Neueste Kritiken: Der Mann, der niemals lebte - Seite 3
Der Mann, der niemals lebte
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Veröffentlicht am 25. Februar 2010
Mit welchen Erwartungen geht man in einen Film, mit zwei zweifellosen Ausnahmetalenten wie Russell Crowe und Leonardo Di Caprio, der auch noch den Stempel "Directed by Ridley Scott" traegt. Im Zweifel fuer die Angeklagten, ergo sehr hohe Erwartungen.
Die filmische Vita von Regissuer Ridley Scott bietet nahezu in jedem Jahrzehnt ein Meisterwerk an, in diesem hatte er mit „Gladiator“ (auch mit Russell Crowe) schon eins abgeliefert und war mit „American Gangster“ (wieder mit Russell Crowe) nahe am zweiten Meisterwerk dran. Juengere Missgeschicke wie „Die Akte Jane“, „Hannibal“ oder „Koenigreich der Himmel“ seinen diesem Ausnahmeregisseur Scott verziehen. Als Zuschauer merkt man einfach immer bei der Betrachtung eines Ridley Scott Films, dass dieser Mann einfach sein Handwerk versteht. Sicherlich ist „Body of Lies“ nicht sein Lebenswerk und auch weit von einem Klassiker entfernt, jedoch sind die klassichen Elemente aus denen ein guter Hollywood Blockbuster nun einmal besteht (Bilder, Score, Story und Schauspieler) einfach stimmig. Diese Elemente hat Scott auch bei Body of Lies sehr gut vermengt; die Bilder des Nahen Ostens sind hervorragend eingefangen und geben die Atmosphaere des Lebens der morgenlaendischen Kultur sehr gut wieder. Ueber die Originalitaet der Story laesst mit Sicherheit streiten, schliesslich gab juengst aehnlich Filme niedrigerer (Operation: Kingdom) und hoeher Qualitaet (Syriana). Aber alles in allem trifft Scott eine sehr gute Mischung aus Suspense, Nahostflair, Amerikakritik (personifiziert durch die gute alte CIA) und solider Action.
Ein zentrales Element, welches diesen Film von Hollywood-Blockbuster-Mainstream etwas abhebt, ist zweifellos die gute (Crowe) bis sehr gute (Di Caprio) und ueberraschend starke (Mark Strong) Performance der Darsteller dieses Films.
Dass man Leonardo di Caprio auch inzwischen "harte" Rollen glaubwuerdig abnimmt, hat er schon mit seiner Meisterleistung in "The Departed" bewiesen und mit seiner ueberzeugenden Darstellung in „Blood Diamond“ nochmals unterstrichen. Auch in diesem Film zeigt er wieder eindrucksvoll, dass er mehr kann als nur "...der Koenig der Welt zu sein". Sein (wahrscheinlich) schwer akzentbehaftetes Arabisch bringt er ueberzeugend rueber, und auch seine moralische Zerissenheit zwischen seiner Loyalitaet gegenueber dem Mann, dem er "sein Wort gegeben hat" und seinem Arbeitgeber CIA (wie so oft als Hollywood's Suendenbock Nr.1 fuer die schmutzigen Geschaefte Amerikas), spielt Di Caprio sehr stark. Eine kleine Schwaeche (die aber nicht an Di Caprio liegt) ist die allzu konstruierte Lovestory, die wie so oft dazu dient, zu zeigen, dass auch harte Agenten Gefuehle haben und Schwaeche zeigen koennen (die sie vorher gut unterdruecken konnten - Bsp. Spy Game).
Auch Russel Crowe gibt eine solide Vorstellung als politikgetriebener und ruecksichtsloser CIA-Mann. Wenn Menschen nicht seinem Zwecke dienen, so sind sie fuer ihn und das "Wohl der Vereingten Staaten" verzichtbar. Man muss Crowe seine Wandlungsfaehigkeit sehr zu Gute halten. Spielte er in Gladiator noch den muskelbepackten und emotionalen Roemer oder den Hitzkopf in L.A. Confidental, so spielt er hier sehr glaubwuerdig, den leicht uebergewichtigen Brillentraeger und American Dad, der nebenher am Telefon ueber Leben und Tod entscheidet und hierbei keinerlei Emotionen zeigt. Jedoch bleibt Crowe die totale Antipathie erspart, da er letzlich seinem Schuetzling zur Seite stehen will. Stark von Scott reingespielt und durch Crowe personifiziert, wird auch die zur Abneigung tendierende Indifferenz der USA gegenueber dem Leben im Nahen Osten. "What's here to like?" oder "Enjoying civilization?".
Besondere Erwaehnung verdient meines Erachtens allerdings der mir bis dahin eher unbekannte Mark Strong, der eine hervorragende Performance als jordanischer Geheimdienstchef abliefert und beinahe Russel Crowe an die Wand spielt - und dazu gehoert schon einiges. Die Rolle des Gentleman aus dem Nahen Osten, der die westlichen Spielregeln kennt, sie aber zuweilen (und v.a. zurecht) fuer falsch haelt und seinen eigenen Weg verfolgt, verkoerpert Stronge mit einer grossartigen Praesenz. Zwar ist er manchmal inkonsequent in seinem Handeln, was der Zuschauer als Schwaeche in dem Aufbau des Charakters auslegen koennte, jedoch dient seine Inkonsequenz meist dem Verfolgen seiner individuellen Ziele.
Alles in allem, kann man sagen: Ein Altmeister hat eine handwerklich sehr gute Leistung abgeliefert, mit einer Idee (Agenten, Krieg und Nahostpolitik), die zwar aktuelle politische Brisanz liefert, aber schon wieder Gefahr laeuft, „Hollywoodfliessbandmaterial“ zu werden. Die Klasse des Films wird insbesondere durch die starke Performance der Darsteller und den hervorragenden Bildern geliefert. Fazit: Erwartung erfuellt, aber nicht uebertroffen.
War gestern Abend im Kino und habe mir "Der Mann,der niemals lebte angeschaut".
Problem des Films ist eindeutig,dass das Thema Terrorismus schon total abgeslutscht ist.In letzter Zeit kamen einfach zu viele Filme raus ,die grundsätzlich genau dasselbe thematisieren.
Und leider schafft es "Der Mann,der niemals lebte" nicht irgendwelche neue Aspekte zu berichten.
Die Handlung des Films ist eigentlich ganz gut.Sie ist logisch und gut nachvollziehbar.
Meiner Meinung nach zieht die Handlung sich in der Mitte des Films relativ lang, ohne den Film wirklich voranzutreiben.Das führt dazu,dass die Spannung etwas verloren geht.
Highlight des Films ist jedoch das Ende, welches wirkich sehr gut gelungen ist. Die Botschaft des Films, dass Terror/Gewalt nicht mit Gegengewalt bekämpft werden sollte spiegelt sich am Ende wirklich gut wieder.
Außerdem beeindruckend war die Schauspielleistung von "Mark Strong" alias Hani.Er verkörpert den Chef des jordanischen Geheimdienstes, dessen Methoden sich grundsätzlich von den, des amerikanischen Geheimdienstes unterscheiden. Dadurch schafft er es "Leonardo Di Caprio" und vor allem "Russel Crow" in den Schattenzu stellen. Ich bin wirklich auf den nächsten Film von ihm gespannt.
Der Film wurde im Voraus des öfteren mit dem neuen Bond verglichen.Ich finde den neuen Bondfilm doch ein Stückchen besser.
Aber alles in allem, kann man sich dem Film anschauen und auf die Leistung des Mark Strong freuen!!!
Ich fand den Film insgesamt zu undurchsichtig und zu sehr verherrlichend, wie die Vereinigten Staaten von Amerika Macht besitzen, um gleich ganze Nationen und deren Geheimdienste zu manipulieren.
Daher für mich nur als durchschnittlich anzusehen.
Leonarde di Caprio liefert hier zwar eine seiner besten Schauspielerischen Leistungen ab, jedoch ist Russel Crowe als Mann der die Fäden zieht, total fehl am Platz.
Diesen Film mit Phantom Kommando oder verherrlichung der USA in Verbindung zu bringen ist eine Frechheit.
So Frech das Ich fragen möchte ob Sie den Film gesehen haben oder nur eine Zusammenfassung gelesen haben.
Der Film demontiert durch den inkompetenten und typisch arrogant amerikanischen Sektionschef (R.Crowe) nahezu gänzlich den US-Geheimdienst.
Fette Bürokraten die Satelitenbilder anschauen und Entscheidungen nach politischer Tageslage treffen ohne jemals die Hintergründe und Zusammenhänge zu begreifen.
Der wackere Agent (Dicaprio) riskiert viel und gibt alles um seinem Land zu dienen und seine Ziele zu erreichen.
Das bedeutet in diesem Fall nicht nur in die Kultur einzutauchen und sie zu verstehen sondern auch arabisch zu lernen und die kulturellen Feinheiten zu beherschen.
Dabei wird er immer wieder sabotiert von seinem inkompetenten Vorgesetzten.
Zu guter letzt schafft ein mies ausgestatter islamischer Geheimdienst das was die Amerikaner den ganzen Film über versuchen. Und zwar nicht mit Folter und Methoden die die Amerikaner nicht einsetzen dürfen sondern mit Tricks, Manipulation und aufgebauten Vertrauen.
Neben diesen erfrischenden Tatsachen ist der Film absolut spannend und für einen spionagethriller beileibe nicht zu undurchsichtig.
"Der Mann, der niemals lebte" ist eine gelungene Mischung aus Polit- und Action-Thriller geworden, der von Regisseur Ridley Scott wieder einmal brillant in Szene gesetzt wurde. Die Geschichte selbst ist zwar rein fiktiv und auch nicht sonderlich neu, besitzt aber einen hohen Grad an Realismus und bildet eine interessante Grundlage. Scott legt bei seiner Inszenierung wieder viel Wert auf starke Bilder und einer intensiven Atmosphäre, die das Flair des Nahen Ostens gekonnt auf die Leinwand bringt. Die Story ist gespickt mit einigen Wendungen, die immer wieder für Überraschungen sorgen können. Nicht ganz so gelungen ist dagegen die Liebesgeschichte in der zweiten Hälfte des Films, die nicht ganz so glaubwürdig daherkommt und ein wenig aufgesetzt wirkt. Die Actionszenen sind jedoch wieder furios ausgefallen und lassen es im Kino ordentlich krachen. Schauspielerisch ist "Der Mann, der niemals lebte" ebenfalls auf sehr hohem Niveau, wobei vor allem Leonardo DiCaprio wieder einmal als Undercover-Agent überzeugen kann und seiner Figur problemlos die nötige Tiefe und Glaubwürdigkeit verleihen kann. Russell Crowe dagegen kann nicht ganz so überzeugen, was allerdings hauptsächlich an seiner eingeschränkten Leinwandpräsenz liegt. Heimlicher Star des Films ist aber der Brite Mark Strong, der den undurchsichtigen und cleveren Geheimchef Jordaniens äußerst stark verkörpert und polarisieren kann.
Fazit: "Der Mann, der niemals lebte" ist ein insgesamt wirklich starker Polit-Actionthriller geworden, der mit seiner großartigen Atmosphäre, tollen Darstellern und einer brillanten Inszenierung überzeugen kann. Auch wenn nicht alle Stränge vollends funktionieren, ist der Film für einen packenden und unterhaltsamen Filmabend auf jeden Fall zu empfehlen!
"Der Mann, der niemals lebte" ist ein durchweg guter Action-Thriller, der die Nahost-Atmosphäre sehr gut einfängt. Einige kritisieren, dass das Thema "Terrorismus" schon zu oft verfilmt wurde. Das stimmt schon, aber dennoch kann man daraus hochspannende, rasante Action kreieren. Leider ist dies hier nicht immer gelungen. Ich hätte mir gewünscht, dass man sich das ein oder andere von der Echtzeitserie "24" abgeschaut hätte. Mich persönlich hat der Film nie absolut gefesselt. Mehr Actionszenen, Nervenkitzel und Zeitdruck hätten dem Film gut getan. Das erste Drittel ist sehr gut gelungen und liefert eine stimmige Einführung in die Thematik. Dann flacht der Film etwas ab, als Al Saleem nicht gefasst werden kann. Zum Ende nimmt der Film wieder an Fahrt auf und liefert noch mal spannende letzte Minuten a la "24".
Die schauspielerischen Leistungen sind insgesamt gut. Leo di Caprio und Mark Strong können überzeugen, Russell Crowe bleibt etwas blass, was aber auch an seiner Rolle liegt. Schade!
Optisch kann der Film auf alle Fälle überzeugen. Die Explosionen, Schussszenen und Verfolgungsjagden sind sehr gut inszeniert.
Was mich etwas gestört hat, waren die vielen Ortswechsel und die Untertitel. Kann zur Unstrukturiertheit beitragen, wenn man nicht hochkonzentriert bei der Sache ist.
Die kleine Lovestory mit der iranischen Krankenschwester fand ich unpassend so wie es inszeniert wurde. Irgendwie wirkte es künstlich in den Film gepackt, obwohl es dann für den Handlungsverlauf schon wichtig war. Hätte man aber anders lösen können oder komplett anders inszenieren müssen.
Fazit: Guter Film a la "Operation Kingdom" mit schöner Optik und Action sowie entsprechendem Cast.
Nachdem ich im Urlaub das Buch "Der Mann der niemals lebte" von David Ignatius quasi verschlungen hatte, war ich gespannt auf den Film. Ich muss sagen: Enttäuschend. Es hat sich mal wieder bewahrheitet, dass die wenigsten Buchverfilmungen das halten, was die literarische Vorlage verspricht. Das Buch sprüht nur so vor Spannung, komplexen Handlungssträngen und überraschenden Wendungen.Im Film werden Handlungen und Zusammenhänge verdreht oder ganz weggelassen bzw. gar nicht erwähnt. Sogar der "Darsteller", der dem Film seinen Namen gibt, nämlich der Mann, der niemals lebte, taucht im Film nicht ansatzweise auf. Das Privatleben von CIA-Agent Ferris und dessen Verbindungen zu seinem Handeln und Tun spielen im Buch eine zentrale Rolle, im Film sind sie nicht mehr als eine kümmerliche Nebenhandlung. Auch das Ende kommt im Film doch sehr aprupt, da passiert bei der Buchvorlage noch einiges mehr.
Wenn man das Buch jedoch nicht gelesen hat, könnte einem der Film dennoch gefallen. Starke Darsteller (DiCaprio, Strong) und großartige Bilder. Es ist auch nicht einfach, eine solch gute Romanvorlage in ein für's Kino passende Format zu quetschen.
Ansonsten muss ich sagen: Leute, lest mehr Bücher! Da spielt sich der Film im Kopf ab ;-)