Alles in Butter
Durchschnitts-Wertung
3,2
21 Wertungen

1 User-Kritik

5
0 Kritik
4
0 Kritik
3
1 Kritik
2
0 Kritik
1
0 Kritik
0
0 Kritik
Sortieren nach:
Die hilfreichsten Kritiken Neueste Kritiken User mit den meisten Kritiken User mit den meisten Followern
No Use For A Name
No Use For A Name

14 Follower 1.209 Kritiken User folgen

3,0
Veröffentlicht am 30. Oktober 2025
Ja, der heimliche Star des Films ist ganz klar Olivie Wilde! Die von ihr dargestellte Stripperin ist so komplett durchgeknallt, gleichzeitig aber auch auf eine charmante Art so wunderbar direkt und ehrlich. Das gefiel mir sehr und hat mir auf jeden Fall die meisten Lacher entlock! Ohne dieses wilde Huhn wäre die Geschichte um den jährlichen Butterskulpturschnitzwettbewerb (unglaublich: die meisten der Skulpturen im Film sind wirklich aus echter Butter!!) lediglich eine lauwarme Durchschnittscomedy! Schade, dass ihre Figur im Verlauf immer weiter in den Hintegrund rückt, ich hätte gern mehr davon gesehen!

Auch stark fand ich Jennifer Garner als maximal politisch inkorrekte Hausfrauen-Zicke ("Afro-Iowanerin? Ja, ich kann doch nicht ständig nachfragen, wie man die jetzt nennen soll!") - eine Rolle, in die sie hervorrand reinpasst! Hugh Jackman hat eine zu kleine Nebenrolle, als dass er daraus irgendetwas Substanzielles herausholen könnte und wirkt auf mich eher gelangweilt. Ashley Greene wiederum kann hier mit ihrer dämlichen Twilight-Rolle endlich mal aufräumen und sich auch mal für eine etwas größere Rolle ins Gespräch bringen.

Tja, und dann noch die kleine Yara Shahidi, die sich für meinen Geschmack zu sehr in der "Die kleine Schwarze räumt in der weißen Vorstadt auf"-Rolle sonnt, ohne wirklich eigene Akzente setzen zu können und auch schauspielerisch nicht wirklich überzeugend war. Genau genommen hat sie mich ziemlich genervt, sie zeigt keinerlei Mimik und unbeholfene Gestik und null Charisma. Den ganzen Film über hat sie lediglich einen einzigen Gesichtsausdruck, ob sie grad den Wettbewerb gewonnen hat oder gerade ihre Skulptur zerstört wurde - Aus meiner Sicht eine klare Fehlbesetzung!

Nichtsdestotrotz weiß der Film schon zu unterhalten. Die Spannung und Dramaturgie generiert sich hauptsächlich aus der schonungs- und erbarmungslosen Demaskierung der weißen amerikanischen Durchschnitts-Vorstadtgesellschaft, die mit einer Stripperin ebensowenig umgehen kann wie mit einem schwarzen Mädchen. Das ist dann wiederum (trotz der langweiligen Performance von Yara Shahidi) ziemlich gut gelungen und funktioniert erstaunlich gut. Meine Lieblingsszene und thematisch am meisten on-point: Olivia Wilde fährt mit ihrem Fahrrad über den Sportplatz der lokalen High School, auf dem gerade die Schul-Brassband übt, dreht plötzlich ab und fährt mitten durch die Truppe ("Aus dem Weg, ihr Schlampen!"). Und wie reagieren die darauf? Die rufen ihr hinterher: "Hier ist Radfahrverbot!" - Herrlich!!

Das Ende ist dann allerdings für meinen Geschmack dann wieder viel zu seicht und handzahm, das passt besser in einen Disney-Film und so gar nicht zur bisherigen Tonalität dieses Films. Da hätte Regisseur Jim Field Smith durchaus etwas mehr Mut haben können. Kleine, interessante Randnotitz: Obwohl sich der ganze Film um die kleine Destiny herumdrapiert (sie erzählt die Rahmenhandlung auch im Voice-Over und ist irgendwie ja auch Dre- und Angelpunkt der ganzen Action!), ist sie weder auf dem Cover zu sehen, noch taucht der Name der Schauspielerin bei den immerhin sieben (!) genannten dort auf...

FAZIT: Harmlose kleine Vorstadt-Komödie, die zwar an sich einigermaßen unterhält, aber erst durch die vogelwilde Performance von Olivia Wilde und die herrlich bösartig-zickige Jennifer Garner an Substanz gewinnt. Sicher kein großer Film, aber für einen verregneten Novembertag kann man da auch nichts falsch machen. In jedem Fall aber sehenswert: Die tollen Butter-Skulpturen, das gab's noch in keinem Film zu sehen!!
Möchtest Du weitere Kritiken ansehen?