Katharine Hilbery (Haley Bennett) ist zwar die Enkelin eines angesehenen Dichters, doch mit Poesie hat sich herzlich wenig zu tun. Denn in Wahrheit schlägt ihr Herz nur für die Mathematik. Sowas wie die Liebe kann sie dar erst mal gar nicht gebrauchen. Doch ihr Vater Terence (Timothy Spall) hat natürlich ganz eigene Pläne für seine Tochter – und keiner davon sieht eine akademische Karriere vor. Deshalb macht Terence auch kurzerhand Nägel mit Köpfen, als er mitbekommt, dass sich Katherine in eine Veranstaltung der Männern vorbehaltenen Astronomischen Gesellschaft geschlichen hat: Sie soll die Zahlen hinter sich lassen und ihren Freund William (Jack Whiteall) heiraten. Damit kann Katherine natürlich gar nichts anfangen und schon bald wird klar, dass die Sterne sowieso andere Pläne für alle Beteiligten haben...
Eine "unromantische Komödie" mit viel verschenktem Potenzial
Von Susanne Gietl
1919 veröffentlichte Virginia Woolf mit „Night And Day” ihren vielleicht zugänglichsten Roman. Darin thematisierte die feministische Schriftstellerin patriarchale Strukturen, konzentrierte sich aber auf eine recht traditionelle Liebes- und Heiratsgeschichte. Später bezeichnete sie ihr oft mit Jane Austen („Stolz & Vorurteil“) verglichenes Werk selbst als belanglos.Regisseurin Tina Gharavi hat das Buch unter dem Titel „Virginia Woolf's Night & Day” nun erstmals verfilmt – und nimmt an dem Stoff eine grundlegende Änderung vor: Während im Roman nur kurz erwähnt wird, dass Katharine Hilbery (Haley Bennett) der Astronomie sehr zugetan ist, baut Drehbuchautorin Justine Waddell dieses Detail zum roten Faden aus – und strickt daraus eine Geschichte über eine Frau, die mit Disziplin, eisernem Willen und viel Einfallsreichtum ihren eigenen Weg verfolgt. Trotz eines hervorragenden Casts springt der