Interstellar stürzt ab
„Interstellar“ ist eine noch größere Enttäuschung als „Prometheus“! Auch hier lockte die Werbung mit einem abenteuerlichen Aufbruch in unbekannte Weltraumweiten. Das Ergebnis ist jedoch noch schlechter: Spannung und Dramatik gleich Null, die Story langweilig bis hanebüchen. Und auch die Kinoleinwand kann den Film nicht retten, denn die Bilder sind wie bei „Prometheus“, nicht wie versprochen und machbar gewesen, bombastisch, sondern potenzialverschwendend enttäuschend. Versuchte Prometheus düster und bedrohlich zu punkten und schaffte dies ansatzweise, versagt Interstellar mit seiner pseudopathetischen Kinokitchromantik. Hatte Stanley Kubricks 2001: Odyssee im Weltraum noch echte und fesselnde Stimmung, tatsächlich packende Bilder, schafft es Christopher Nolan nicht mit modernen Mitteln etwas Visionäres und Faszinierendes zu erschaffen. Was einige leicht zu beeindruckende Zuschauer von Emotionen schwärmen, liegt allenfalls an deren rührseligem Gemüt, sicher nicht an gelungener Schauspielleistung. Dabei wäre alles mit wenigen Änderungen besser gelaufen, denn die Handlungsskizze ist schon in Ordnung. Den ganzen Film über mangelt es an Nachvollziehbarkeit, die katastrophale Entwicklung der Erde hätte man mit wenigen Bildern aufzeigen müssen, die versteckte und abgesicherte NASA-Basis eindrucksvoller gestalten müssen und die schicksalhaft angehauchte Gesamthandlung nicht esoterisch abgleiten lassen, sondern emotional und logisch einleuchtender durchziehen müssen, die "wissenschaftliche Unsauberkeit" spielt dabei, da es ein Film ist, nur eine untergeordnete Rolle, abgesehen eben von der Nachvollziehbarkeit für den Zuschauer, der gerne ein Auge zudrückt, solange er der Handlung folgen kann. Das Unbehagliche und Existenzielle, wie es in Stanley Kubricks 2001 oder in Ray Bradbury-Stories kommt trotz Weltraum, Wurmloch und „höherer“ Botschaft nicht auf, eine „spirituelle“ Ästhetik aber auch nicht, das Schöne mit Realistik zu verbinden gelingt nicht. Die Rollen der Schauspieler sind charakterlos, sie durchleben wenig und drücken nichts aus, der Protagonist kommt dabei noch am besten weg. Ich hoffe der nächste Nolan ist wieder ein guter Film.