Clint Eastwood hat vor kurzem bekannt gegeben, dass er nur noch hinter der Kamera, sprich als Regisseur, arbeitet. Schade. Allerdings muss man gestehen: Er hätte sich keinen Besseren Film zum Abschied als Schauspieler wählen können. Die Rolle des mit der Zeit immer sympatischer werdenden Mannes, der ständig an allem etwas auszusetzen hat und stets einen beleidigenden oder rassistischen Spruch auf Lager hat, spielt Clint Eastwood einfach einmalig. Seine Mimik und Gestik sind exzellent dargestellt. Auch die anderen Charaktere, vornehmlich nicht all zu bekannte Schauspieler, sind gut besetzt. Die Handlung des Filmes ist einfach gestrickt, es ist von Anfang an klar, welche Wendung sie im Verlauf nehmen wird. Daher ziehe ich Bewertungspunkte ab, die allerdings durch teilweise geniale Dialoge und die, wie schon erwähnt, exzellente Darstellung Eastwoods wieder hinzuaddiert werden. Außerdem, auch wenn klar war, dass Eastwood sich zu einem guten Charakter entwickelt, so war (mir zumindest) nicht klar, dass er zu einem solch tragischen Helden würde. An dieser Stelle hat es der Film doch tatsächlich beinahe geschafft, mir die Tränen in die Augen zu schießen. Ich denke 9 von 10 Punkten sind durchaus angebracht.
ein ruhiger film, knapp zwei stunden, keine special effects, kein wirklicher soundtrack wenig wichtige rollen...
...und keine langweile in sicht!!!
man könnte wohl behaupten, dass die bereitschaft von walt sich seinen "schlitzäugigen" nachbarn anzunähern etwas zu plötzlich kam, aber bei genauerem hinsehen, hinhören und nachdenken ist sein handeln schlüssig!
um den film, die person walt zu verstehen, und nur darum geht es, verlangt es dem kinogänger einiges ab. einfaches berieseln lassen funktioniert hier überhaupt nicht.
SPOILER!!!
die gespräche mit dem pfarrer sind die schlüsselszenen. hier darf man nicht vergessen, dass walts frau, die ihn und seine psyche am besten kennt, den pfarrer auf ihn angesetzt hat.
natürlich könnte man jetzt meckern, dass kein pfarrer der welt so einen harten kerl wie walt zum umdenken bringen würde...
...natürlich nicht!
walt war schon vor den gesprächen mit dem pfarrer bereit seine vorurteile über bord zu werfen und die ereignisse im haus der nachbarn haben es ihm ermöglicht.
das wissen um seinen nahenden tod, auch schon vor der untersuchung, dürften natürlich auch eine rolle gespielt haben.
die vergewaltigung der nachbarstochter und seine finale reaktion könnte durchaus mit den taten/vergehen/sünden zu tun haben, die ihm seine befehlshaber nicht auftrugen, zu tun haben.
ganz besonders unterhaltsam fand ich die wandlung vom griesgrämigen, rassistischen eigenbrödler, zum toleranten nachbarn und letztendlich zum äußerst coolen rächer und retter!
der western-style war unverkennbar und ihn dieser aktuellen modernen situation und der vita von eastwood mehr als genial.
SPOILER ENDE!!!
sollte diese hauptrolle der abgang eastwoods sein, bin ich schwer beeindruckt und neige mein haupt!
ACH, es gibt von mir keine 10 punkte, weil bei den dialogen mehr drin gewesen wäre.
PS: mehr hollywood-kino dieser art!!
PPS: ich empfehle allen den dieser film gefallen hat:
Ich muss ganz klar Cineastmarco zustimmen. Den Film unbedingt auf Englisch gucken. Hatte gestern das Glück ihn in der Sneak auf Englisch zu sehen. Einfach göttlich wie Eastwood mit Mimik und seiner Sprach spielt. Genau so stellt man sich eine alternden einsamen Rassisten vor. Zur Geschichte will ich nicht viel sagen. Fand den Film spannend erzählt und nie langweilig. Ein gutes Gespür hatte Eastwood hier immer wieder das Drama mit einer Portion Humor zu würzen, was für mich dann schlussendlich den Film von anderen abhebt. Klar hatte Eastwood bessere Filme, die für einen Oscar in Frage kommen würden. Aber man kann eine Drama auch mal leichter zugänglich gestalten und das hat er geschafft.
Der Film erzaehlt sehr gut die Geschichte von Walt Kowalsky, der seine Vorurteile gegen Ausländer besonders gegen "Schlitzaugen" aus dem Vietnamkrieg hat.Clint Eastwoods grimmige Mimik verkoerpert diese Rolle perfekt. Er verteidigt sein Haus und sein Auto mit allen Mitteln mit seinen einzigen Freund seinem Hund.Als er bemerkt das eine koreanische Familie nebenan einzieht ist fuer ihn Vorsicht geboten.Zurecht denn Thao, der Nachbarsjunge soll als Aufnahmeprüfung den Gran Torino von Walt in der Nacht klauen.
Doch er wird erwischt und Walt hat eine Abneigung gegen den Jungen.Und das ist mein einziger Kritikpunkt indem Film, denn Walt Kowalsky der hartnäckige Kriegsveteran wird von dem einen in den anderen Moment sanft und stattet den koreanischen Nachbarn sogar einen Besuch ab.Da hätte noch etwas Zeit vergehen müssen, denn das er so schnell die Familie mag ist unrealistisch.Es war klar das Walt Kowalsky am ende umgebracht wird, ich verstehe nur nicht den Sinn warum er dortb hinfährt und sich eine zigarette anmachen will. Was wollte er dort? Mit der Gang reden? Dennoch ein gelungener Eastwood Film und die perfekte rolle fuer den Mann.
Nach „Letters From Iwo Jima“ arbeitet die Regie-Legende Clint Eastwood erneut sehr erfolgreich mit asiatischen Hauptdarstellern, doch diesmal in der Vorstadt statt auf dem Schlachtfeld. Vier Jahre ist es her, als man ihn in „Million Dollar Baby“ auch vor der Kamera sah. Nun geht er in einer ähnlich angesiedelten Rolle für „Gran Torino“ unter die höllischen Nachbarn.
Die grimmige aber weise Vaterfigur scheint Eastwoods neue Paraderolle geworden zu sein. Doch sein Charakter in „Gran Torino“ ist ein Extrem. So verbissen, hasserfüllt, kalt und verbittert hat man ihn noch nie gesehen. Spätestens wenn er in einigen Szenen vor Wut buchstäblich knurrt wie ein Hund, wird er zur Karikatur. Aber statt dies als ein Beispiel für Overacting abzutun, sollte die Figur des Mr. Kowalksi als ein Bild für den streng konservativen, intoleranten und fremdenhassenden Teil Amerikas betrachtet werden, den der Regisseur in seinem Film in einfach gehaltenen, lebensnahen Sets portraitiert. Dabei macht Kowalksi aber auch eine interessante Entwicklung durch.
„Gran Torino“ ist schnörkellos und schlicht, weiß über die Laufzeit von knapp zwei Stunden aber gut zu unterhalten. Dabei ist Eastwood der absolute Mittelpunkt, nicht zuletzt weil seine asiatisch-stämmigen Kollegen sichtlich unerfahren im Filmgenre sind. Ahney Her stellt dabei eine Ausnahme dar, denn die junge Schauspielerin gibt hier ein starkes Debut und beweist ihr hohes Potential.
Der Hauptdarsteller überzeugt unter anderem wieder mal mit subtilen Selbstzitaten, in erster Linie aber mit der eindringlichen Aufarbeitung eines ernsten und aktuellen Themas, das direkt aus dem Leben gegriffen wurde. Dabei werden ein paar geschickt platzierte Prisen Humor glücklicherweise nicht außer acht gelassen.
Somit ist „Gran Torino“ sowohl ein unterhaltsamer und überzeugender Film, als auch ein passender wie würdiger Abschluss von Eastwoods Schauspielkarriere. (Letzteres wird der Zuschauer spätestens bei seiner letzten Szene im Film verstehen.) Es heißt nämlich, dass Mr. Eastwood von nun an nur noch hinter der Kamera agieren wird. Dort bleibt uns der fast 80jährige hoffentlich noch ein Weilchen erhalten.
Ein tolles Drama mit Clint Eastwood in der Hauptrolle, der zugleich auch für die Regie verantwortlich war. Im Film geht es um den verbitterten Koreakriegsveteranen Walt Kowalski, dessen Frau vor kurzem starb. Er selber muss mitbekommen, wie immer mehr seiner Landsleute aus dem Viertel wegziehen und stattdessen Hmong einziehen. Sein Weltbild ist ziemlich von rassistischen Vorurteilen geprägt, sodass man im Verlaufe des Filmes dementsprechend den einen oder anderen derben Spruch zu hören bekommt - was letztendlich auch für eine kleine gute Prise Humor sorgt. Eastwood verkörpert seine Rolle wie gewohnt gut. Es sei aber gesagt, dass man nur bedingt politische Korrektheit von diesem Film erwarten sollte. Ich kann wie immer nur darauf hinweisen, dass ich persönlich Filme als Kunst sehe und sie erst an zweiter oder gar dritter Stelle als Moralvermittler sehe. Trotz alldem kann der Film auch nicht auf Moral verzichten, was ich Eastwood aber bei diesem Thema auch nicht übelnehmen kann. Ein definitiv würdiger Vertreter des Genres, der vielleicht nicht in die Geschichtsbücher eingehen wird, aber alle mal sehr gut ist. Für mich persönlich der soweit beste Film aus dem Jahr 2009, neben Inglourious Basterds.