WENN LEGENDEN WAHR WERDEN
Am Pendelton College treibt ein Mörder sein Unwesen, der sich an düsteren Urban Legends orientiert. Jeder Mord wird exakt nach Vorlage ausgeführt. Die große Frage lautet also nicht wie, sondern warum und wer. Natalie und ihre Freunde versuchen dem Ganzen auf den Grund zu gehen, während ihre Clique zunehmend ausgedünnt wird.
Düstere Legenden von 1998 läuft ca. 100 Minuten, ist ab 16 Jahren freigegeben und gehört in die Kategorie Teenie-Horror, bei dem hübsche Menschen sterben, während sie konsequent alles falsch machen. Statt Vorsicht gibt’s Alkohol, statt Gruppenbildung geht man allein los und statt Panik herrscht erstaunliche Gelassenheit gegenüber dem eigenen baldigen Ableben.
Die Figuren sind exakt das, was man erwartet. Die Jungs denken ausschließlich ans Vögeln, die Mädchen auch, nur etwas subtiler und weniger mitten ins Gesicht. Tiefgang sucht man hier vergeblich, Charakterentwicklung ebenfalls. Man lebt, um zu sterben und das möglichst dumm.
Die Story funktioniert grundsätzlich, allerdings nur, weil sämtliche Opfer ihren Intellekt auf niedrig eingestellt haben. Spannung kommt kaum auf, dafür sind einem die Figuren zu egal. Ob jemand stirbt oder nicht, ist eher Statistik als Drama.
Die Kills sind solide, nicht besonders kreativ, aber wirkungsvoll inszeniert. Der Mikrowellen-Kill sticht dabei positiv hervor, der hatte zumindest eine Idee.
Wer der Killer ist, habe ich tatsächlich nicht kommen sehen, ich lag die ganze Zeit falsch. Das Finale überrascht dann auch, allerdings eher im Sinne von, Okay, aber wie zur Hölle hast du das alles bitte geschafft?
Unterm Strich bleibt ein typischer Teenie-Horrorfilm der späten 90er, der wenig Neues bietet. Highlight sind weniger die Morde als Tara Reid in Unterwäsche und die Erinnerung daran, dass Jared Leto tatsächlich mal ein guter Schauspieler war.
5/10 Punkten. Der Killer will eine Niere entnehmen und setzt den ersten Schnitt direkt neben dem Bauchnabel. Biologie offenbar auf YouTube studiert.