Das Ganze ist schon etwas anstrengend, wenn man jetzt kein japanisch versteht, da man ständig die Untertitel mitlesen muss. Aber man gewöhnt sich dran. Und wenn man es nicht täte, würde einem ein wirklich eindringliches Filmerlebnis entgehen! Und durch das für unsere Ohren doch eher ungewohntes Sprachbild bekommt die Story nochmal einen ganz eigenen Aspekt und besonderes Gewicht.
Spannend sind auf jeden Fall die Tarantino-Themen, man erkennt aber ganz klar, dass "Kill Bill" keine Kopie oder billige Nachmache ist, sondern im Gegenteil eine große Verneigung vor dem Original, eine ehrenvolle Hommage im besten Sinne.
Wie auch immer, der Film bewegt sich ständig zwischen geradezu peotischer Schönheit mit kunstvoll und wunderbar eingefangenen, opulenten Bildern und einem extrem blutigen Gemetzel. Dabei wirkt der typische 70er Jahre-Style mit hochspritzenden Blutfontänen und einer tomatenmark-roten Blutfarbe heutzutage etwas seltsam, passt aber ins Gesamtkonzept.
Die Geschichte ist indes episch und zeitlos, es geht um Rache: "Forget joy, forget sorrow, forget love and hate, forget everything except vengeance". Was soll man sonst dazu noch sagen?
Für Fans der 70er-Asia-Genrekinos sowieso ein Must-See und für Tarantino-Fans in jedem Fall auch ein interessantes Lehrstück, zu sehen, wo der Meister seine Inspiration her hat. Alle anderen sollten sich vorher klarmachen, was sie erwartet. Die japanische Tonspur, die anachronistischen Splatterszenen, die eigentümliche Musik und die für westeuropäische Sehgewohnheiten ungewöhnliche Bildsprache sind sicherlich nicht jedermanns Sache.