Ursula (Clara Schwinning), eine Kellnerin aus dem Osten Deutschlands, und Neda (Maral Keshavarz), eine iranische YouTuberin, teilen das Gefühl, in ihrem Leben festzustecken. Die eine trägt ein gebrochenes Herz, die andere einen Gipsarm – beide sind einsam, beide auf der Suche nach etwas, das fehlt. An einem warmen Sommerabend trifft Ursula auf einen Musiker, der ihr vertraut und doch unerreichbar erscheint. Zur selben Zeit begegnet Neda einem Straßenkehrer, den sie für einen alten Bekannten aus Teheran hält. Beide Begegnungen werfen Fragen auf und lassen längst vergessene Hoffnungen neu aufleben. Durch eine Reihe skurriler Zufälle kreuzen sich ihre Wege. Was mit einer flüchtigen Bekanntschaft beginnt, wird zur gemeinsamen Reise. Die Spur führt in die Berge – und zu etwas, das niemand erwartet: eine Spurensuche zwischen Wirklichkeit und Vorstellung, bei der die beiden Frauen mehr über sich selbst erfahren als über die Geister, die sie zu finden glauben.
Der Ton ist schnell gesetzt: Bereits im Vorspann besingt Schlager-Chanteuse Bianca Graf in „Die schönsten Rosen blüh’n in Sangerhausen“ die sachsen-anhaltische Kleinstadt in Grenznähe zu Thüringen. Die abrupt einsetzende Handlung lässt den Schlager-Kitsch direkt auf mausgraue Realität prallen. Trotzdem rollt „Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes“-Regisseur Julian Radlmaier kein Sozialdrama im eigentlichen Sinne auf. Probleme wie Arbeitslosigkeit und vor allem Rassismus schwappen zwar immer mal wieder in Form von Radiostimmen oder bösartigen Bemerkungen von Einwohner*innen in die Handlung, aber erzählt wird vor allem davon, welche nahezu utopisch anmutenden Wunder passieren können …… wenn man nur aufeinander zugeht und miteinander redet: So findet im Laufe von „Sehnsucht in Sangerhausen“, der seine Weltpremiere im Wettbewerb des Filmfests in Locarno gefeiert hat, ein Grüppchen Außenseit