In George Millers Film "Mad Max: Fury Road" geht es um den ehemaligen Polizisten Max (Tom Hardy). Dieser lebt in einem wüstenähnlichen Planeten nach dem die Menschheit die Erde nach und nach zerstört hat. Als Max von dem Tyrannen Immortan Joe gefangen genommen wird, scheint es aus mit ihm zu sein. Nun wurde ihm alles genommen und er dient nur noch als "Blutbleutel". Doch sein Schicksal wendet sich als Imperator Furiosa (Charlize Theron) Immortan seinen wertvollsten Besitzt nimmt. Daraufhin folgt Immortan rasend vor Wut mit der kompletten Gefolgschaft...und Max an vorderster Front als lebender Spender...Endzeitszenarien gibt es in letzter Zeit sehr viel. Mal gute, aber häufig eher schlechtere. Fury Road gehört für mich definitiv zu den besseren. Dabei hat auch dieser Film keine richtig gute Geschichte parat. Im Prinzip geht es den ganzen Film über nur darum wie Furiosa die Ware von A nach B bringt und dabei von den Bösen Buben verfolgt wird. Dabei haben die heutigen Filme leider oft schwache Geschichten, dafür aber bombastische Effekte. Ich bin bei weitem Kein Fan dieser Art von Film. Doch Fury Road überzeugte mich durchaus und fesselte mich die vollen 2 Stunden durch. Ich habe wirklich unzählige Filme gesehen aber noch nie so einen verrückte und bekloppten wie diesen! Alleine schon die vielen skurrilen Figuren. Das fängt schon ganz am Anfang an mit Max als dieser sagt er wisse nicht wer verrückter ist. Er oder der Rest. Mein Fazit: allesamt in dieser Welt. Danach wird er schon von den zombieartigen Warboys gejagt und in die Zitadelle gebracht. Dort lernen wir die...ich nenne sie mal "Kreatur" Immortan kennen. Es ist definitiv eine Figur die einen prägenden Eindruck hinterlässt. Es ist zwar nicht ganz so ernst zunehmen weil er oft einer Karikatur ähnelt, aber es macht dennoch wahnsinnig viel Spaß ihm bei seiner Rede zu zuhören. Wenn es später zu Verfolgung kommt und plötzlich Immortan von einer Rockband (!!!) begleitet wird, lässt der Film einen von seinem Bann erst recht nicht mehr los! So etwas habe ich wirklich nie gesehen! Da steht einer, an Seilen gebunden, mit einer Feuer spuckenden E-Gitarre und begleitet die Armee mit rockigen Klängen. Hintendran 6 weitere die was das Zeug hält auf Trompeten hämmern. Für mich das Highlight schlechthin des Filmes! Doch das ist längst nicht alles! Miller feuert hier ein ganzes Arsenal an durchgeknallten Ideen ab! Mitten im Kampfgeschehen taucht ein Buchhalter auf und verschafft Immortan einen Überblick über die Verluste des Kampfes! Wenn es zu den Kämpfen zwischen Max/Furiosa und der Armee kommt. platzt das Vorstellungsvermögen völlig! Die Actionszenen sind bissig, brutal, rasant, farcettenreich und vor allem: altmodisch! Jawoll Leute Miller bietet uns mit "Fury Road" den guten, alten Actionstil! Weg von CGI und all dem und lass dafür lieber die pure Bildgewalt und den Wahnsinn der Menschheit sprechen! Und diese wirklich furiosen Actionszenen gehen von den 120 Minuten gut 100 Minuten lang! Da gönnt uns Miller keine einzige Ruhepause! Erst gegen Ende als das Ziel erreicht wird, gibt es eine kleine Verschnaufpause für Max und Co.! War es bei Transformers 4 einfach nur unerträglich die ganzen Kämpfe am Stück durchzuhalten, hat es hier einfach nur Spaß gemacht und man wollte einfach nur wissen, was als nächstes passiert! Ein Speer der an einen Zünder gebunden ist und beim Abprall explodiert, Kamikazebomber, und, und, und. Man wird einfach stetig überrascht. Zwischendurch kriegen wir auch noch ein Naturspektakel geboten! Ein Sandsturm nähert sich der Gruppe und hierbei greift Miller natürlich auf CGI zurück aber es sieht wirklich atemberaubend aus! Zwar nicht ganz so schön und beeindruckend wie bei Mission Impossible 4 aber dennoch atemberaubend! Die Masken und das Make-Up sind einfach nur herrlich und verpassen dem Film eine eigene Note. Der Soundtrack sticht hier ebenfalls hervor. Die bombastischen Klänge passen wunderbar zu den vielen Kämpfen und geben einen einfach nur einen Gänsehaut Gefühl! Das ist definitiv ein Ohrwurm Effekt! Doch kommen wir mal zu den negativen Punkten: Wie oben schon erwähnt ist die Geschichte doch sehr dünn. Zwar wird hier und da versucht etwas Tiefe zu verleiten (Samen für Hoffnung), aber im Endeffekt sind das alles Dinge, die in der großen Materialschlacht untergehen! Der Plot weißt einige Logiklücken auf und ist nicht wirklich immer nachvollziehbar. Stichwort: Baum! Mein größter Kritikpunkt ist hier jedoch die Darstellung von Max. Tom Hardy spielt seine Figur wunderbar! Wenn er versucht seine lästige Maske los zu werden und nur so mürrisch guckt, ist das einfach nur herrlich. Aber! Seine Figur ist schlechtweg viel zu dünn! Man identifiziert sich nicht mit ihm und mit der Zeit verkommt er völlig zum Nebendarsteller! Nach gut 20-30 Minuten dreht die "Handlung" sich plötzlich nur noch um Furiosa und Immortan. Man erfährt so gut wie nichts über Max, man kennt nicht seine Beweggründe und genauso wenig wer die Menschen aus den Rückblenden sind. Ich weiß nicht, ob man hierbei die ursprüngliche Trilogie gesehen haben muss. Ich hab sie nicht gesehen und kann daher auch keine Vergleiche ziehen. Das Gespann um den Briten Hardy und der schönen australierinnen Theron passt leider nicht wirklich. Ich hatte nie das Gefühl die beiden als Paar oder Duo wahrzunehmen.
FAZIT: Millers Film ist für Fans des Genre Action ein definitiver Muss! Solch einen verrückten, bekloppten, skurrilen und merkwürdigen Film gab es noch nie und muss einfach gesehen werden! Der Plot ist zwar hauchdünn und Max geht mehr oder weniger unter, aber trübt den Spaß nur ganz minder. Wunderbare Kost mit einem Soundtrack der einen von der ersten bis zu letzten Minute nicht aus seinem Bann zieht! Danke George Miller für einen endlich guten Blockbuste!