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Anonymer User
3,0
Veröffentlicht am 24. März 2015
Interstellar ist nach Filmen wie „Memento“, „Inception“, der „Batman Trilogie“ oder des total unterschätzen „Prestige“ das neunte Regiewerk Christopher Nolans. Wie bei seinen vorherigen Werken verzichtete Nolan auf das 3D und drehte Interstellar mit normalen 35mm und 65mm IMAX Kameras. Als ausführenden Produzenten holte sich Nolan den US-Amerikanischen Wissenschaftler Kip Thorne in’s Boot, dessen wissenschaftliche Theorien bereits bei Robert Zemeckis Film „Contact“ als Grundlage dienten. Dies ist auch eminent wichtig, beinhaltet Interstellar Aspekte der Gravitationstheorie, Quantenmechanik, Relativitätstheorie, Krümmung von Zeit und Raum, Biegung von Licht, Zeitdehnung und der Theorie rund um Wurmlöcher. Wie schon bei „Inception“ und der „Batman Trilogie“ komponierte Hans Zimmer die Filmmusik, die mit wuchtigen Orgelklängen die unfassbar schönen Bilder (vor allem im Weltraum) perfekt untermalt. Zu Anfang nimmt sich der Film die nötige Zeit alle Charaktere einzuführen. Vor allem die Beziehung Coopers zu seiner Tochter Murph wird dabei in den Vordergrund gestellt und dient später als emotionale Basis des starken Mittelteils. Durch den Kontrast aus stimmungsvollen Bildern der dem Untergang geweihten Erde und der für uns Zuschauer real werdenden Situation von Coopers Familie entwickelt sich ein beklemmendes Endzeitfeeling, das einen emotional total in seinen Bann zieht. Nolan schafft es hierbei, die Bedürfnisse aller einzelnen Personen ausgiebig zu beleuchten, aber das Große Ganze, nämlich eine neue Heimat für die Menschheit zu suchen, nicht aus den Augen zu verlieren. Geht es im ersten Drittel noch vergleichsweise ruhig zu, nimmt Interstellar im Mittelteil merklich an Fahrt auf. Hier erkennt man die ganze visuelle Pracht, die durch tolle Kamerafahrten in Szene gesetzt wird. Diese wird lediglich von Alfonso Cuaróns audio-visuellem Meisterwerk „Gravity“ übertroffen. Dazu kommt der unfassbar gute Score von Hans Zimmer, für den nach der berechtigten Oscarnominierung sogar der Oscar selbst drin ist. Action wechselt sich hier mit ruhigeren Momenten ab, was dem Film einerseits ein gutes Tempo verleiht und andererseits die gut erzählte Geschichte weiter wirken lässt. Ein ganz wichtiger Faktor von Interstellar ist „Zeit“, die bekanntlich relativ ist. Verbringt Cooper in anderen Galaxien Stunden, vergehen auf der Erde ganze Jahre. Dies wirkt im Film hoch emotional und Matthew McConaughey schafft es hier schauspielerisch den Grat zwischen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit und der Liebe zu seinen Kindern perfekt zu halten. Interstellar hat hier seine größten Stärken. Dann kommt allerdings das große ABER. Anstatt die Geschichte, die mich zu diesem Zeitpunkt auf einer emotionalen Ebene komplett mitgenommen hat, weiter wirken zu lassen, verliert sich Nolan gegen Ende des Films. Es scheint so, als habe er kein Vertrauen in seine Geschichte und Fertigkeiten und wollte etwas Besonderes oben draufsetzen, was der Film schlicht und ergreifend nicht nötig hat. Waren die Twists bei „Memento“ und „Prestige“ unumgänglich und extrem wirkungsvoll, hat der Twist bei Interstellar einfach nicht die nötige Wirkung. Man hätte die Geschichte nur konsequent zu Ende führen und eben in sie vertrauen müssen. So verliert sie jegliche Emotionalität und eben deren größte Stärke bis dato.
Fazit:
Interstellar bahnte sich an, ein wirkliches Meisterwerk zu werden und selbst Nolans andere Filme in den Schatten zu stellen. Gegen Ende übertreibt es Nolan allerdings, wodurch die grundsätzlichen Stärken Interstellars verloren gehen. Insgesamt ist Interstellar aufgrund der ersten 2 Stunden trotzdem ein Muss für jeden Fan des intelligenten Blockbusterkinos und sicherlich ein besserer Film 2014, der sein enormes Potenzial leider nicht ausschöpfen konnte.
Meine hohen Erwartungen wurden doch ziemlich enttäuscht, obwohl ich den Film insgesamt ganz gut fand. Zum Einen hatte Interstellar, vor allem am Anfang, doch einige (wenige) Längen. Zum Anderen störte mich aber, dass die besonders emotionalen Situationen ganz schlecht inszeniert waren. Stellen, bei denen ich eigentlich besonders berührt oder bewegt hätte sein müssen, wirkten irgendwie platt auf mich. Dann kommt noch die harte Physik/Mathematik mit dem völlig hirnrissigen Ende dazu, welches doch etwas die Glaubwürdigkeit der ganzen Handlung genommen hat. Dennoch ist die Umsetzung des Ganzen überdurchschnittlich gut gelungen. Die Sound-, Bild- und Spezialeffekte dieses Films sind absolut grandios. Matthew McConaughey schauspielerische Leistung als Hauptdarsteller ist gut aber nicht überragend.
Selten so gestaunt! Selbst meine Freundin saß gespannt im Sessel. Der Film hat eine schöne Botschaft und Visuell fantastisch und Wissenschaftlich Akkurat.
„Interstellar“ ist eine noch größere Enttäuschung als „Prometheus“! Auch hier lockte die Werbung mit einem abenteuerlichen Aufbruch in unbekannte Weltraumweiten. Das Ergebnis ist jedoch noch schlechter: Spannung und Dramatik gleich Null, die Story langweilig bis hanebüchen. Und auch die Kinoleinwand kann den Film nicht retten, denn die Bilder sind wie bei „Prometheus“, nicht wie versprochen und machbar gewesen, bombastisch, sondern potenzialverschwendend enttäuschend. Versuchte Prometheus düster und bedrohlich zu punkten und schaffte dies ansatzweise, versagt Interstellar mit seiner pseudopathetischen Kinokitchromantik. Hatte Stanley Kubricks 2001: Odyssee im Weltraum noch echte und fesselnde Stimmung, tatsächlich packende Bilder, schafft es Christopher Nolan nicht mit modernen Mitteln etwas Visionäres und Faszinierendes zu erschaffen. Was einige leicht zu beeindruckende Zuschauer von Emotionen schwärmen, liegt allenfalls an deren rührseligem Gemüt, sicher nicht an gelungener Schauspielleistung. Dabei wäre alles mit wenigen Änderungen besser gelaufen, denn die Handlungsskizze ist schon in Ordnung. Den ganzen Film über mangelt es an Nachvollziehbarkeit, die katastrophale Entwicklung der Erde hätte man mit wenigen Bildern aufzeigen müssen, die versteckte und abgesicherte NASA-Basis eindrucksvoller gestalten müssen und die schicksalhaft angehauchte Gesamthandlung nicht esoterisch abgleiten lassen, sondern emotional und logisch einleuchtender durchziehen müssen, die "wissenschaftliche Unsauberkeit" spielt dabei, da es ein Film ist, nur eine untergeordnete Rolle, abgesehen eben von der Nachvollziehbarkeit für den Zuschauer, der gerne ein Auge zudrückt, solange er der Handlung folgen kann. Das Unbehagliche und Existenzielle, wie es in Stanley Kubricks 2001 oder in Ray Bradbury-Stories kommt trotz Weltraum, Wurmloch und „höherer“ Botschaft nicht auf, eine „spirituelle“ Ästhetik aber auch nicht, das Schöne mit Realistik zu verbinden gelingt nicht. Die Rollen der Schauspieler sind charakterlos, sie durchleben wenig und drücken nichts aus, der Protagonist kommt dabei noch am besten weg. Ich hoffe der nächste Nolan ist wieder ein guter Film.
Spätestens seit True Detective ist Matthew McConaughey im Olymp Hollywoods angekommen und zur Zeit der meistgehypte Schauspieler der Welt. Und meiner Meinung nach zurecht! Auch in Interstellar überzeugt er mit grandioser Schauspielleistung, vor allem zu Beginn des Films, als er den idealistischen Farmer spielt und für die Zukunft der Menschheit kämpft. Zum Film an sich: Er hat einen starken Gesamteindruck hinterlassen und ist eben ein guter Nolan (wenn nicht der beste, aber sicherlich nicht der schlechteste)! Es mag hier und da ein Fragezeichen stehen, aber das ist, wenn überhaupt, der Komplexität des Themas geschuldet, denn innerfilmisch ist hier alles konsistent. Mir gefällt - im Gegensatz zu vielen Kritiken hier - die "Hektik" mit der treibenden Musik ganz gut, es vermittelt eine Art Aufbruchstimmung und man möchte am Liebsten selbst zusammen mit MM in den Weltraum düsen. Dieser Film ist ein wahrer Blockbuster und hat großen Unterhaltungswert. Und zu guter letzt noch ein Tipp: Ein Film darf alles! Interstellar ist vor allem gegen Ende in Sphären, die kein Mensch rational begreifen kann, vorher ist - und das hört man von allerlei wissenschaftlicher Seite - die physikalische Dimension in Interstellar erstaunlich logisch dargestellt. Genießt den Film! :)
Mit etwas Abstand nach 3maligen Sehen (davon 1 x im Imax)...ganz klarer Einzug in meine All-Time-Top 5 der besten Filme aller Zeiten. Der erste Kinobesuch war mit Sicherheit mein intesivstes/emotionalstes Kinoerlebnis der letzten 20 Jahre.Die beiden anderen Kinobesuche folgen ganz dicht dahinter. Will hier gar nicht auf die verschiedenen Interpretationsmöglichkeiten des viel diskutierten Ende eingehen. Für mich hat es total funktioniert und funktioniert nach mehrmaligen Anschauen sogar noch besser. Somit hat das mehrmalige Anschauen inkl. des zwischenzeitlichen Einlesens in die physikalische Materie (so einen Hunger nach Wissen hat bisher kaum ein Film bei mir ausgelöst) bei mir sogar zu einer noch höheren Würdigung des Scriptes und somit zum Wachsen des Filmes beigetragen. Für mich ganz klar Nolans bester Film vor The Prestige und Batman Begins. Inception gefiel mir auch beim ersten Ansehen sehr gut...hatte sich aber bereits beim 3.mal ziemlich abgenutzt und die Ballereien auf fast allen Traumebenen empfand ich mehr und mehr übertrieben und nervig. The Dark Night ist zwar auch sehr gut...hat für mich aber nicht den Kann-ich-mir-immer-wieder-angucken-Faktor wie Batman Begins. Wie gesagt...keiner dieser zwar immer recht hochtgelobten Filme hat es nur im Ansatz so geschaft, wie Interstellar, mich emotional so am Haken zu haben. Die Gründe dafür sind für mich die großartig geschriebenen/gespielten Beziehungen der Hauptfiguren, das Wissen/Verständnis der im Rahmen eines Scifi-Filmes immer noch realitisch genug dargestellten physikalischen Phenomäne und ihrer somit wirklich extrem nahegehenden Auswirkungen auf die Menschen und ihre Beziehungen, der immer wieder vermittelte Entdecker/Pioniergeist, der unfassbar perfekt passende Score von Hans Zimmer, die visuelle Wucht der Bilder (sogar schon auf der Erde), einer der größten Spannungsmomente (Spinning Dock), die immer realistisch wirkenden (praktischen) Spezialeffekte ohne irgendwie nur im Ansatz den Eindruck von nervigen CGIs zu haben. Toll war auch der Verzicht des mittlerweile absolut nervigen 3D (kann ich mich nicht mit anfreunden). Diese unnötige Spielerei hat Interstellar gar nicht nötig, um groß zu sein (vor allem im IMAX). Gravity,denn ich letztes Jahr noch ziemlich gut fand, wirkt mittlerweile im Vergleich zu Interstellar für mich wie eine immer noch schicke aber letztendlich total belanglose Fingerübung.
Leider vermute ich, dass Interstellar kein Oscarabräumer wird, da sicher viele Mitglieder der Jury überfordert sind mit der inhaltlichen Komplexität des Filmes...wenn z.B. Gravity zum besten Film letztes Jahr gekrönt wurde. Aber die Oscarjury hat ja schon einige Male schwer versagt (Es war einmal in Amerika z.B.)...und wird sie auch diesmal.
Danke Herr Nolan für dieses aus der in der heutigen Zeit aus der Blockbustereinheitsbrei-Langeweile um Längen herausragendende Meisterwerk.
Ganz klar DER Film 2014...für mich der letzten 20 Jahre...mindestens.Punkt.
Der Film regt definitiv zum Nachdenken an. Auch wenn es ein vielseitiges Thema ist finde ich, wurde es spannend und verständlich dargestellt. Würde ihn direkt weiterempfehlen.
Auch wenn mir Nolans Interpretation eines Schwarzen Lochs etwas zu fantasievoll ausgelegt ist, bietet der Film auf wissenschaftlicher und emotionaler Ebene ein absolut berauschendes Erlebnis, einer der besten Filme der letzten Jahre!