In The Hand Of Dante
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Casey 08
Casey 08

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3,0
Veröffentlicht am 7. Juli 2026
Der Film soll ja echt eine ziemliche Enttäuschung aus diesem Jahr sein aber so schlecht finde ich ihn nicht. Erstmal finde ich die Idee mit der Suche nach dem Manuskript ist Schwarz-Weiß und dem Leben von Dante in normaler Farbe echt gut auch wenn man eigentlich gar nichts über Dante erfährt. Der Cast ist der vielleicht beste des Jahres (auch wenn die Kult-Darsteller nur Gastauftritte haben) . Hier hat man Oscar Isaac, Gal Gadot, Gerard Butler, Jason Momoa, Martin Scorsese, Franco Nero, John Malkovic und Al Pacino. Gal Gadot ist fürcherlich aber Oscar Isaac ist echt in Ordnung. Der Beste im Film ist aber ganz klar Gerard Butler der eigentlich in jedem Film überzeugen kann. Hier ist er ein fieser, cooler Auftragskiller der einfach spitze ist. Sein Charakter erinnert einem Quentin Tarantino Charakter aber nicht nur er, denn manchmal will man hier einfach einen auf Quentin Tarantino machen aber man kreigt es überhaupt nicht hin auch wenn hier extrem viele Kopfschüsse drin sind. Sonst ist der Film auf eine gewisse Art auch unterhaltsam und schöne Bilder gibt es auch.

Insgesamt ist es ein solider Film mit einem fantastischen Gerard Butler, vielen Kopfschüssen, schönen Bildern und grandiosem Cast.
FILMGENUSS
FILMGENUSS

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2,5
Veröffentlicht am 28. Juni 2026
BARES FÜR RARES – ODER: DIE GÖTTLICHE KOMÖDIE, LEICHT GEKÜRZT
von Michael Grünwald /

Was genau ist Gonzo-Journalismus?

Jedenfalls nichts aus der Muppet-Show. Es leitet sich auch nicht von Gonzales ab – im Grunde beschreibt es die Abkehr vom Objektivismus bei der Berichterstattung, ist subjektiv, polemisch, leidenschaftlich. Mehr etwas wie ein innerer Bericht, eine Ich-Bekundung zu welchem Thema auch immer.

Hunter S. Thompson zum Beispiel war so jemand. Filmfreunde und Freundinnen wissen: Dieser Mann lieferte die Vorlage zu Terry Gilliams Fear and Loathing in Las Vegas – einem Bericht also, der beschreibt, wie sich mit allerhand Drogen und Alkohol die Realität verzerren lässt.

Die göttliche Komödie ist gar nicht zum Lachen

Wer da auch noch als Pionier für diese Ego-Form der Reportage gilt, ist Nick Tosches. Er schrieb nicht nur Biografien über Künstler wie Jerry Lee Lewis, sondern ersann auch manch Belletristisches, wie zum Beispiel den Fake-Artefakte-Thriller In the Hand of Dante. Dabei ist von Dante Alighieri die Rede, dem italienischen Wunderwuzzi aus dem Mittelalter, dem wir die Göttliche Komödie zu verdanken haben – einer symbolischen Reise durch das Jenseits, gegliedert in 3 Teile: Die Hölle, das Fegefeuer und das Paradies.

Zuerst muss man als Sterblicher durch die Hölle, die wiederum ist in 9 Kreise eingeteilt – dabei lässt sich dieser ganze opulente und einzigartige Text noch weiter auseinanderklamüsern, alleine der 8. Kreis der Hölle gliedert sich abermals in zehn Bögen. Was da alles auf uns zukommt, wenn wir abnippeln – sagenhaft. Selbst Dante musst davon entzückt gewesen sein, oder von seinem eigenen Werk erschlagen.

Julian Schnabel und sein Gaunerstück

Gleich zu Beginn schickt uns der Künstler und Feingeist Julian Schnabel, der schon so manchen Künstler portraitiert hat, darunter Vincent van Gogh und Basquiat, zwar nicht durch das Inferno der Hölle, sondern gemeinsam mit Oscar Isaac in zeitgemäßer Tracht des 13. Jahrhunderts zumindest auf den im Purgatorio aufragenden Läuterungsberg.

Er selbst beschreitet den Weg, Dante Alighieri – denn niemand anderen spielt der Star in diesem ausschweifenden Hybriden aus kostümträchtigen Historienfilm und einem Mafiakrimi, der sehr viele nervöse Finger über sehr viele sensible Abzüge legt. Will heißen: In the Hand of Dante macht kaum Gefangene, was ich bei Julian Schnabel nun wirklich nicht vermutet hätte.

Von diesem schmackhaft mediterranen Ambiente verabschiedet sich der Filmemacher nur kurz, um nahe zur Jahrtausendwende 2000 bei eingangs erwähntem Nick Tosches vorbeizusehen, der sich in seiner literarischen Vorlage auch selbst zum Protagonisten erklärt hat.

Zurück in der Zukunft

Wie sich unschwer im Laufe der Handlung erkennen lässt, sieht der historische Dante diesem Nick Tosches erstaunlich ähnlich. Auch Love Interest Gal Gadot, die sich hier um redliches Schauspiel bemüht, scheint als verführerische Sekretärin mit Flashback an ein früheres Leben auch schon mal existiert zu haben. Und zwar als zumindest historisch gesicherte Gemma Donati, die bessere Hälfte des Poeten.

Wenn man also bislang schon nichts über Dante gewusst hat, so weiß man durch Julian Schnabels Film und vielleicht auch durch meine Review hier schon etwas mehr. So richtig schräg wird es dann, wenn die schwarzweiße Hatz nach diesem einzigen Manuskript, das es von Dante geben soll, losbricht. Der vom Meister bekritzelte Packen Papier: unbezahlbar – doch John Malkovich als Schwarzmarktpate will ihn haben!

Sympathieträger unter Italiens Sonne

Er schickt Nick Tosches gemeinsam mit einem Herren fürs Grobe los, einem Ungustl unter der Sonne, so einen gibt es kaum ein zweites Mal. Und Gerard Butler hat, während er diesen obszönen Killer mimt, sichtlich Freude daran. Oscar Isaac muss da sehen, wo er bleibt – und kompensiert seine Rolle mit allerhand Arroganz.

Sympathisch ist das nicht. Sympathisch ist in Schnabels Film überhaupt niemand so richtig. Und dennoch bleiben diese miniatürlichen Gaunereien, diese Dialogskizzen, die der Film zum charakterlichen Ausbau seiner Charaktere benötigt, nicht ohne Faszination.

Vom Anlocken Schaulustiger

Tatsächlich kann diese zwischen knallhartem Mafiaepos und Dan Brown, der auf einen Drink mit Nicolas Cage aus der Vermächtnis-Abenteuerfilmreihe geht, durchwegs auf eine Weise unterhalten, die hart an Schaulustigkeit grenzt.

Ordentlich im Weg steht ihm dabei der gescheiterte Versuch, den Ursprungs-Dante, und eben nicht seine Reinkarnation, auf den Weg zu bringen. Da reißt es ihn innerlich um, den Dichter, zwischen Selbstmitleid, Lamento und Entrücktheit – ein Geschwafel sondergleichen, bei dem sogar Martin Scorsese, versteckt unter ordentlich Haarwuchs, auch noch mitmischt.

Dante als ungreifbare Figur

Ergiebig sind diese Abstecher ins Mittelalter überhaupt nicht. Als Backpulver für einen Film, der sich sonst wie ein Trivialkrimi aus der Groschenroman-Abteilung anfühlt und Stereotypen schafft, dass es ärger nicht geht, vielleicht auf eine gewisse Weise sinnvoll – doch beides passt schlichtweg nicht zusammen. Wer Dante war? Davon hat man auch am Ende keine Ahnung.

Als Künstler will man Kohle machen

Wenn ein Schriftsteller also mit Abstand von 600 Jahren abermals auf sein Werk blicken würde – würde er all die verborgenen Fehler darin erkennen, die man hätte besser machen können? Schnabel wünscht sich diese Meta-Ebene so sehr, doch ein Gespür dafür, wie er sie hineinbringt, hat er nicht.

Vielleicht liegt es an der selbstgefälligen, viel zu zynischen Spielweise des Oscar Isaac,. Der ja den ganzen Film dominiert und der am Ende scheinbar seinen Charakter verrät, wäre da nicht diese Sache mit der Reinkarnation, die so manches erklärt. Und nebenbei den Wunsch erfüllt sieht, als Künstler reich zu werden.

Was bleibt ist ein unrunder Versuch, einen Egotrip als Egotrip zu inszenieren. Starbesetzt zwar, aber nicht reif fürs Paradies, scheitert In the Hand of Dante am Läuterungsberg immer wieder am Aufstieg.




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