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Brodie1979 ..
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3,5
Veröffentlicht am 18. September 2025
Die Grundsituation ist sehr überschaubar: drei Menschen (plus eine später dazukommende Person) hocken in einem Haus (sowie später ein wenig am Strand) und arbeiten die Vergangenheit auf. Das wirkt allerdings hochgradig lebensnah und auf gelungene Weise unangenehm. Der von Johannes Nussbaum gespielte Luca ist dabei eine extrem anstrengende und unangenehme Person, die einem sehr viel Geduld abverlangt. Der Film transportiert das Gefühl einer unangenehmen Situation über seine gesamte Lauflänge, worauf man sich natürlich einlassen muß. Aber es lohnt sich, weil man hier plausible und echte Momente bekommt,
Fazit: Auf überschaubarem Setting baut der Film ein anstrengendes und oftmals unangenehme Drama auf, dass durchweg wie aus dem echten Leben gegriffen wirkt,
Ich habe den Film in einer Sneak-Vorpremiere gesehen. Ein typisch deutscher Film, der Anspruch haben will, dann aber bei flachen Stereotypen bleibt. Das einzige was der Film wirklich gut kann (vielleicht auch will) ist provozieren. Denn die drei Hauptcharaktere sind so unsympathisch wie möglich konstruiert, man hat:spoiler:
- Die Linksextreme Berlinerin, Unterstützerin von Klimaklebern und überfordert mit Lebensrealitäten außerhalb der eigenen
- Das Landei, welches sich aus einer anfänglich humoristischen Rechtsneigung zum rechtsextremistischen Parteisoldaten entwickelt hat und mit "toxischer Männlichkeit" glänzt
- Das Sinnbild des modernen "Beta"-Mannes der nach Berlin zieht, sich für eine Frau verbiegt und ihr zwanghaft gefallen will, sogar wenn sie gegen seinen Willen eine offene Beziehung fordert
Dabei bleiben die Charakter aber einfach nur stereotypisch und flach, es werden im Verlauf der Handlung auf Zwang Konflikte konstruiert die in dieser Form wohl nur selten real passieren würden. spoiler: Gut porträtiert ist die Zwickmühle in der sich der Neuberliner befindet, als er die enge Verbundenheit zu seinem alten Kollegen aufflammen lässt, die aber im Widerspruch zu seiner neu für seine Freundin angenommen Identität steht.
Insgesamt hat mich der Film geärgert, weil man hier aus der Grundidee wirklich etwas schönes hätte machen können. Leider macht man es sich sehr einfach und bleibt an der Oberfläche. Durch die mäßig umfangreiche Handlung zieht sich der Film auch extrem.