Ein interessantes Filmprojekt, das uns die Regisseurin Sonja Heiss hier präsentiert. Irgendwie eine seltsame Mischung aus Spielfilm und Dokumentation, manchmal komisch, manchmal tragisch, manchmal beides gleichzeitig. Und es ist schon erstaunlich, wie sie es hinbekommt, dass der Film nicht langweilig oder nervig wird, obwohl es keine Handlung im engeren Sinne gibt. Wir beobachten fünf Menschen, die in Asien unterwegs sind bei mehr oder weniger alltäglichen Tätigkeiten. Die einen streiten beim Billard, eine andere isst auf Selbstfindungstrip und zunehmend von sich selbst gestresst, noch jemand scheitert mehrfach an sprachlichen Hürden, wenn sie versucht einen Flug zu buchen und der letzte ist auf der Flucht vor sich selbst oder der Verantwortung als Vater.
Vielleicht geht es auch gar nicht so sehr um die agierenden Personen, sondern vielmehr generell um unseren Umgang mit anderen Menschen, mit anderen Kulturen und Situationen, die wir gar nicht oder total anders geplant hatten. Dabei wirkt das Ganze so herrlich authentisch und erfrischend, da die meisten Szenen improvisiert sind und – so berichtet die Regisseurin – teilweise und maximal widrigen Bedingungen gedreht wurden. Überhaupt ist es sehr spannend, sich die Entstehungsgeschichte des Films anzuschauen, dadurch bekommt man nochmal einen ganz anderen Zugang zu den Schauspielern und den Situationen, in denen sie gefilmt werden. Hinzu kommen die ganzen organisatorischen und bürokratischen Hindernisse, dazu sagt die Regisseurin: “Mit einem internationalen Presseausweis oder oft auch mit Geld ließ sich zum Glück fast alles regeln.”
FAZIT: Ein aufregendes Abenteuer, tragisch, komisch, absurd, alles gleichzeitig. Herrlich authentisch und unterhaltsam, obwohl eigentlich nicht wirklich etwas passiert. Dennoch liebens- und sehenswert!