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Anti-Atom-Bündnis
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Veröffentlicht am 12. Juni 2025
Es ist klar, dass man sich bei Abschlussarbeiten an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF nicht unbedingt große Produktionen leisten kann. So scheint das Konzept der beiden Regisseure logisch zu sein, in einer „Low Budget“ Produktion einfach Leute zu Wort kommen zu lassen, die in ihrem Leben schon viel mit dem Thema Atomkraft zu tun hatten. Ja, natürlich schafft man es damit, grundsätzlich entgegengesetzte Sichtweisen in der Gesellschaft und über Ländergrenzen hinweg beobachtend zu dokumentieren.

Aber hilft das? Hilft das meiner eigenen Meinungsfindung als Zuschauer oder der in der Gesellschaft? Und inwieweit können dabei Filmemacher zum Handlanger von Interessengruppen werden? Oder sind Sie der Meinung, dass die beiden Filmemacher das doch nicht wollten, denn sie haben doch nur beobachtend dokumentiert und haben ausgewogen Alte und Junge sowie Befürworter und Gegner zu Wort kommen lassen? Und doch haben sie es geschafft, dem Zuschauer zu suggerieren, dass der deutsche Atomausstieg wohl ein Fehler war. Der Verein der Lobbyisten der Atomkraft Nuklearia hat jedenfalls des Pudels Kern schnell entdeckt und deshalb diesen Film in seine transmediale Strategie aufgenommen („Kernkraft Anschalt Kampagne 2025“).

Schade, dass man sich nicht auch noch an andere Orte aufgemacht hat, vielleicht zu einem der gescheiterten Endlager in Deutschland, . „Asse“, oder nach Baden-Württemberg, in dem ein jahrelanger Streit um die Entsorgung von spezifisch freigemessenen Abfällen aus dem Rückbau von kerntechnischen Anlagen geführt worden ist. Schade auch, dass die Filmemacher sich nicht dem Thema der Urangewinnung zugewandt hatten, schließlich gibt es ja in Sachsen ein „strahlendes Erbe“ der Wismut AG zu sehen. Aber die heute in Europa auf Atomenergie bauen, betrachten nicht die internationalen Umweltfolgen des Uranbergbaus. Und auch die Unwirtschaftlichkeit von Kernenergie war kein Thema. „Warum diskutieren wir überhaupt noch über die Kernenergie und krempeln nicht die Ärmel hoch?“, das fragte Prof. Dr. Volker Quaschning (HTW Berlin) in dem Film.

Doch dazu schweigt der Film – eben doch nur eine „Low Budget“ Produktion.
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