Nach dem Überraschungserfolg von Wickie und die starken Männer kehrt der kluge Wikingerjunge in Wickie auf großer Fahrt zurück – diesmal ohne Michael "Bully" Herbig auf dem Regiestuhl, aber erneut mit Jonas Hämmerle als Wickie in der Hauptrolle. Der zweite Realfilm der beliebten Kinderfigur setzt auf mehr Abenteuer, neue Schauplätze und eine Extraportion Action – und bleibt dabei dem Geist des Originals treu.
Wickie wird zum Kapitän
In diesem Teil muss Wickie nicht nur einmal mehr seinen Mut und sein Köpfchen beweisen, sondern auch erstmals das Kommando übernehmen: Als sein Vater Halvar (wieder gespielt von Waldemar Kobus) von Piraten entführt wird, liegt es an Wickie, die "starken Männer" zu führen und sich auf eine gefährliche Reise bis nach China zu begeben. Dabei gilt es, das sagenumwobene Reich des Goldenen Drachens zu finden – und ganz nebenbei den Vater zu retten.
Die Geschichte bringt frischen Wind in die Saga, indem sie Wickie wachsen lässt: vom schüchternen Jungen zum verantwortungsvollen Anführer. Auch wenn die Geschichte dabei etwas konstruierter wirkt als im ersten Film, funktioniert sie gut als familienfreundliches Abenteuer mit klaren Botschaften über Freundschaft, Mut und Verstand.
Mehr Action, weniger Bully-Humor
Regisseur Christian Ditter führt diesmal Regie – und das merkt man: Wo im ersten Teil Michael Bully Herbig mit seinem typisch ironischen Humor und liebevollen Anspielungen für Lacher sorgte, bleibt der zweite Teil deutlich geradliniger. Die Gags sind kindgerechter, aber nicht ganz so pointiert. Zwar gibt es nach wie vor schräge Figuren und Slapstick-Momente, aber der ganz spezielle Bully-Charme fehlt merklich. Auch ein vergleichbarer Überraschungsauftritt wie der von Bully als spanischer Reporter aus Teil 1 bleibt aus.
Visuell beeindruckend
Was dem Film allerdings gut gelingt, ist das Visuelle: Die Kulissen, die Requisiten und vor allem die Effekte sind aufwendiger und ambitionierter als im Vorgänger. Die Reise bis ins ferne Asien bietet viele Schauplätze, bunte Bilder und ein gutes Tempo, das Kinder bei der Stange hält. Besonders das Finale im Reich des Drachen wartet mit viel Fantasie und großen Bildern auf.
Fazit
Wickie auf großer Fahrt ist ein solides Sequel mit liebevollen Figuren, spannender Handlung und einem stärkeren Fokus auf Abenteuer. Auch wenn der Film humoristisch nicht ganz an den ersten Teil heranreicht und der typische Bully-Witz fehlt, bleibt es ein unterhaltsames Spektakel für die ganze Familie – vor allem für jüngere Zuschauer.