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Anonymer User
2,0
Veröffentlicht am 25. Februar 2010
Ich fand den Film mittelmäßig. Gerade am Anfang dachte ich, wie nervig, aber das waren noch die 40 besten Minuten. Saoirse Ronan hat ihren Job gut gemacht, da man sie in dem Film wirklich nicht mag. Die Kriegsszenen empfand ich nicht als so schlimm, man sollte ja auch einen Eindruck bekommen, was Robby durchmachen musste.
Aber das Schreckliste im Film war für mich Keira Knightley, immer wenn ich sie gesehen habe, dachte ich, warum hat ihr denn niemand was zu essen gegeben.
Zugegeben, die Musik nervt etwas und als Untermalung, die punktgenau absetzt, wenn die Handlung stoppt, wirkt das etwas antiquiert.
Aber wenn man die lange Exposition durchgestanden hat, während man ahnt, dass da pubertäre Verleumdung im Spiel ist, baut sich langsam aber beständig eine gewisse Spannung auf.
Man wird durch eine englische Klassengesellschaft geführt, in der auch ein fieser Plutokrat seinen Platz hat, der früher einmal der Vergewaltiger war und dann später sein Opfer heiratet. Der Film lehnt sich sehr eng and den Roman an. Hier wie dort werden die zwei entscheidenden Szenen nur ganz kurz und schlecht zu erkennen dargestellt. Aber in der letzten halben Stunde entsteht eine erstaunliche Dichte. Als dann Vanessa Redgrave als Autorin eine äußerst überraschende Wende anbietet, merkt man, wie hier mit dem Titel gespielt worden ist: ein Roman, ein Spätwerk, das auch ein Erstling hätte sein können, der den beiden Liebenden das gewährt, was ihnen im Leben nicht vergönnt war. Das ist deshalb so ergreifend, weil man zuvor die verbale Entschuldigung der Übeltäterin miterlebt hat. So genießen wir in der Realität das Happyend mit Genugtuung wohl wissend, dass es eigentlich ganz anders war. Sehenswert.