Bobby - Sie alle hatten einen Traum
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3,5
Veröffentlicht am 13. März 2026
Ich denke, dass wir hier in Deutschland den Riesen-Hype um die Figur des Robert F. Kennedy und seine Vision nicht so richtig nachvollziehen können, für die Amerikaner symbolisiert er immer noch einen möglichen Ausweg aus der Misere des der späten 1960er Jahre, als das Land von zahlreichen Problemen – allen voran die Rassenfrage und der Vietnamkrieg – gebeutelt war. Robert F. Kennedy hätte die Wende bringen können... natürlich weiß niemand, was er von seinen Wahlversprechen am Ende wirklich eingelöst hätte und ob er wirklich den Krieg in Vietnam beendet hätte, oder, oder, oder... Aber so bleibt er eben die mythische Person, die für viele Amerikaner auch heute noch als Symbol für Veränderung und Neuanfang steht. Naja, vielleicht bräuchten die USA gerade in den heutigen, düsteren Zeiten mal wieder so einen Mann mit einer solchen Vision anstatt eines selbstgefälligen, größenwahnsinnigen Autokraten.

Wie auch immer, in diesem Film geht es um 22 Personen (in Worten: zweiundzwanzig!), die am Tag von Bobby Kennedys Ermordung auf die eine oder andere Weise mit diesem Ereignis verbunden sind. Die schiere Anzahl der agierenden Personen macht es da natürlich völlig unmöglich, dass wir tiefere Charaktereinblicke bekommen, gerade zu Beginn ist die Flut an Namen ziemlich überwältigend. Auch können wir uns keiner der Personen so richtig verbunden fühlen, zu schnell wird zwischen den verschiedenen Szenerien hin und hergewechselt. Dennoch erzeugt das fast zweistündige Drama einen gewissen Sog, dem man sich nicht so einfach entziehen kann. Das ist aber weniger ein Verdienst des etwas zerfaserten Drehbuchs als vielmehr des ganz erstaunlichen Schauspielerensembles, dass uns Regisseur Emilio Estevez hier präsentiert.

Denn auf der Plotebene passiert nicht wirklich viel. Die einen haben Ehestress, der andere betrügt seine Frau, die nächsten haben Rassismusthemen, wieder andere wollen heiraten, Drogen nehmen oder Schach spielen. Diese ganzen Thematiken werden immer nur kurz angerissen, eine Handlung im engeren Sinne existiert eigentlich gar nicht. Wir beobachten halt einfach diese Personen, wie sie sich im Umfeld des Hotels bewegen und mehr oder weniger alltägliche Dinge tun. Aber wir wissen natürlich, worauf der ganze Film zusteuert und wie die Geschichte um Robert F. Kennedy ausgehen wird. Dennoch gerät das Finale überraschend heftig und emotional, was auch wieder eine beachtliche Leistung ist.

Vielleicht erkennt man daran auch die Bedeutung der Figur des Robert Kennedy, dass es so vielen Hollywood-Stars für wichtig hielten, hier mitzuwirken. So ist die Liste an bekannten Schauspielern enorm beeindruckend: Anthony Hopkins, Demi Moore, Sharon Stone, Elijah Wood, Shai LaBeouf, William H. Macy, Helen Hunt, Christian Slater, um nur einige zu nennen. Und am Ende sind es dann auch diese tollen Schauspieler, die “Bobby” zu einem eindrucksvollen Filmerlebnis machen – selbst wenn man über die Person oder den Mythos des titelgebenden Menschen nicht viel weiß. Ein starker Ensemblefilm und daher sehenswert!
BrodiesFilmkritiken
BrodiesFilmkritiken

11.853 Follower 5.015 Kritiken User folgen

3,5
Veröffentlicht am 1. September 2017
Klingt wie eine Gästeliste der Oscarverleihung, aber das folgende sind in der Tat Stars die in diesem Film dabei sind: Emilio Estevez, Laurence Fishburne, Heather Graham, Anthony Hopkins, Helen Hunt, Joshua Jackson, Ashton Kutcher, Shia LaBeouf, William H. Macy, Sharon Stone, Lindsay Lohan, Demi Moore, Martin Sheen, Christian Slater, Mary Elizabeth Winstead, Elijah Wood ... um nur ein paar zu nennen, hab durchaus einige ausgelassen. Diese und andere ergeben ein Gesamtbild, der Film hat nämlich keine Story an sich. Es werden gut 20 Figuren beobachtet, verschiedene Menschen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten die an einem Ort einen gemeinsamen Tag verbringen und dabei erzählt der Film eine unermeßliche Vielzahl kleiner Geschichten und Kapitel bei der eine zarte Liebesgeschichte oder ein Ehedrama ebenso dabei ist wie eine schräge Drogenstory. Hier gibt’s herzlich was zu lachen, dann was um niedlich zu schmunzeln, dann etwas herzergreifendes, ein buntes, Handlungsfreies ducheinander das ganz beiläufig und unaufdringlich ein sehr schönes und komplexes Bild dieser Zeit und von den Menschen bringt – bis dann die größtenteils fremden Leute zum Ende hin durch das furchtbare Ereignis alle in Mitleidenschaft gezogen werden. Ein Film den man etwas ratlos schaut, aber der einen mit seinem emotionsgeladenen Finale ergreift und regelrecht mitreißt. Emilio Estevez der hier auch das Regiezepter geschwungen hat und das Drehbuch lieferte zeigt Hollywood mit Anspruch in sagenhafter Bestform – darum anschauen, Leute, los!

Fazit: Eigenartiges Drama mit Sogwirkung das mit unglaublicher Starbesetzung und furchtbarem Schluß punktet!
Kino:
Anonymer User
2,0
Veröffentlicht am 16. Mai 2015
Episodenfilme sind ja immer so eine Sache. Die Hintergründe der vielen verschiedenen Charaktere dem Zuschauer verständlich zu machen und gleichzeitig diese auch noch eine Entwicklung durchmachen zu lassen – all das in einen Film zu packen, der mehrere Handlungsstränge beinhaltet und noch mehrere Charaktere, ist schon eine Kunst für sich.

Da scheint es ja schon mal ein Bonus zu sein, dass bei Bobby die Besetzung überwiegend echte Stars aufweisen kann und das auch in den kleinsten Nebenrollen. Darunter Harry Belafonte, Sharon Stone, Martin Sheen, Anthony Hopkins, Demi Moore aber auch junge Sprösslinge, wie Shia LaBeouf und Elijah Wood. Was soll denn dann noch groß schiefgehen? Jeder, der Movie 43 kennt weiß die Antwort bereits, doch dieser Film zeigt es auch noch einmal: So einiges. Das zeigt der Film eindrucksvoll.

Aber zuerst zur allgemeinen Rahmenhandlung, die schnell erklärt ist. Es geht um den 5. Juni 1968 im Hotel Ambassador in Los Angeles. Dort wird eifrig Robert F. „Bobby“ Kennedy erwartet, der am Abend im Hotel seine Feier zu den Vorwahlen des US-Präsidenten abhalten will. Dabei dreht sich die Handlung jedoch nicht um Kennedy selbst, sondern um die anderen Menschen in dem Hotel. Das geht vom mexikanischen Einwanderer, der in der Küche als Gehilfe Überstunden machen muss und so ein wichtiges Baseballspiel versäumt, bis zum ehemaligen Türsteher des Hotels der Bekannten bei einer Partie Schach von alten Zeiten schwärmt. So erzählt der Film von vielen verschiedenen Schicksalen und behandelt dabei Themen wie Rassismus, den Vietnamkrieg, Beziehungskrisen und viele mehr. Besser gesagt zu viele. Denn bei all diesen Schicksalen, die nur lose dadurch zusammengehalten werden, dass sie alle im Hotel und dessen Umgebung stattfinden, verliert man schnell den Überblick und Regisseur Emilio Estevez schafft es nicht, dass man sich als Zuschauer mit den Figuren zu identifizieren. Dafür werden ihre Beweggründe entweder zu ungenau definiert oder zu klischeehaft. Außerdem hat man das Gefühl, dass viele der Charaktere den ganzen Film über keine Entwicklung durchmachen. spoiler: Sie dann nach dem Attentat einfach schockiert und mit leerem Blick herumstehen zu lassen rettet da auch nicht mehr viel.


Viele der Geschichten wirken einfach nur überflüssig, wie zum Beispiel die des oben erwähnten Schach spielenden Anthony Hopkins und auch beeinflussen die Aktionen der Personen in keiner Weise das Ende des Films. spoiler: Man hätte Beispielsweise die Motive des Attentäters genauer beleuchten können, doch dieser wird nur einmal kurz vor und während dem Attentat gezeigt und zum Statisten degradiert.
Die Rahmenhandlung geschieht völlig unabhängig von den einzelnen Geschichten und wird auch nur durch Originalaufnahmen gezeigt, genauso wie Bobby selbst, was sie zwar glaubwürdiger und dokumentarisch erscheinen lässt, zugleich aber auch noch mehr von den einzelnen Episoden separiert. Und so plätschert der Film fast zwei Stunden vor sich hin. Ohne nennenswerte Wendungen und Überraschungen. Mitleid, Sympathie oder ähnliches kommt nicht auf. Stattdessen werden nach der Reihe verschiedenste Klischees abgeklappert und hin und wieder lässt Estevez den Moralapostel raushängen.

Das einzige bisschen Spannung, falls man das so nennen kann, kommt am Ende auf, bei der Feier spoiler: , während das Attentat immer näher rückt
. Danach versucht der Film noch etwas auf die Tränendrüse zu drücken, jedoch ist der Weg bis zum Ende lange und beschwerlich. Oder wie Xavier Naidoo sagen würde: „Dieser Weg wird steinig und schwer;“
Kino:
Anonymer User
4,0
Veröffentlicht am 25. Februar 2010
Anscheinend habe ich den Film anders verstanden, als die anderen hier. Man fragt sich zuerst, wieso in dem Film soviele hochkarätige Hollywood-Stars mitspielen.

Wegen einer Millionengage, der Aussicht auf einen Oscar oder weil der Emilio Estevez(Drehbuch/Regie) so´n netter Kerl ist, höchstwahrscheinlich nicht!

Es geht um die Message, die Kernaussage dieses Films und um den Politiker Robert F. Kennedy(Bobby).

Der Film ist dialoglastig und man muß hinhören und sich Gedanken über das Erzählte machen.

Auf der einen Seite wurden viele Originalaussagen von Kennedy in den Film geschnitten, auf der anderen Seite wird die Film-Message in den einzelnen Episoden dargestellt. Beides zusammen ergibt ein Gesamtbild.



Kennedy redet u.a. über Umweltverschmutzung und will mit seiner Politik den Rassenhass beenden.

In den Episoden versuchen junge Leute durch ihr Engagement in der Politik den Vietnamkrieg zu beenden, um nicht in einen sinnlosen Krieg geschickt zu werden. Oder sie versuchen sich auf andere Weise vorm Krieg zu drücken(Wood/Lohan).

Alkohol und Drogen spielen bei Stars eine große Rolle, dass zeigt die Diva(Demi Moore) im Film und gibt in ihrem Dialog mit der Stylistin(Sharon Stone) einen schönen Seitenhieb auf Hollywood.

Ein Börsenmakler(Martin Sheen) und seine kunstschaffende Frau(Helen Hunt) zeigen, dass es auf die inneren, menschlichen Werte ankommt und nicht auf die Kleidung die man trägt, oder wieviel Geld man hat.

Die Mexikaner in der Hotelküche wollen amerikanisch sein und endlich gleichberechtigt werden. Ihr Vorgesetzter(Christian Slater) ist Rassist(wenn auch kein schlimmer ;-)) aber der Oberchef(Macy) ist widerum ein Kennedyfan und für Gleichberechtigung.



Fasst man nun alles zusammen, Umweltverschmutzung, Rassenhass, sinnlose amerikanische Kriege auf Kosten der eigenen Landsleute, Stars die sich mit Drogen selbst zerstören... kommt man am Ende des Films zu dem Fazit, dass es eigentlich genau so in Amerika gerade ist. Der Film spielt aber im Jahre 1968!!! Es hat sich praktisch in den letzten 40 Jahren, bei den angesprochenen Themen nichts(!) geändert.

Die Namen der Charaktere sind in diesem Zusammenhang nur Schall und Rauch. Küchenchef, Köche, Hotelbesitzer, Diva, Braut, Wahlkampfhelfer... das reicht, die Message ist das Ziel.



Wenn man es zulässt, taucht man nach einer gewissen Zeit in den Film ein. Kurz vor dem dramatischen Finale, gibt es einen kurzen Durchhänger, aber das Ende hat es dann wieder in sich.



Wer sich für die amerikanische Politik und amerikanische Ansichten interessiert und Spaß daran hat, ständig div. Hollywoodstars in den einzelnen Episoden neu zu entdecken, sollte sich den eher ruhigen Film anschauen und genießen.
krätze
krätze

11 Follower 49 Kritiken User folgen

3,5
Veröffentlicht am 25. Februar 2010
ich habe den film zufällig gesehen und wusste daher auch nicht um was es geht.

ok - es ist ein episodenfilm und es gibt bestimmt andere produktionen dieser art, die wesentlich origineller in der struktur sind, aber ich möchte das diesem film nicht wirklich ankreiden.

ein ausgefallenen und raffinerten plot braucht dieser film nicht.

die geschichten der personen sind durchaus interessant

auch wenn nicht unbedingt was neues, aber man kann ihnen gespannt folgen, weil durch die vielzahl der geschichten genug abwechslung herrscht.

die einführung in die einzelnen handlungsstränge hat spaß gemacht, weil immer neue bekannte darsteller aufgetreten sind.

zwei szenen sind mir besonders im gedächtnis geblieben:

1. die friseuse (sharon stone) zusammen mit der Sängerin (demi moore). es ist schon sensationell diese zwei schauspielerinnen in einer szene zusammen zussehen,

besonders in diesen rollen.

2. der ehemalige empfangschef (martin sheen), der wie zufällig kennedy begrüßt, nach dem er seinen freund verabschiedet hat (am anfang des films hat er ihm erzählt wieviel tolle leute er schon im hotel begrüßen durfte).



ich muss zugeben, dass auch mir die namen der protagonisten nicht merken konnte (s.o.), allerdings empfinde ich das nicht als stören. es interssiert wirklich nicht wie die leute heißen. es geht um die geschichten.



die minuten vor dem attentat waren für mich sehr spannend, da ich bis dato nicht wusste, wann kennedy genau erschossen wurde und die minuten bzw. die bilder nach dem attentat waren so mitreißend, dass ich der off-stimme nur schwer folgen konnte.



Rummäkeln muss ich an ALLEN szenen mit dem Koch (lawrence fishburne): zuviel ist zuviel (das gleiche pseudo-tiefsinnige geseiere wie in seiner matrix-rolle) und dem absolut ausdruckslosen spiel des mannes der sängerin.

auch die episode des frischvermählten paares war arg

"schlicht".



FAZIT: gute sieben punkte für einen recht ruhigen, aber gut unterhaltenden film
Kino:
Anonymer User
3,5
Veröffentlicht am 25. Februar 2010
"Bobby" ist ein insgesamt recht gutes (Episoden-)Drama geworden, das allerdings gegen Ende hin vielleicht ein wenig zu pathetisch ausgefallen ist. Dennoch kann die Story um Robert "Bobby" Kennedy und den Abend seiner Ermordung überzeugen und weiß zwischenzeitlich auch richtig zu gefallen. Da mehr oder weniger gleichzeitig die 22 Hauptpersonen stückweise eingeführt werden, schafft man es als Zuschauer nicht, sich wirklich mit der ein oder anderen Person zu identifizieren, dafür haben sie auch einfach teilweise zu wenig Leinwandpräsenz. Dennoch ist es sehr amüsant dem ganzen Treiben zuzuschauen und man ist gespannt darauf, wie sich die einzelnen Geschichten am Ende zusammenfügen. Doch leider fügt sich nicht jede Geschichte am Ende zu einem Ganzen zusammen, so dass das ein oder andere Ereignis im Nichts verpufft. Die Atmosphäre der späten 60er-Jahre wurde von Regisseur Emilio Estevez dagegen wunderbar eingefangen. Als Zuschauer kann man den Flair und die Stimmung von damals wahrlich spüren und nachvollziehen. Ebenfalls gut gelungen ist auch der Soundtrack, der viele Szenen gekonnt untermalen und sogar noch intensivieren kann. Auch das Schauspielerensemble ist einfach großartig und liest sich wie das Who-Is-Who von Hollywood. Doch eben leider können hier auch nur wenige ihr wahres Können aufgrund der begrenzten Leinwandpräsenz zeigen, so spielt z.B. Anthony Hopkins weit unter seinen Möglichkeiten.

Alles in allem ist "Bobby" ein insgesamt recht ordentlicher Film geworden, der durchaus seine Stärken und Reize hat. Wenngleich das Ende etwas zu pathetisch ausgefallen ist (Bobby Kennedy wird dabei fast einer Gottheit gleichgestellt), kann der Film für knappe 2 Stunden gute Unterhaltung sorgen!
Kino:
Anonymer User
4,5
Veröffentlicht am 19. März 2010
Es ist mir immer wieder ein Rätsel, mit wie wenig Herz manche Menschen einen Film anschauen. In jeder Szene dieses Filmes ist die Leidenschaft von Estevez und den Darstellern zu spüren.

Man möge sich vorstellen, wie die Welt heute aussehen könnte, wenn "Bobby" damals die Wahl gewonnen hätte.

Ein wunderbarer, empathischer Film, ich jedem empfehlen kann.

Kluges amerikanisches Kino.

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