Ich war in letzter Zeit ja wenig begeistert vom MCU. ich mochte den letzten Avengers nicht sonderlich und auch Antman war für mich der persönliche Tiefpunkt der Reihe. Aber mit Civil War und Doctor Strange geht Marvel wieder in die richtige Richtung. Zunächst mal liegt das daran, dass der Film nicht wie den Vorgängern mit Charakteren überhäuft wird. Der Film konzentriert sich hier auf seinen neuen Charaktere, die vom großartigen Benedict Cumberbatch angeführt wird und der präsentiert sich gewohnt von seiner besten Seite. Cumberbatch trägt den Film alleine und unterhält auf ganzer Linie. Es schönt mal wieder einen Superheldenfilm zu haben, bei dem man auch mal durchatmen kann und sich mal nur auf eine Hand voll Charaktere konzentrieren kann. Allerdings ist bei denen wieder ordentlich Handlungsbedarf. Rachel McAdams geht im Film vollkommen unter und kann sich kaum schauspielerisch entfalten oder die Figur weiterentwickeln. Mehr als den Bezug zur realen Welt stellt sie nicht dar. Ebenfalls schwach ist Chiwetel Ejiofor, der sich auch kaum als Figur behaupten kann. Allerdings bleibt da noch Potenzial für den zweiten Teil, wie man am Ende ja schön sehen kann. Und ebenfalls gewonnt schwach ist der Schurke Kaecelius, gespielt von Mads Mikkelsen. Was schade ist, da es eine Verschwendung von Mikkelsens Potenzial ist. Hervorstechen tut jedoch Tilda Swinton, die wie immer der Wahnsinn ist. Die Handlung ist eine klassische Origien Story, die den Wandel des arroganten Arztes zum Superheld beschreibt, sich Zeit nimmt und den Fokus komplett auf die Figur legt. An machen Ecken gibt es da zwar schwächen in der Handlung, aber das macht die Optik weg, den man bekommt hier optisch so viel schönes und neues geboten. So wirkt der Film ein wenig wie eine Mischung aus Inception, Matrix, Guardians Of the Galaxy und X-MEN Zukunft ist Vergangenheit. Das Finale und jede Szene in der die Realität umgeformt wird sieht grandios aus und ist endlich mal wieder was kreatives auf dem Superheldenmark. Außerdem wirkt es nicht so überladen doof und billig wie bei "Batman V Superman". Da kann man schon mal eine Oscarnominierung für die Effekte erwägen. Ebenfalls gut war die Kameraarbeit. Wie auch die Musik, die sich von den sonst eher vergessenswerten Soundtracks des MCUs abhebt. Sie bleibt im Ohr und ist besonders. Schön waren die kleinen Anspielungen des Filmes, wie z.B. auf den Infinity War, der wieder aufgegriffen wird oder die Post-Credit Szene, die sich beide auf jeden Fall lohnen. Auch der Humor passt wie immer gut, es gibt viele Lacher, die Cumberbatch perfekt vermitteln kann, aber auch im Zusammenspiel mit Swinton oder Mikkelsen gut funktionieren. Oder auch Benedict Wong, der in seinen Szenen für Lacher sorgen kann. Ebenfalls gut sind die Szenen zwischen Stange und einem magischen Gegenstand, wo ich aber nicht zu viel verraten will. Kurz: Doctor Strange wagt sich vieles neues, ist Witzig und wird von einem grandiosen Benedict Cumberbatch getragen. Einzig eine paar magere Stellen in der Handlung, einige Nebencharaktere, wie auch der Schurke (was bei Marvel so üblich ist) enttäuschen.