Stromberg – Wieder alles wie immer: mehr Enttäuschung als Comedy.
Sowohl durch den Kultstatus der Serie, als auch durch den äußerst gelungen ersten Film der Reihe waren die Erwartungen an einen Nachfolger, nicht zuletzt aufgrund der großen Zeitspanne, der Fans, zu denen auch ich mich zähle, groß. Ein Wiedersehen der Protagonisten? Klingt gut. Doch was die Macher aus diesem Konzept gemacht haben ist mehr als nur verpasste Gelegenheiten und schlecht verpackte Gesellschaftskritik, welche eher nervig, als unterhaltsam aufschlug.
Zunächst muss festgehalten werden, dass die Schauspieler erstklassig abgeliefert haben. Trotz dass man einigen ihr Alter seit dem letzten Film im Jahre 2014 deutlich ansieht, war es so, als wären die Figuren nicht 11 Jahre lang verschwunden gewesen. Schaut man auf die Rolle des Ernies, so hat dieser sich genauso benommen, wie man es von ihm erwarten würde und doch bricht Ernie durch seinen Lebenswandel mit dem alten Ernie - auf einer glaubhaften Ebene. Hier ist zwar die Darstellung gelungen, jedoch fügt sich diese kaum in die Handlung des Filmes ein. Doch was ist eigentlich die Handlung des Filmes?
Die Handlung des Filmes ist der größte Kritikpunkt. Wer geglaubt hätte, Stromberg und Anhang wieder in einer Büroumgebung der Moderne wiederzutreffen, mit all ihren Herausforderungen 11 Jahre später und der Gelegenheit, Gesellschaftskritik komödiantisch mit dem Hang zum Fremdscham zu verpacken, wie es einst Serie und der erste Film unvergleichlich taten, wird enttäuscht werden.
Ja, es gibt eine Bürowelt. Und ja, es gibt ein Auftreten einiger der alten Figuren. Allerdings beschränkt sich deren Auftritt teilweise auf einen wenige Sekunden dauernden Auftritt auf Social Media im Film. Andere wichtige Charaktere fehlen komplett. Stattdessen werden neue Figuren hinzugefügt, was grundsätzlich nicht schlecht ist, jedoch wirken diese miserabel integriert und sind der Handlung nur bedingt dienlich. Wo wir wieder bei der Handlung angelangt wären.
Die angesprochene Bürowelt hat wenig mit der Capitol zu tun - und gemein. Nun hatte der Film ein großes Wiedersehen in einer Art Talkshow angekündigt und nicht in einem Büro - in Ordnung, wenn man sich darauf einlassen soll als Zuschauer, dann stellt sich doch die Frage, warum bekommt man dann auch nicht genau das zu sehen, wenn es schon kein neues altes Chaos in einer Bürowelt gibt?
Stattdessen spielt der Film an vielen wechselnden Lokationen, was grundsätzlich auch nicht schlecht ist, doch keine vermittelt glaubhaft, für diesen Film relevant zu sein. Viel schlimmer noch: alte, wirklich kultige Lokationen, wie . die der Capitol und die der Brücke werden in den Film gezwängt, die Handlungen finden dort kurzweilig statt UND haben mit Comedy nicht viel gemein.
Hier wurden schöne Erinnerungen durch wenig glaubhafte Erzählstränge regelrecht zerstört. Der Film hat offenbar nicht den Anspruch komödiantisch, sondern ernst zu sein. Ein Bruch, auf den offenbar auch der Rest der Zuschauerschaft nicht vorbereitet war. Aus erster Hand kann ich den Vergleich ziehen: beim ersten Film im Kino gab es neben viel Gelächter am Ende des Filmes Standing Ovation mit viel Beifall. Während des neuen Filmes überwiegend betretenes Schweigen und ein stilles Verlassen des Saales am Ende. Vielleicht war auch genau das beabsichtigt durch die Erzählung des Filmes, jedoch ist es nicht das, was die Fans erwartet und ganz offensichtlich gewollt haben. Es gab Szenen, in denen gelacht wurde. Ohne diese wäre der Film nicht zu ertragen gewesen, mit diesen Szenen war es bloß eine herbe Enttäuschung. Schulisch betrachtet könnte man sagen: Thema verfehlt. Und cineastisch Publikum verfehlt.
So schön es war, die Figuren noch einmal zu sehen, so sehr hätte ich drauf verzichten wollen, den Film zu sehen. 1/5 Sternen, schaut ihn euch nicht an.