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Anonymer User
1,5
Veröffentlicht am 22. April 2010
Die Asiaten haben die Idee in Varianten schon oft vernudelt und natürlich kennt der Trashcineast den Stoff auch zu Genüge. Das opulente Original "Sengoku jieitai" aka "Time Slip" mit Sonny Chiba gibt es immerhin schon seit 1979 und wurde kurze Zeit später sogar in Form eines offensichtlichen US-Remakes namens "Der Letzte Countdown" verarbeitet. Es gibt sicher noch mehr davon, was wir nie zu Gesicht bekommen werden. Vorletztes Jahr lief im Japan-TV sogar ein Mehrteiler, der den gleichen Stoff behandelte. Von allen Versionen ist der neue Spielfilm der Schwächste, finde ich. Ansich eine großartige Idee, aus der man viel machen könnte, aber irgendwo klemmt es immer. Sei es "Time Slip" (5/10) wegen seiner holprigen Brutalitäten, "Der letzte Countdown" (4/10) wegen seiner fragwürdigen Aussage oder den aktuellen, doch recht konfusen und debilen Kinofilm (3/10). Am besten gefiel mir persönlich -man staune- die TV Fassung (6/10), die sich natürlich mehr Zeit für Charaktere, japanische Geschichte und Politik nimmt. Die besitzt allerdings den Pferdefuß, dass sie ohne größere Spannungsmomente im zweiten Teil recht zäh wird.
Der Film wird angepriesen als moderne Version des alten 80ies-Flicks “Time Slip”. Der hat zwar auch so seine offenen Fragen und Logiklöcher, existiert aber dennoch zwanglos als Klassiker, vielleicht auch mit leichter Trash-Attitude... “Samurai Commando” kommt jetzt aber also bierernste Aufwärm-Suppe ohne Ideen, ohne Spannung und ohne Sinn daher.
Die Story ist schnell erzählt, der Film macht sich auch nicht die Mühe, das Thema oder die Figuren irgendwie zu exponieren, sondern man wird sofort hineingeschmissen in die Geschichte. Das hat dann auch zur Folge, dass man praktisch instant den Überblick verliert, wer hier jetzt wer ist und was macht. Auch bekommt man überhaupt keinen Bezug zu den Charakteren, so dass es auch vollkommen wurscht ist, wenn jemand stirbt. Die Action indes ist für so einen Film ziemlich rar gesät und sieht zudem auch richtig scheiße aus. An billigen CGI-Effekte wird nicht gespart, das verleiht dem ganzen Quatsch einen krassen Trash-Look, geradezu wie ein waschechter “The Asylum”-Film. Nur leider nimmt sich der Film viel zu ernst, als dass das jemals Spaß machen könnte. Und wenn dann der entflohene General auch noch im Jahr 1549 eine komplette Ölverarbeitungs-Industrie etabliert, dann ist’s auch mit der Logik endgültig vorbei. Einzig die schönen historischen japanischen Kostüme sind schön anzusehen und retten den Film zumindest ein ganz klein wenig.
FAZIT: Billig aufgewärmter “Time Slip”-Klon, der absolut nichts zu bieten hat. Schlimme CGI-Action, ein schwaches Drehbuch, dass sich null (!) für Charaktere, Logik oder irgendeinen Sinn interessiert, grottige Schauspieler und eine lahme Inszenierung machen den Film schon in den ersten 10 Minuten zum Rohrkrepierer. Das war nix, dann lieber noch mal das Original schauen!