Für mich ist dieser Film durch seine Genre-Zeit-Vermischung (da ist doch wirklich für jeden was dabei), durch seine wunderbare Besetzung (u.a. Tom Hanks, Halley Berry, Hugo Weaving,...) durch seine großartig kreierten Bilder, durch sein wirklich gutes Drehbuch und dadurch, dass ich nach fast 3 Stunden Film immer noch mehr wollte, mein persönlicher Lieblingsfilm geworden. Gerade dadurch, dass er eben nicht einfach oder vorhersehbar ist, macht er so Spaß. Wer sagt denn, dass man Filme gleich beim ersten Mal schauen komplett verstanden haben muss? Für mich macht das bei dem Film auch wirklich den Reiz aus, bei jedem erneuten Ansehen wieder etwas Neues entdecken zu können. Wenn ihr einfaches Kino wollt, seid ihr hier falsch. Bei dem Film muss man mitdenken ;)
Adaptionen von als unverfilmbar geltenden Büchern haben für mich einen ganz besonderen Reiz. Gerade die Aspekte in denen sie unweigerlich scheitern faszinieren und regen zum Nachdenken an. Aber dieses grandiose Werk hätte nicht zwingend scheitern müssen, wenn die Regisseure sich die künstlerische Freiheit genommen hätten, für den Film einen größeren Zusammenhang der einzelnen Episoden zu konstruieren. Meiner Meinung nach wäre das durchaus machbar gewesen und hätte die Verfilmung zu einem für ein weitaus breiteres Publikum zugänglichen Meisterwerk werden lassen.
Eines vorweg: Wenn man ''Cloud Atlas" nicht gerafft hat, hat man verloren. Und nicht der Film hat verloren, sondern man selbst, weil man sich diesen hervorragenden Streifen entgehen hat lassen-"Cloud Atlas" ist nämlich ein wirklich erstaunlicher Film.
Allein einmal die Starbesetzung, die bewundernswerten Bilder und die wahrlich atemberaubende Maske, die ergreifende Musik- selbst ohne gute Geschichte würde das schon einen guten Film bilden. Aber besonders die Geschichte ist, was den Film so besonders macht. Zunächst einmal sorgen die vielen Zeit- und Storysprünge für heillose Verwirrung. Dann aber, desto weiter man "Cloud Atlas" ansieht, lebt man sich in jede einzelne Geschichte hinein, bis das Ende großen Sinn ergibt- nicht ohne von Dramatik und Epik zu glänzen. Man bekommt seine ganz persönliche Lieblingsgeschichte, man merkt, welche Story die ergreifendste ist, welche die lustigste, die spannenste. Schlussendlich hat man unglaublich viele Personen und Zeitalter im Kopf, was aber gut ist- denn der Film ist nicht ohne Moral; er versucht vielmehr, uns gleich mehrere Botschaften zu überbringen. Und ob die Story im 18. Jahrhundert spielt oder in der Zukunft- man merkt, wie viel Arbeit in dem Werk steckt.
Um noch mal auf Schauspieler und Maske zurückzukommen: Jeder der handvoll Schauspieler belegt bis zu ein Dutzend Rollen, was aber fast nicht auffällt- eben nur dann, wenn es gewollt ist. Das ist schlichtweg faszinierend, und hängt auch unmittelbar mit der Handlung und Botschaft zusammen. Um Tom Hanks als Beispiel zu nehmen: Das eine Mal tritt er als rothaariger, widerlicher Schiffsarzt auf, das andere Mal als 90- Jähriger Großvater, dann wieder als Verbrecher mit deutlich asiatischeren Gesichtszügen (und noch viele mehr). Und wie die Maskenbildner es schaffen, alle diese Charaktere so unterschiedlich- gezeichnet von Leben und Zeit- und doch irgendwie gleich aussehen zu lassen, ist grandios. Wirklich, wirklich Hut ab vor der Maske.
Aber auch wie die verschiedenen Jahrhunderte dargestellt werden, lässt einen nicht los. Besonders die Zukunft- an alles wurde gedacht, selbst, wie sich Sprache und Dialekt im Laufe der Zeit verändern (was, wie einige falsch verstandenen haben, nicht das Werk eines betrunkenen Drehbuchübersetzers ist, sondern ein Meisterwerk der Sprachwissenschaften). Dazu noch tolle Effekte.
Ich habe "Cloud Atlas" einen halben Stern abgezogen- der Grund ist, dass mir unter den vielen Geschichten einige nicht gefallen haben, wie z.B. das Ende oder einfach die Zeit, in der sie spielt. Die Geschichte der praktisch versklavten Arbeiterin etwa fand ich zu deprimierend; die Entwicklung des jungen Musikers hat mir nicht zugesagt und auch meinem Lieblingscharakter (Zachary) hätte ich ein anderes Ende gewünscht. Aber über die Handlung der einzelnen Storys muss man hinwegsehen, wenn sie einem nicht gefällt. Denn es geht in dem Film um das Ganze, und nicht um ein paar Szenen.
Fazit: Ein hervorragender Film mit grandiosen Elementen, der einen sicherlich begeistern wird, wenn man fähig ist, ihn zu verstehen.
Tipp: Abspann ansehen. Nach der üblichen Liste erscheint eine kurze Zusammenfassung aller Rollen, die jeder Schauspieler übernimmt. Man merkt hier, das jeder in beinahe jeder Story mitspielt. Wird für einige aufgehende Lichter sorgen.
Ich gebe es ehrlich zu: ich hab gar nicht erwartet dass ich diesen Film raffe. Ich bin gar nicht mit der Ambition herangegangen und hab darum dank auf Null geschraubter Erwartungen vor allem eines gesehen: einen sehr langen Film der so wirkt als zappe man einmal quer durchs Fernsehprogramm. Nahezu alle Genres sind vertreten, auch wenn man den Film wohl unter dem Obergriff „Science-Fiction“ erfassen könnte. Trotzdem gibt es humoristische Szenen, dramatische Momente die aussehen wie aus Kostümfilmen und Momente die auch aus dem nächsten „Matrix“ stammen könnten. Durch all das hetzt eine Story die in ihrem epischen Ausmaß vielleicht im Buche vorgegeben und skizziert ist, die man als Zuschauer aber zu keinem Zeitpunkt ernsthaft reinfindet, es sei denn man hockt sich mit einem Notizblöckchen hin. Regisseur Tom Tykwer gibt auch an dass man den Film mehrfach sehen muss da in etlichen Szenen unauffällig „Trüffel“ versteckt seien – aber ich bin ehrlich, in diesem Falle werde ich wohl kein Trüffelschwein mehr werden. Und ich bin erleichtert wenn ich andere Kritiken lese: die Bildgewaltigkeit zweifelt keiner an, ebenso wenig die Performance der Darsteller welche sich zu einer echten Starbesetzung zusammenfinden (mit Halle Berry, Tom Hanks, Jim Broadbent und Hugo Weaving) und den Umstand dass dies ganz einfach ganz ganz ganz großes Kino ist – aber von himmlischer Begeisterung bis hin zu totaler Ablehnung ist alles dabei. Wäre schlimmer wenn der Film einfach so fürs Protokoll sinnlos in den Himmel gehievt würde, so weiß ich das sich auch andere damit schwer tun. Es ist übermenschliches, gigantisches Mega-Kino mit dem Sonderpluspunkt dass es aus europäischen Mitteln finanziert wurde und definitiv mit Hollywoodstandards mithalten kann, aber ebenso wenig ist es ein normal konsumierbares Werk: es ist ein Kraftakt, natürlich von den Machern die so ein episches Monster gestemmt bekommen haben, aber auch vom Zuschauer der die Nummer bis zum Ende durchhält.
Fazit: Gigantisches Kino das seine epische Story brutal zerfetzt erzählt und damit eine totale Daueranstrengung bedeutet!
"Cloud Atlas" ist ein Film, welcher grandios in Szene gesetzt wurde - und das von drei verscheidenen Regisseuren. Doch damit ist dieser Film nicht besonders genug. Er spielt in verschiedenn Epochen, von der Vergangenheit bis weit in die Zukunft, erzählt sechs verschiedene Handlungsstränge und manche Schauspieler haben bis zu 5-6 verschiedene Rollen. Kann sowas, so unglaublich wie dies klingt, denn auch funktionieren?
Die Optik und Ausstattung ist phänomenal, insbesondere wenn man bedenkt, dass das Budget ca 1 Mio $ beträgt. Durch diese sehr verschiedenen Handlungen gibt es viel Abwechslung. Die Schauspieler wie Tom Hanks, Halle Belly, Jim Broadbent, Jim Sturgess oder Hugo Weaving spielen ihre verschiedenen Rollen so gut, dass es nicht stört, dass sie mehrere Rollen spielen, sondern es macht Spaß ihnen zuzuschauen. Trotzdem hat der Film seine Macken. Die Story mag komplex sein, doch was die Handlungsstränge gemeinsam haben ist im Endeffekt doch etwas mager. Was probiert wird, einem in 2h45 zu erzählen, hätte man möglicherweise auf 2h kürzen können, auch wenn der Film nie wirklich langweilig wird.
Fazit: Optik, Ausstattung, Originalität und Schauspieler top, doch etwas lang und wo das ganze hinführt ist am Ende dann doch nicht so überzeugend.
Bildgewaltiger Episodenfilm, der dem Zuschauer einiges an Konzentration abverlangt. Definitiv kein Popcorn-Kino. Die Wachowski-Sisters (Matrix - einst noch als Brothers) und Tom Tykwer (Lola rennt) haben den roten Teppich zur Zweitsichtung weit ausgerollt.... Intellektuell aufgeschlossene Zeitgenossen können sich auf ein konzeptionell einzigartiges Spektakel freuen, gut agierende Schauspieler in variierenden Rollen inklusive.
Same procedure as every century.... aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt! "Was ist ein Ozean, wenn nicht eine Vielzahl von Tropfen"
Nach Zweitsichtung muss ich die 4 Sterne nach oben korrigieren.
Viel Lärm um Nichts. Eine Bilderlawine ohne erkennbaren Inhalt. Warum ging es da nochmal genau? Hab ich nicht verstanden. Bedeutungsschwangeres Geflüster ohne Bedeutung. Maske, Ausstattung, die Naturbilder und die Kamera sind toll. Dafür gibts zwei Sterne.