Die hilfreichsten KritikenNeueste KritikenUser mit den meisten KritikenUser mit den meisten Followern
Filtern nach:
Alle
Anonymer User
3,5
Veröffentlicht am 19. März 2010
Ein Film, abseits von den üblichen Blockbusters. Der Hauptdarsteller überzeugt durch seine Minimalistik. Die Art, den Film als eine Art Doku mit zahlreichen Interviews zu gestalten, ohne hektische Cuts ist wohltuend. Die schrägen Monster, die er zu besiegen hat und vorher dabei selbst zu einem wird, sind unerwartet komische Momente in diesem Film. Herausragend die Szene, wo der Held in seiner haushohen Helden-Unterhose zur Gänze verschwindet, um dann passgenau zum Monsterjäger darin aufgeblasen wird. Fazit: Sehenswert, teilweise urkomisch, teilweise aber dann doch etwas langatmig.
„Ich mag Dinge, die größer werden.“ und „Das ist nicht meine Katze.“ Das sind die tiefgründigen Gedanken von Daisato, der sich mittels Stromschläge bei Bedarf in den „großen Japaner“ verwandeln kann, um die Welt vor riesigen Monstern, wie . dem Springmonster oder dem Stinkmonster, zu retten. Hört sich verrückt an? Ist es auch! Und noch viel mehr als das! „Dainipponjin“ ist ein vogelwilder und respektloser Ritt durch Absurdität und Wahnsinn, der sowohl das Superhelden-Genre, als auch das Kaiju-Genre aus den Angeln hebt und dekonstruiert.
Der Film kommt wie eine Dokumentation daher, ein Fernsehteam begleitet den armen Daisato, der eigentlich gar kein Superheld sein will, aber sein Familienerbe antreten muss, über ein paar Tage und ein paar Einsätze. Dabei sehen wir viel vom Alltag des vermeintlichen Helden, . wenn er beim Nudelnessen in seiner schäbigen Wohnung ist, oder beim Wäschewaschen oder Verhandlungen wegen seiner Sponsorenlogos. Die Kämpfe gegen die absurden Riesenmonster sind bewusst völlig over-the-top und sprengen sämtliche Grenzen. Dabei werden auch einige Grenzen überschritten, das Ganze kann man kaum in Worte fassen, aber man braucht schon einen Sinn für vollkommen wahnsinnige japanische Filmkunst, damit man mit diesem Schwachsinn etwas anfangen kann.
Dabei kann man den Film als beißende Sozialkritik verstehen, es zeigt Japan im Spannungsfeld zwischen altem Traditionsbewusstsein und moderner Mediengesellschaft. Daisato ist noch ein Relikt aus einer längst vergangenen Zeit, er wird vom Volk nicht bejubelt, sondern beschimpft, weil seine Kämpfe so viel Dreck hinterlassen. Gleichzeitig müssen die alten Traditionen aber auch weitergeführt werden, selbst, wenn sie schmerzhaft sind.
Das Ende stellt dann noch einmal den ganzen Film komplett auf den Kopf und wer gedacht hat, er hat schon die Grenzen des Wahnsinns, das sich das japanische Kinos ausdenken kann, erreicht, der wird erneut eines Besseren belehrt. Der Schluss ist so vollkommen absurd, überdreht und irre, so etwas hab ich noch nie gesehen… Ich habe im Nachklang gelesen, dass man darin sowohl eine Satire auf das Superhelden-Genre, als auch einen Kommentar auf den dominanten Einfluss der USA sehen kann. Ja, keine Ahnung, mir fällt nach diesem Film für die nächsten zwei Tage eigentlich überhaupt nichts mehr ein….
FAZIT: Vollkommen wahnsinnige Satire im Stil einer Mockumentary. Wer mit dem überdrehten Humor der Japaner nichts anfangen kann, wird schnell genervt sein, alle anderen erwartet eine Filmerlebnis, das man mit nichts vergleichen kann, was ihr bisher gesehen habt! Versprochen!