rogue One“ deutlich an, dass sie als Hinführung aufs dramatische letzte Drittel hin konstruiert wurde (oder vielleicht war das letzte Drittel der einzige Teil, der in den umfangreichen Nachdrehs gerettet werden konnte). Schwung und spürbare Gefahr jedenfalls kommen erst auf, als das kleine Rebellen-Team abgeschnitten von den anderen auf Scarif kämpft – aber da sind halt schon ca. anderthalb Stunden des Films rum.

    Es hilft nicht, dass das Rebellen-Team um Jyn Erso (Felicity Jones) aus sechs Personen besteht (den Droiden K-2SO mitgezählt), die alle erst eingeführt werden müssen. Zwar finde ich wirklich jedes der Mitglieder für sich genommen interessant, allen voran den desillusionierten Rebellenspion Cassian Andor, dessen tragische Geschichte Diego Luna mit wenigen Blicken perfekt zum Ausdruck bringt.

    Doch die potentiell spannenden Dynamiken zwischen den Rebellen bleiben völlig unterbelichtet. Es wirkt, als liefen die sechs Rebellen eher so nebeneinander her, als dass sie wirklich miteinander agieren würden.

    „Rogue One“ ist der erste Film einer „Star Wars“ betitelten Reihe, der als Kriegsfilm gilt. Aber weder ist er über weite Strecken wirklich spannend, noch wird der Krieg in seinen moralischen Schattierungen dargestellt.

    Pseudo-Kriegsfilm

    „Rogue One“ ist nur dem Gebaren nach ein Kriegsfilm: Er spielt unter Soldaten und wann immer gekämpft wird, wackelt die Kamera in bester „Der Soldat James Ryan“-Tradition. Gut und Böse aber sind dennoch sauber getrennt, weil alle Grautöne maximal angedeutet werden:

    Jyn Erso ist eine Kriminelle, der die Rebellion am Arsch vorbeigeht? Nun ja. Tatsächlich werden ihre beachtlichen Vorstrafen nur kurz vorgelesen, anstatt dass wir etwas davon sehen würden. Und es dauert nicht lange, bis sie ihre große „Wir Rebellen schaffen das“-Rede hält.

    Die Rebellen haben einen extremistischen Arm, der brutale Methoden anwendet und zeigt, dass es auch böse Leute auf Seiten der Guten gibt? Nun ja. Wir sehen zwar, wie Bodhi Rook (Riz Ahmed) von ihnen gefoltert wird, aber damit hat es sich dann auch. In der großen Schlacht auf dem Tropenplaneten spielen die Terror-Rebellen keine Rolle.

    Ohne Frage ist „Rogue One“ derjenige unter den neuen „Star Wars“-Filmen seit „Star Wars 7: Das Erwachen der Macht“ (2015), der sich stilistisch und das Ensemble betreffend am deutlichsten von allen anderen Teilen unterscheidet. Vielleicht ist das der Grund, warum er auf IMDb und Rotten Tomatoes zu den beliebtesten der neuen Filme gehört, denen ja oft vorgeworfen wird, zu viel Bekanntes zu zeigen.

    Doch weder halte ich Andersartigkeit für ein Qualitätsmerkmal an sich, noch kann ich erkennen, dass „Rogue One“ den eigenen Ambitionen wirklich gerecht werden würde.

    „Rogue One: A Star Wars Story“ lief am 7. Juni ab 20:15 Uhr auf ProSieben.

    Ohne Werbeunterbrechungen könnt ihr ihn auf Disney+ schauen (es gibt ein kostenloses, sieben Tage langes Testabo*).

    Oder ihr besorgt euch bei z. B. Amazon die DVD bzw. Blu-ray*.

    Webedia / Sebastian Gerdshikow
     

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    Kommentare
    • vaughnmac
      @Tobias Mayer Star Wars 8? Das ist quasi die gleiche Unverschämtheit wie die 8. Game of Thrones Staffel. OMG. Jeder darf seine Meinung haben, wie z.B. auch die Verschwörungstheoretiker.
    • vaughnmac
      und deins? Er hat eben eine andere Meinung.
    • Deliah C. Darhk
      Miau ....😀
    • Deliah C. Darhk
      Saw, das Reaktormodul ist der Schlüssel. An diesem Ort habe ich meine Falle platziert ... Ein Treffer an beliebiger Stelle wird die gesamte Station vernichten ...Ihr braucht die Pläne, die Baupläne des Todessterns, um den Reaktor zu finden.Ich weiß, es gibt ein Datenarchiv ...Jede druckvolle Explosion am Reaktormodul wird eine Kettenreaktion auslösen, die zur Zerstörung der Station führt.
    • WhiteNightFalcon
      Katzen haben auch ne sanfte Natur.... bis sie die Krallen zeigen. 😉
    • Bruce Wayne
      Scheint eine große Zeitverschwendung zu sein, da die Chance auf eine Antwort vom Autor eher unwahrscheinlich ist, und der Inhalt des Artikels dich nicht zu interessieren scheint.
    • Bond, James Bond
      Ach so, als er ihn lächerlich macht. Ok. Musste nicht sein, störte mich nicht, weil es vorher noch keine bedrohliche Sequenz gab, wo dies eben gestört hätte ;-)
    • Bond, James Bond
      Diese Meinungsartikel sind aber wirklich nur Provokation und Clickbaits.
    • Mordru
      Die Rebellen haben die Schwachstelle ja auch gefunden, wie lange hatten die die Pläne?Und welche gezielten Angaben hatten sie?
    • terraforma
      Ein guter Anfang UND ein gutes Ende? Damit issa ja 3 anderen neuen SW-Titeln überlegen
    • Deliah C. Darhk
      Entsprechend meiner sanften Natur ... ;D
    • Rockatansky
      Ich fand schon, dass es dem Grundton des ersten Guardians-Film entsprach. Tatsächlich konnte ich auch etwas drüber schmunzeln, auch wenn es doch ziemlich gaga war. Aber da darf man ruhig geteilter Meinung sein. Der Mutterwitz kommt während des Telefonanrufs (auch so 'ne Sache🙄) den Poe zu Beginn bei EP8 bei Gen. Hux tätigt.
    • DARTH_WERDER
      Andere Meinungen zu akzeptieren ist nicht so deins oder?
    • Bond, James Bond
      Es macht aber die Spannung im Klimax zunichte. Egal wie albern man ist, in dieser Situation unpassend.Mutterwitz? Anscheinend hat es mich weniger gestört, fällt mir nicht ein.
    • Bond, James Bond
      Und Netflix und Amazon.
    • Bond, James Bond
      Da sieht man die extrem verschiedenen Meinungen und Geschmäcker. Solo finde ich ok, aber nach Rogue One und auch der Trilogie nicht wirklich spannend.
    • hunter_x
      Der Film hat genau das selbe Problem wie die neue Trilogie, ist einfach nichts was besonders lange im Gedächtnis hängen bleibt. Er hat einiges an Potential, aber leider konnte mich nur das Finale überzeugen. Alles was dazwischen passiert plätschert leider ziemlich belanglos vor sich hin, und die Figuren und deren Schicksal waren mir vollkommen egal, was für mich auch das größte Manko des Films ist. Besseres Drehbuch + interessante Figuren, und der Film hätte wirklich gut werden können.
    • Maik
      Oje, wollte den Artikel als ich Tobias Mayer gelesen habe erst gar nicht lesen. Hab es aber trotzdem getan. Jetzt muss ich sagen das Herr Mayer lieber nicht mehr über SW schreiben sollte. Das dieser Autor über das SW-Universum überhaupt keinen Peil hat ist diesem Artikel mal wieder mehr als deutlich anzusehen. RogueOne ist sogar einer der besten Filme überhaupt im SW-Universum da er es wie kein anderer versteht den Charm der alten Filmreihe einzufangen und prima mit modernen CGI-Effeckten zu kombinieren.
    • Kurt_Sloane
      Typisch FS...diesen Tobias Meyer solltet ihr in Zukunft keine Artikel mehr Schreiben lassen.Den kann man ja nicht mehr ernst nehmen. 🤦‍♂️Man muss SWRO nicht mögen weil er kein typischer SW-Film ist. Wenn man aber bedenkt was dieser Herr Meyer über SW 8 geschrieben hat, kann man nur noch lachen. 😂Davon abgesehen ist Rogue One der mit großen Abstand beste Star Wars Teil der neuen Verfilmungen.
    • WhiteNightFalcon
      Wenn man mal durchschaut hat, dass Filmstarts ein Hofnarr in Disneys Märchenschloss ist, kann man drüber lachen.
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