Als ich ins Kino ging, erwartete ich viel, da der Film ja immerhin 8 Oskars bekommen hatte.
Doch meiner Meinung nach, hat dieser Film diese 8 Oskars nicht verdient. Klar: er ist bildgewaltig, perfekt inzeniert, und die (Amateur)Hauptdarsteller sind durchaus sympatisch.
Aber der Film ist schlichtweg nicht spannend bzw. Fesselnd. Des Weiteren erfährt man die Hintergründe oder besser geasgt die Geschichte Latikas/Salims nicht wirklich.
Alles im allem ein guter Film, den man sich mit weiblicher Begleitung anschauen kann, aber dennoch leichte Schwächen aufweist.
"Who wants to be a millionair", diese wohl bekannte Sendung ist die Verbindung zwischen dem Protagonisten Jamal und seiner Jugendliebe Latika. Was am Anfang spannend aussah, verlor in der Mitte des Films (leider)zunehmend an Interesse. Manche Szenen und Dialoge waren einfach, meiner Meinung nach, viel zu lang gezogen. Dennoch ist der Erzählstil der Geschichte wirklich gelungen. Man kann dieser gut folgen und auch die Charaktere erwecken die Interesse im Zuschauer und besonders zum Ende hin bekommt der Film nochmal seinen Höhepunkt, wo der Zuschauer mit Jamal mitfiebert, wie es halt öfters ist, wenn jemand vor einer Millionen steht. Im Großen und Ganzen ist der Film gelungen,die Geschichte dieses überaus sympathischen Protagonisten ist das mitfiebern besonders zum Ende hin ein Muss, dennoch etwas zu langatmig in der Mitte.
Ich bin überwältigt von dieser packenden und voller emotionen geladenen Story. Mit diesem Film hat Boyle sein hervorragendes könnnen Filme auf den Punkt umzusetzen, mal wieder bewiesen.
Die Leistung der Schauspieler ist ist enorm und schätze ich hoch ein. Ein Film der unbebedingt angeschaut werden sollte.
In der heutigen Zeit ist so ein guter Film wirklich selten. Die Story ist zwar total vorhersehbar, ist aber, bis auf eine kleine langweilige Phase, interessant und mitreissend inszeniert. Man mag die Hauptdarsteller und fiebert zu jeder Zeit mit ihnen mit, ganz besonders am Schluss. Alle Darsteller der beiden Brüder und Latika sind durchwegs glaubwürdig, wirklich sehr gut.
Fazit: Dünne "Hauptstory", die aber sehr schön ausgeschmückt ist, sodass sie durchwegs interessant bleibt. Hervorragende Hauptdarsteller. Das Drama hätte noch etwas mehr Drama sein können, trotzdem stark.
Hab den Film gestern auch gesehen und war eher enttäuscht.
Die Charaktere hatten überhaupt keine Tiefe.
(Spoiler - zum Lesen markieren:)
Der späte Wandel inkl. Selbstmord des Bruders war ja sowas von vorhersehbar. Latika sieht zwar nett aus, aber man erfährt rein _gar_ nichts über die Person an sich. Völlig austauschbar.
Auch die Beziehung zwischen Jamal und Latika erinnert irgendwie an ein plattes Forrest Gump, bzw. Benjamin Button. Bloß, dass man als Zuschauer nie eine wirkliche Zuneigung der beiden zueinander spürt.
Was was das eigentlich für ein völlig unsympatischer und unglaubwürdiger Moderator von Wer wird Millionär? Ab und zu klang an, dass er Jamal wohl nicht den Ruhm gönnt, den er wie er selbst erlangte (vom Tellerwäscher zum Millionär). Aha. Und deswegen gibt er ihm falsche Antworten (Großartig auch: Der Kanditat hat Zeit in der Werbung sonstwo hinzugehen, bevor er die Frage beantwortet hat) und lässt ihn sogar Foltern?
Die grundsätzliche Idee, ein paar Witze, und die Musik wissen zwar zu überzeugen, ansonsten fand ich den Film aber sehr vorhersehbar
(Spoiler - zum Lesen markieren:)
(Auch die Sache mit dem Handy am Schluss...also bitte)
und irgendwie belanglos. Mich hat er zu keiner Zeit in seinen Bann gezogen.
Oscars hat er ja für folgende Kategorien gewonnen:
Beste Kamera
Beste Filmmusik
Bester Ton
Bester Schnitt
Bester Song (âÂÂJai Hoâœ)
Bester Film
Beste Regie
Bestes adaptiertes Drehbuch
Für die ersten vier gehts ja in Ordnung. Aber der beste Film, oder gar das beste adaptierte Drehbuch? Niemals
Für mich ist dieser Film nie und nimmer ein Bollywood Streifen!
Nur weil er in Indien mit indischen Schauspielern spielt, heisst das noch lange nicht, dass er in dieses Genre gepackt werden muss. Der Film ist, wenn man so will, eine Kreuzung zwischen Hollywood und Bollywood, wobei ersteres überwiegt.
Außerdem finde ich, dass der Film einer der ernsthaftesten und gesellschaftskritischsten der letzten Zeit ist. Er zeigt die Bilder, die man in allen anderen indischen ("Bollywood"-)Filmen nicht sieht bzw. nicht sehen will. In den meisten dieser Filme wird, soweit ich da bewandert bin, größtenteils getanzt und alles ist, wie man so schön sagt, "Friede-Freude-Eierkuchen".
In Slumdog Millionaire ist das ganz anders: Die Hauptthemen sind zwar zum einen der Gewinn bei "Wer wird Millionär?" und zum anderen die Liebesbeziehung zwischen Jamal und Latika, aber unter diesem eigentlich recht simplen Storygerüst verbergen sich schockierende wie traurige Bilder aus dem Leben der indischen Slums.
Was dem Film ein wenig den Realismus entzieht ist die perfekte Übereinstimmung der Fragen bei WWM und Jamals Erlebnissen.
Ganz besonders stechen die Kinder-Schauspieler heraus, die für ihr Ater diesen Part mit Gravur meisterten.
Am Ende kommt aber doch noch ein leichtes Bollywood-Flair auf, weil eine Tanzeinlage während der Credits folgt. Irgendetwas muss dann halt laufen, wobei das für mich noch einen Pluspunkt gab:
Die Kinder, die am Ende tanzten, sahen richtig niedlich aus!
Der Film gehört auf jeden Fall zu den besten aller Zeiten und ihm wurde kein Oscar geschenkt, jeden einzelnen hat er sich redlich verdient.