Alberner Möchtegern-Hexen-Blödsinn!
Das Hexen-Genre hat seine Aufs und Abs und in den 90ern gab es einige Abs: „Hokus Pokus“ von Disney (1993) war ja noch recht unterhaltsam, aber 1998 erschien die Romantik-Komödie „Zauberhafte Schwestern“ (im Original „Practical Magic“) von Regisseur Griffin Dunne, basierend auf Alice Hoffmans Buch „Im Hexenhaus“. Doch statt kindlicher Magie wollte man hier erwachsenere Themen wie Sex und und auch Mord mit ins Spiel bringen. Das Endergebnis ist überraschenderweise aber noch alberner als „Hokus Pokus“ geworden und ein leider inkompetentes Filmwerk, zu dem es demnächst (2026) sogar eine Fortsetzung gibt…
Die Story dreht sich um die Hexen-Familie Owens, vor allem um die beiden Töchter Sally und Gillian. Während Gillian das Elternhaus verlässt und das Stadtleben in Saus und Braus genießt, heiratet Sally und kriegt sogar Kinder. Doch ein alter Fluch der Vorfahren lässt aus dem glücklichen Familienleben ein Alptraum werden. Dabei wollten Sally und Gillian nicht mehr hexen, um ein normales Leben führen zu können, doch genau diesen Schwur müssen sie jetzt brechen…
Wie schlimm kann ein harmloser Hexenfilm mit Sandra Bullock und Nicole Kidman in den Hauptrollen schon sein? Nun, ziemlich schlimm. „Zauberhafte Schwestern“ ist von vorne bis hinten eine echte Zumutung. Selbst wenn man gegen schlimmsten Hollywood-Romanzen-Kitsch nichts hat, so muss man zudem auch noch einen inkompetent zusammen geschusterten Film ertragen.
Da wären zunächst mal die Darsteller*innen, die trotz der hochkarätigen Besetzung allesamt nicht gut aussehen. Vor allem Kidman und Bullock hatten scheinbar keine große Lust auf diesen Streifen, zumindest kommt es so rüber. Ich habe wirklich niemandem etwas geglaubt, schon gar nicht, dass es hier Hexen sind, die zaubern können.
Das liegt auch am furchtbaren Drehbuch, das weder konsistent noch logisch ist. Die „Zauberei“ im Film folgt keinen Regeln, sondern sieht nach dem billigsten Halloween-Hexen-Blödsinn aus, den man sich zusammen reimen kann. Ulkige Zauberbücher, schrill gekleidete Damen und eine schwarze Katze. Diese Klischees waren schon in den 90ern ausgelutscht. Noch dazu ist die Erzählstruktur absolut grauenhaft: Die ersten 20 Minuten sind gehetzt und über große, dramatische Familienereignisse wird einfach so drüber gegangen und später leidet der Film unter einem teils wirklich schrecklichen Schnitt. Mit den klischeehaften und unsinnigen Dialogen hat man eine Story, der man schlecht folgen und die man kaum nachvollziehen kann. Die Motivationen der Figuren sind flatterhaft und ergeben keinen Sinn und wie gesagt: Ich habe zu keiner Sekunde irgendjemandem im Film etwas geglaubt, da alles so forciert und schlecht kommuniziert wird.
Das Ganze sieht auch nicht sonderlich spektakulär aus, sondern erinnert an „Eiskalte Engel“ mit seinem kontrastreichen 90er-Filmlook. Nur der Score von Alan Silvestri ist ab und zu sehr unterhaltsam.
Fazit: Was für ein dummer, kitschiger und inkompetenter Möchtegern-Halloween-Klassiker. „Zauberhafte Schwestern“ ist nervig, langweilig, uninspiriert, schlecht gespielt und weder lustig noch romantisch!