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    Netflix-Hit "365 Days": Darum sehen die Sexszenen so echt aus
    Von Jan Felix Wuttig — 15.06.2020 um 09:20
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    Der Erotik-Thriller „365 Days“ (Originaltitel: „365 dni“) ist wohl nicht zuletzt dank recht freizügiger Sexszenen ein Netflix-Hit. Kameramann Bartek Cierlica verriet nun, wie beim Dreh durch Kameraführung und Set-Atmosphäre die Erotik kreiert wurde.

    Netflix

    „Ist das echt?“ Diese Frage dürften sich viele Zuschauer beim Anschauen der Sexszenen im Erotik-Thriller „365 Days“ (im Original: „365 dni“) gestellt haben, der momentan einer der beliebtesten Filme im deutschen Netflix-Angebot ist.

    Die Geschichte um die junge Laura (Anna Maria Sieklucka) und den von ihr besessenen Mafiaboss Massimo (Michele Morrone) wartet mit erstaunlicher Freizügigkeit auf – wie bereits berichtet, entsteht die Authentizität der Szenen aber nicht durch echten Sex, sondern ist eine Frage der Inszenierung. Dazu äußerte sich nun einer, der es wissen muss:

    Kameramann Bartek Cierlica erklärte jetzt im Interview, wie man die Sexszenen in „365 Days“ so authentisch hinbekam – was offenbar viel mit der Atmosphäre am Set zu tun hatte.

    "365 dni": An der Grenze zur Pornografie

    „Wir wollten die Kamera [für die Darsteller] so unsichtbar wie möglich machen und sie einfach spielen lassen, daher waren viele Einstellungen sehr, sehr lang“, verriet Cierlica gegenüber Variety. „Wir schufen für die Schauspieler größtmögliche Intimität am Set und reduzierten die Crew auf ein absolutes Minimum.“

    „Durch die Handkamera konnte ich ihren Bewegungen genau folgen [...]“, fährt er fort. „Wir wollten es authentisch haben – wir wollten, dass der Zuschauer ihr Flüstern und die schwere Atmung hört. Wir wollten den Schweiß und die Leidenschaft zeigen. Natürlich und authentisch sein, aber nicht die Grenze zur Pornografie überschreiten.“

    Kameramann bewegte sich "auf dünnem Eis"

    Cierlica zufolge wurden die mitunter delikaten Dreharbeiten noch dadurch erschwert, dass es sich bei „365 Days“ um eine Buch-Adaption handelte.

    Wir wollten einerseits keinen Porno machen, uns anderseits aber an die Buchvorlage halten, die eben diese ganzen sehr intimen und leidenschaftlichen Sex-Beschreibungen hat. Da bewegte ich mich als Kameramann auf dünnem Eis. Einer Geschichte [im Film] Leben einzuhauchen, die Menschen bereits kennen, ist immer eine Herausforderung. [Die Frage war also,] wie wir den Film in den Grenzen meiner Ästhetik und des guten Geschmacks verführerisch und erotisch umsetzen.“

     

    Gemessen am großen Erfolg des Thrillers auf Netflix scheint das Konzept der „365 Days“-Macher allerdings voll aufgegangen zu sein – und könnte in Zukunft noch weitere Male zum Einsatz kommen: Da „365 Days“ auf dem ersten Teil einer Roman-Trilogie basiert, ist eine Fortsetzung des Films bei seiner gegenwärtigen Beliebtheit vermutlich nur eine Frage der Zeit.

    Buch-Vorlage zum Netflix-Hit "365 Days": Kann man jetzt schon jetzt lesen, wie's weitergeht?

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    Kommentare
    • Gold Kreis
      die vielen leute wollten diese szenen sehen, daher warscheinlich der erfolg. se x sells!
    • F. Bates
      Der Erotik-Thriller „365 Days“Korrektur: Das Rape-without-Revenge-Movie
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