Meinem Vorgänger kann ich mich aboslut nicht anschließen. Ich habe den Film letzten Montag in der Sneak-Preview gesehen, auch bei mir verließen vielleicht 30% das Kino, während man allerdings auch sagen muss, dass wahrscheinlich 60% in der Hoffnung auf einen Horrorfilm ins Kino gegangen sind, nichtsdestotrotz hat mich der Film wirklich berührt. Er hat es geschafft, einen trotz der schreienden, brüllenden Meute spätpubertärer Mitzwanziger in seinen Bann zu ziehen und eine Atmosphäre zu erzeugen, die unter die Haut geht. Wirklich grandios gespielt und wundervolle Momentaufnahmen komplettieren das gesamte Stück. Die Charaktere schreien förmlich nach Mitgefühl und man will bis zum Schluss auf ein gutes Ende hoffen - das dies letztendlich nicht eintrifft, passt einfach zum Film, wir sind schließlich nicht in der Traumfabrik Hollywood sondern bei einem belgischen Film (nach "Le bébé" erst der zweite, den ich (bewusst) gesehen habe). Ich ging nach dem Kino ziemlich deprimiert nach Hause, aber das muss es doch auch geben, kann doch nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen sein. Darüber hinaus denkt man noch wirklich lange über den Film nach und kleine, wichtige Details, die man vorher nicht wahrgenommen hat, erkennt man auf einmal.
Alles in allem ein toller Film, der zum Nachdenken anregt und eine Atmosphäre erzeugt, die wirklich unter die Haut geht. Sicherlich nicht jedermanns Geschmack, meinen hat er jedenfalls getroffen und man kann so einen Film einfach nicht als "schlecht" abstempeln.