Boll...ja das würde als Rezension warscheinlich schon reichen. Aber so einfach wollen wir es uns nicht machen, hinzukommt, dass dieser Mann mich mit einem seiner Filme sogar mehr als positiv überracht hatte in der Vergangenheit.
Heute Abend jedoch, im allmonatlichen Ritual eine Sneak Preview zu schauen, hat sich dieser Boll mich zum Feind gemacht!
Die ersten 15 Minuten habe ich noch amüsiert und mit einem stetigen Schmunzeln über Bolls klassisch sinnlose Dialoge verbracht, doch als der Film zum Kriegsfilm mit nicht präsenter Spannung wurde, wurde es mir dann doch zuviel der Zumutung und nach etwa einer Stunde verließ ich dann tatsächlich zum ersten mal empört und frühzeitig einen Film.
Das Argument, ein Kriegsfilm versucht nunmal Gewalt authentisch darzustellen ist wohl ein nicht von der Hand zu weisendes Argument, aber was bitte zeigt dieser Film, was nicht auch in jedem hundsbeliebigen gore-splatter-movie gezeigt wird? Die Gewalt in diesem Film steht in keinem Bezug zu irgendwelchen Kriegssituation zumal hier auf so unsinnige Methoden zurückgegriffen wird, dass man sich sogar als Otto Normalzuschauer fragt: "Warum nicht einfach eine Kugel verpassen?" Nein, besagtes Argument lasse ich nicht gelten, ich möchte hier nicht auf Genregrößen (wie Full Metal Jacket) verweisen, da dies sicher unfair wäre, aber Gewalt in Kriegsfilmen MUSS einfach anders eingesetzt werden. Als ästhetische Handlung die einen somit vor den Kopf stößt, pure Gewalt aus Hass etc...aber nicht unmotiviert irgendwem einen angespitzen Bambusstab durch den Hals jagen und dann weglaufen ohne weiter Reflektion über die Gewalt im Krieg.
Dass die Akteure dumm agieren ("Eine Abzweigung...mh...wir sollten uns aufteilen" FILMGESETZ NR1: Niemals aufteilen!!!) stört gar nicht, denn mal ehrlich, manchmal braucht so ein Film nun mal auf diese Art herbeigeführte Spannung. Allerdings wird diese Spannung einfach nicht aufgebaut! Obwohl die Soldaten in engen dunklen Tunneln rumkriechen, hatte ich zu keinem Zeitpunkt ein beklemmendes Gefühl. Die gewählte Perspektive und null Andeutungen von Gefahren verhindert einfach jedes Gefühl der Furcht. Wenn dann auch die Schockmomente aus einem lauten Ton und einem plötzlich einbrechenden Boden (deo ex machina) bestehen, ist jede Hoffnung auf Unterhaltung verloren.
Zum Glück gibt es nichts weiter zur Handlung zu sagen, denn die ist genretypisch unwichtig, nimmt man einmal schon erwähnte Größe FMJ raus.
FAZIT: Leider kein guter Kriegsfilm, ein einziger Spannungstiefpunkt ohne Auseinandersetzung mit moralischen Konflikten oder sonstigen Ansatzmöglichkeiten die ein solcher Film liefert. Wer nach Saw noch Lust hat zu sehen, wie man Menschen noch so töten kann, nur ein gutes Stück uninspirierter, sollte sogar ebenfalls die Finger hiervon lassen. Alles zwischen diesen Szenen nervt!
Ein Punkt für einen sympathischen Schauspieler und einen weiteren Punkt dafür, dass nicht ein farbiger zuerst stirbt.