Neueste Kritiken: Die Tribute von Panem - The Hunger Games - Seite 5
Die Tribute von Panem - The Hunger Games
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Veröffentlicht am 24. September 2012
"The Hunger Games" zeigt uns eine dytopische Gesellschaft in Pastelltönen, deren herrschende Klasse aus Clowns besteht, die Gladiatorenspiele veranstalten, um ihre Herrschaft zu untermauern, sich in der diesjährigen Veranstaltung aber von einer jungen Revoluzzerin ein Schnippchen schlagen lassen. Wäre die ganze Angelegenheit nicht dermassen harmlos und seicht geraten, hätte das ein richtig guter Film werden können. So ist lediglich ein Teeniefilmchen rausgekommen, das nicht wirklich zu überzeugen weiss.
nachdem der film als neuer twilight beschrieben wurde, war ich zunächste extrem skeptisch, doch der neue fantasy epos hat mich positiv überrascht. jennifer lawrence überzeugt als taffes mädchen, während josh hutcherson ziemlich blass in seiner rolle bleibt. stanley stucci, elizabeth banks und donald sutherland überzeugen in den nebenrollen! ebenfalls positiv an zu merken ist die konsequenz des filmes. anstatt eines weichgespühlten wettkampf für kinder wird hier ein brutaler überlebenskampf gezeigt.
Lange, lange habe ich einen großen Bogen um die Hungerspiele gemacht, da zum einen der Hype darum, zum anderen die Vielzahl an schlechten Kritiken mich lange davon abgehalten haben, mir diesen Film anzusehen – zu Unrecht wohlgemerkt, denn allein schon Atmosphäre und Flair der Tribute von Panem ist es wert, ihn anzusehen. Außerdem ist es geradezu wunderbar endlich einmal eine wirklich starke Heroin als Hauptfigur zu sehen, die nicht vor Klischees strotzt. Ja natürlich ist die Geschichte eher ein zusammengewürfelter Wust aus schonmal dagewesenem. Battle Royal trifft auf Gladiator, trifft auf Running Man, trifft auf DSDS, trifft auf … Doch die Welt, die in diesem Film geschaffen wurde, ist stimmig und gefällt mir sehr, auch wenn sie etwas unter der zahnlosen Umsetzung im Film leidet. Der vollkommen überspitzen Darstellung des Medienereignisses fehlt doch ein bisschen der Gegenpart des düster grausamen, widerlichen Kinder-schlachten-Kinder-Gedankens der dahintersteckt, aber was tut man nicht alles um die Altersbegrenzung zu senken – sei´s drum.
Die Tribute von Panem sind eine sehr emotionale Geschichte mit gut ausgearbeiteten Charakteren und da kann man gern ein paar Logikschwächen verzeihen, aber ein paar Stellen sind wirklich dermaßen dämlich, dass sie weh tun. (in 74 Jahren ist noch nie jemand auf die Idee gekommen sich ähnlich emotional oder zumindest aus Blutlust oder mit der Aussicht auf endlose Reichtümer freiwillig zu melden?) Glücklicherweise gehen diese ungeheuer schwachen Momente in der enormen Laufzeit dann doch unter.
Der Film lässt sich nämlich viel Zeit, was auch die 2:22h Laufzeit erklärt. Es wird die Welt vorgestellt, die Auswahlzeremonie und die Spiele werden so abnorm übertrieben gefeiert, dass es einem fast im Hals stecken bleibt. Jedoch nur fast, da die Wirkung des symbolischen Charakters der ins Extrem getriebenen Mediengeilheit hier dummerweise etwas verspielt wird, dennoch funktioniert die Sozialkritik hier zumindest in der ersten Hälfte des Films. Die darauffolgende, recht interessant umgesetzte Liebesgeschichte läutet die etwas schwächere, zweite Hälfte der Hungerspiele ein – nämlich die tatsächlichen Hungerspiele. Das Ausmaß der gezeigten Gewalt steht hier weit hinter dem anderer Genrevertreter zurück, ist jedoch für den Film völlig ausreichend. Leider häufen sich dann hier auch wieder die Logikschwächen, ein wirklicher Gedanke von Kampf oder zumindest einer wilden Hatz kommt so gut wie nie auf und was am meisten stört ist, dass sich unsere Heldin von hier an einfach nur so durchmogelt. Nie steht sie vor dem moralischen Dilemma, welcher den eigentlichen Grundgedanken des Films ausmacht. Das ist wirklich schade, da hier eine interessante Charakterzeichnung einfach so umgangen wird. Spannung, Romantik, Action – alles ist in gewissem Maße vertreten, ohne jedoch neue Maßstäbe zu setzen.
Was bleibt ist ein guter, unterhaltsamer Fantasy-Film mit guten Ansätzen, der für meinen Geschmack etwas zu weichgespült ist, dafür aber mit einer gut durchdachten Welt, einer interessanten Geschichte und einer starken, ersten Hälfte aufwarten kann. Dass der Hauptcharakter weiblich ist und es der Film als einer der wenigen schafft gerade das nicht zu versauen, bringt ihm einen weiteren Pluspunkt ein.
Grundsätzlich sollte ich voranschicken, dass Hollywood mich ganz allgemein in puncto erzählerische Dichte, Struktur, Tiefgang und Stringenz schon lange nicht mehr vom Hocker haut und TV Serienperlen der vergangenen Dekade a la Sopranos, The Shield, Breaking Bad u.v.a. den üblichen Hollywood Mix aus CGI, Bombast, Action, Bilderfluten und oftmals halbgarer Geschichte mittlerweile um Längen überbieten - wohl auch ein Grund warum sich immer mehr internationale Filmstars in solchen TV-Produktionen wiederfinden lassen. Insofern gehe ich meist völlig erwartungslos ins Kino (oder schaue DVD) und lasse mich auch vom branchenüblichen Hype mit tausend gleichförmigen Trailern und viel Blahblah um Nichts nicht anstecken. Das macht mir nur das eigentliche Kino- Erlebnis madig und beeinträchtigt Objektivität und Bauch-o-meter - schliesslich handelt es sich meist jeweils nur um 1-2 Stunden verfilmte Illusion, eine hübsche Nebensache - ganz besonders wenn diese Illusionen aus der Traumfabrik kommen.
Interessant wird es u.a. da wenn man bei der Durchsicht von Userkritiken feststellt, dass ein bestimmter Film doch ziemlich stark polarisiert und sich so mancher Fan (von Fanatic ;) ) sich anscheinend einen ganzen Tag lang Zeit nimmt um seine Mißgunst (oder seine Begeisterung) in Form einer endlosen Rezession auszudrücken. Mit fällt dazu immer die englische Redensart "Get a Life" ein...
Aber zum Film: Erstmal war ich überrascht, dass es sich bei den "Tributen" eben nicht um "Harry Potter goes Survival" handelt und eine eher düster-dystopische Grundstimmung den Film durchzieht der in mir manche Beklemmung auslöste eben weil ich in der Darstellung jener zukünftigen Welt faschistoid-diktatorischer Prägung doch eine Menge Bezüge zu unserer allmählich zerfallenden Konsumwelt westlicher (u. kulturimperialistischer) Prägung sah - das mag meine persönliche Interpretation sein - angesichts der aktuellen Realitäten und Geopolitischen Planspiele erscheint mir eine solche Zukunft wie im Film dargestellt garnicht mal so abwegig - auch unabhängig davon ob dieser Eindruck nun von den Filmemachern so beabsichtigt wurde oder nicht. Die völlig dekadenten Bewohner des Kapitols alleine erzeugten in mir pure Abscheu - eine Abscheu die ich auch schon heutzutage gegenüber jenen empfinde, die sich (Zitat Charles Bukowski:) auf die "goldenen Scheißhäuser der Kultur" (und Politik) abonniert haben und das auch noch hip und ganz normal finden, während der "Kleine Mann" sich zusehends sowohl materiell wie ideell in immer kärgeren Seinsbedingungen wiederfindet und mit Brot und Spielen bei Laune gehalten wird - von zynischen Macht-Apparatschiks zwangsverwaltet. Klar das Script verfolgt oberflächlich dem Prinzip der allseits bekannten "Zehn kleinen Negerlein" - dennoch wurde hier der Unterbau für eine verstörende "Schöne Neue Welt" geliefert der mich neugierig auf die nachfolgenden Teile der Trilogie macht.
"Die Tribute von Panem-Tödliche Spiele" hat mir sehr gut gefallen. hätt ich nicht gedacht,dass er mich so umhauen würde. in diesem film ist fast alles dabei action,spannung und tragik! es gab zwar ein paar kleinigkeiten,die man hätte besser machen können deswegen auch der kleine abzug,aber im sonst wirklich alles top auch da ende ist super!
Ich muss sagen, der Film hat mir gefallen. Zwar gab es schon einige Wendungen in der Story, die fragwürdig waren, dies fällt aber nicht so schwer ins Gewicht. Was ich allerdings zu bemängeln habe, ist die FSK-Einstufung. Für die Gewaltszenen, die in diesem Film vorkommen, ist eine FSK 12 meines Erachtens noch zu gering.