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Leo777
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5,0
Veröffentlicht am 4. Juni 2026
Der Film ist überraschend gut! Trotzt der komplexen Thematik macht er Spaß anzusehen und hat mich und meine Kumpels viel zum lachen gebracht. Besonders die vielen Details in der umgedrehten Welt, in der die Männer so dargestellt werden wie man es sonst bei Frauen sieht. Dinge die einem sonst im Alltag gar nicht auffallen, weil es so normalisiert ist Frauen zu seksualisieren. Echte Männer wissen ihre Frauen zu schätzen und können über den Patriarchie-Wahnsinn der uns allen das Leben schwerer macht lachen. Und über die, die Männer in „Ladies First“ als übertrieben und zu klischeehaft empfinden: wenn Frauen klischeehaft dargestellt werden, sollen sie sich nicht so haben und „es ist nur ein Film“ aber wenn andersrum Männer klischeehaft dargstellt werden, kriegen sich die Männer nicht mehr ein. Eigentlich ein perfektes Beispiel für den Film, Mal abgesehen davon, dass viele der bedienten Klischees stimmen. Aber das weiß man nur, wenn man sich mal länger als 10 Minuten mit einer Frau unterhalten hat.
Überraschend gut Ich war zunächst skeptisch, als wir uns für diesen Film entschieden haben. Viele Werke, die sich mit Feminismus beschäftigen, neigen dazu, sehr einseitig zu sein und ist selten wirklich lustig. Umso positiver hat mich dieser Film überrascht. Er schafft es, beide Geschlechter mit einem Augenzwinkern aufs Korn zu nehmen, ohne dabei belehrend zu wirken. Stattdessen setzt er auf Leichtigkeit und Selbstironie. Der hervorragend besetzte Cast trägt maßgeblich dazu bei: Die Schauspieler wirken sichtlich gut gelaunt und verleihen dem Film eine angenehme Dynamik. In seiner Atmosphäre und seinem Vibe erinnert mich der Film stellenweise an „Was Frauen wollen“. Natürlich sollte man hier kein tiefgründiges Meisterwerk über Feminismus erwarten. Wer jedoch auf der Suche nach einem unterhaltsamen, gut gemachten Film ist, wird hier definitiv fündig.
Meiner Meinung nach zeichnet „First Ladies First“ ein sehr einseitiges und überzogenes Bild von gesellschaftlichen und geschlechtlichen Themen. Der Film wirkt stark ideologisch geprägt und stellt Männer häufig in einer Weise dar, die ich als pauschalisierend und negativ empfinde. Dadurch entsteht weniger der Eindruck einer differenzierten Gesellschaftskritik als vielmehr einer Gegenüberstellung von „gut“ und „schlecht“.
Besonders störend fand ich, dass viele Figuren wie Karikaturen wirken und kaum realitätsnah dargestellt werden. Unterschiedliche Lebensweisen und gesellschaftliche Gruppen werden auf stereotype Eigenschaften reduziert, wodurch die Charaktere an Glaubwürdigkeit verlieren. Auch als Frau konnte ich mich mit dieser Sichtweise nicht identifizieren, da sie für mich wenig mit der Realität zu tun hat.
Hinzu kommt, dass der Film als Komödie beworben wird, ich jedoch kaum humorvolle oder wirklich unterhaltsame Momente erkennen konnte. Stattdessen wirkte vieles belehrend, überzeichnet und teilweise herablassend gegenüber Menschen mit anderen Ansichten.
Insgesamt hinterließ der Film bei mir den Eindruck eines stark ideologisch gefärbten Werks, das eher spaltet als zum Nachdenken anregt. Wer eine ausgewogene, differenzierte oder humorvolle Auseinandersetzung mit dem Thema erwartet, könnte enttäuscht werden.spoiler: spoiler: spoiler: