Im Westen nichts Neues
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FILMGENUSS
FILMGENUSS

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3,5
Veröffentlicht am 6. November 2022
UM ELF UHR IST DER KRIEG VORBEI
von Michael Grünwald / filmgenuss.com

Sie sitzen sich gegenüber: Der Sozialdemokrat Matthias Erzberger (Daniel Brühl) von den Rechten als Novemberverräter später ermordet, und die französische Delegation, in einem Zug nahe Compiègne. Deutschland akzeptiert seine Niederlage und unterzeichnet den Waffenstillstand für den elften November um elf Uhr vormittags. So leicht geht das. Einfach die Unterschrift auf ein Blatt Papier setzen, und die wenigen Soldaten, die das Schlachten im zermürbenden Stellungskrieg in Nordfrankreich jahrelang geführt hatten, dürfen endlich heimkehren – sofern manch rechtsgesinnter General nicht auf die Idee kommt, diesen weitreichenden Entschluss zu ignorieren. Auf der einen Seite: das gesittete Schachern um Menschenleben, auf der anderen Seite das entmenschlichte Grauen. Mit dieser erschreckenden Diskrepanz weiß Regisseur Edward Berger geschickt zu arbeiten, und gerade in diesen Szenen, wenn der sattgefressene Oberbefehlshaber Friedrich (Devid Striesow) sein mehrgängiges Dinner verzehrt, während auf der anderen Seite Soldaten ihren Durst mit verdrecktem Regenwasser stillen, erinnert so manches an die grotesken Episoden aus Karl Kraus Den letzten Tagen der Menschheit, und wäre es nicht ein so erschütternder Teil der europäischen Geschichte, ließe sich fast eine Satire draus machen, wie Starship Troopers von Paul Verhoeven, der seine in Propagandawerbespots eingebetteten Rekruten für aussichtslose Kämpfe gegen Superinsekten verheizt. Doch das hier, Im Westen nichts Neues, ist realer Stoff, während das andere nur Mittel zum Zweck erscheint, die naive Euphorie einer Hurra-Kriegsführung den Wölfen zum Fraß vorzuwerfen. Berger lässt es bleiben, seine Schlachtplatte als künstlerisch motivierte Ansage gegen die Verrohung des Menschen zu inszenieren, wie es Francis Ford Coppola in Apocalypse Now getan und damit eine humanphilosophische Metaebene geschaffen hat. Im Westen nichts Neues ist, was es ist, bis auf seine letzten Szenen vielleicht, denn da erlaubt sich Berger eine frappante Änderung gegenüber der Vorlage. Der sinnlose Tod des Paul Bäumer wird dadurch noch sinnloser, falls das überhaupt möglich ist. Der Wille der Mächtigen zum Krieg noch bizarrer, falls man auch hier noch steigern kann. Bis dahin aber liefert ein opulent ausgestatteter, fast schon konventioneller Eventfilm Bilder von selten gesehener Detailperfektion, die an Sam Mendes‘ Schlachtenszenen in 1917 erinnern. Mendes aber setzt den Fokus sofort auf seine beiden Hauptdarsteller George McKay und Dean Charles Chapman und findet mit diesen Identifikationsfiguren sofort den richtigen Zugang zum Publikum. Die großen Schlachtfelder bleiben dort meistens irgendwo im Peripheren, die Odyssee der beiden durch eine unwirklich scheinende Apokalypse besitzt die nötige Subjektivität, um näher an die Protagonisten heranzukommen.

In der Verfilmung von Erich Maria Remarques Roman ist zwar auch Paul Bäumer die zentrale autobiographische Figur des Geschehens, doch Berger lässt gleich mehrere Rollen gleich wichtig erscheinen, wird flächendeckender und zieht seinen Radius viel weiter. In dieser Verfilmung wird, so unpassend es auch klingen mag, ein groß angelegtes Gemetzel zu großem Kino. Die Kamera blickt wie auf ein akribisch gesetztes Diorama, von links rücken die Tanks über das endzeitliche Schlachtfeld, rechts stürmen Miniaturen von Soldaten die mit allerlei Leichen und ausgebrannten Trümmern übersäte Landschaft. Und dann im Detail, wie bei Sam Mendes: Die Entbehrungen im Schützengraben. Verstümmelte Opfer, Blut, Mord, Totschlag. Wer sowas aushält, bekommt einiges serviert. So hat der erste Weltkrieg auszusehen, und mit Sicherheit hat sich das Team um Berger allerhand Experten zurate gezogen, um jeder Authentizitätsprüfung standhalten zu können. Der Einklang mit den tatsächlichen Ereignissen wird hingegen soweit gebogen, dass er gerade mal nicht bricht. Und dennoch: Ungefähr so muss es gewesen sein, und wenn all den Frischlingen beim ersten Granatenhagel das blanke Entsetzen ins Gesicht geschrieben steht, wird einem selbst etwas mulmig.

Den Kreislauf des Tötens und Getötet-Werdens unterstreicht Im Westen nichts Neues bereits eingangs mit ernüchternder Erkenntnis, um sich am Ende zu beklemmendem Irrsinn hinreißen zu lassen, der nicht im Buche steht. Dazwischen: Krieg von seiner malerischsten Seite, in atemberaubenden Aufnahmen zwischen Giftgas und schlammverkrusteten Gesichtern. Manche Szenen sind meisterlich in ihrer Intensität, vor allem jene, die Paul Bäumer das ganze Unrecht begreifen lassen.

Im Ganzen aber muss Berger mit Remarques Vorlage arbeiten, und kann diese nicht komplett anders gestalten, denn dann wäre es nicht mehr Im Westen nichts Neues. Was daraus geworden ist, sind mitunter zeitgemäße Betrachtungen zum Wesen der modernen Kriegsführung und des Krieges an sich, bleibt aber sonst traditionelles, fürchterliches Schlachtenkino für die große Leinwand. Beeindruckend, bis in die Nebenrollen erstklassig besetzt, aber distanziert wie der Blick auf eine monumentale Miniatur in einem Glaskasten irgendwo in einem Museum für Heeresgeschichte.
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SMTX 79
SMTX 79

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4,5
Veröffentlicht am 5. November 2022
Ein hervorragender und intensiver ANTI-Kriegsfilm!

Die Buchvorlage dient im Wesentlichen als Titelgeber und Vorlage für einige der handelnden Personen.
Kino:
Anonymer User
1,5
Veröffentlicht am 5. November 2022
Ich habe das Buch gelesen und den alten Film gesehen. Sicher. Manches verdient zu Recht eine Neuauflage, um auch bei den jungen Zuschauern Aufmerksamkeit zu erregen.

Ich hatte mich ob des Themas sehr für den Film interessiert und war gespannt, wie die neue Umsetzung ist.
Ich hoffte das Beste und wurde enttäuscht. Dieser Film gibt nur noch in Bruchstücken das Buch wieder und entfernt sich somit klar von der eigentlichen Intention des Werkes.
Schade, dass wichtige Szenen wie z.B. die Ausbildungszeit sowie deren Sinnlosigkeit auf dem Schlachtfeld, sowie der Grund, warum der Film "im Westen nichts Neues" heißt...dahinter steckt nämlich sehr viel Zynismus und Menschenverachtung.

Diesem wird der neue Film leider nicht gerecht und versucht in Hollywood-Manier das Thema zu greifen und schafft es doch nicht. Mein Lehrer hätte mir mit dieser Zusammenfassung den Aufsatz mit "Thema verfehlt" zurück gegeben.

Ich finde es gut, dass gerade in der momentanen Situation so ein Film gebracht wird. Keine Frage. Vor allem, damit der Inhalt in der jungen Generation nicht vergessen wird und wieder darüber gesprochen wird.
Leider wissen von diesen jungen Menschen die wenigsten, dass es das Buch gibt. Geschweige denn, dass sie es lesen. Und somit vertrauen sie auf diese zerstückelte und somit auch bruchstückhafte Darstellung eines wirklich meisterlichen Buches.

Großes Kino sieht in meinen Augen anders aus.
Aber leider geht es ja oft nur darum, wie viele Menschen den Film sehen. Leider leidet darunter manchmal die Qualität.
Ich würde mir wünschen, dass Netflix auch den alten Film parallel dazu aufgenommen hätte...dann wären die Unterschiede deutlicher.
Oder noch besser den Hinweis mitliefern "Lest das Buch
Kino:
Anonymer User
1,0
Veröffentlicht am 4. November 2022
Hätte der Film einen anderen Titel oder würde nicht vorgeben, Remarque zu adaptieren, es wäre ein solider Antikriegsfilm. Vielleicht mit spoiler: etwas viel Fokus auf Spezialeffekte und wenig interpretierbaren Zwischentönen zum Selberdenken
, handwerklich aber nichts auszusetzen. Mit der Romanvorlage hat das Werk indes nichts mehr gemein, von Namen der Protagonisten und genereller Örtlichkeit abgesehen. Gerade der Titel offenbarte am Ende des ursprünglichen Romans, wie wenig ein individuelles Leben im Krieg tatsächlich zählt. Der Film spoiler: hat dieses Ende unnötigerweise „überdramatisiert“ und nach Abschluss der Kapitulation gestellt - also auf einen Tag gelegt, wo ausnahmsweise dann ausgerechnet doch mal viel Neues im Westen passierte.
Damit verliert die Geschichte erheblich an ungekünstelter Glaubwürdigkeit.
Kann man erzählerisch alles machen. Nur sollte der Film dann nicht „Im Westen nichts Neues“ heißen, sondern sich ehrlicherweise unter eigenem Namen um
Publikumsgunst bemühen. Ich war jedenfalls ziemlich enttäuscht. Als Roman wäre dieses Drehbuch eher kein Welterfolg geworden.
Sebastian
Sebastian

1 Kritiken User folgen

1,0
Veröffentlicht am 4. November 2022
Als vor ca 2 Jahren eine weitere Verfilmung von "Im Westen nichts Neues" angekündigt wurde, war ich hellauf begeistert von der Idee. Obwohl ich eher selten lese, habe ich das Buch damals verschlungen, die Verfilmung von 1979 gehört zu meinen absoluten Lieblingsfilmen. Entsprechend groß waren meine Erwartungen, auch weil der Film im Vorfeld von Feuilleton sehr positiv aufgenommen wurde.

Aber schon nach den ersten Minuten war mir klar, dass dieser Film leider mit dem Roman kaum bis gar nichts zu tun hat. Zum einen werden die im Roman eigentlich sehr fein gezeichneten Figuren überhaupt nicht groß charakterisiert und bleiben daher trotz teilweise wirklich großartiger Leistungen der jungen Darsteller eher blass. Zum anderen werden wichtige Passagen und Figuren aus dem Roman einfach weggelassen.

Die Indoktrination durch den (eigentlich freundlichen) Dorflehrer Kantorek, die drakonische Grundausbildung durch den linientreuen, sadistischen Unteroffizier Himmelstoß und auch die Heimaturlaube Pauls fallen im Film leider komplett raus. Gerade in den Aufenthalten zu Hause wird allerdings im Roman die Tragödie Pauls ganz klar, denn hier merkt er erst, wie sehr er sich von seinem alten Leben entfernt hat und dass es für ihn nie mehr ein Zurück mehr geben kann.

Somit ist im Film eine wirkliche dichte Handlung dann auch nicht zu erkennen. Warum der Regisseur im Roman essentielle Episoden zugunsten künstlich hinzugefügter Szenen entfernt hat, wie z.B. die Friedensverhandlungen mit dem französischen Generalstab durch den Sozialdemokraten Erzberger, bleibt sein Geheimnis. Einen wirklichen Mehrwert bieten sie nicht, zumal interessierten Zuschauern die historischen Fakten ja durchaus geläufig sein dürften. Im Roman geht es ja gerade um das Schicksal des einfachen Soldaten an der Front und ausdrücklich nicht um die politische Ebene.

Letztlich reduziert der Autor das großartige Werk von Remarque (wohl ungewollt) auf ein reines Kriegsspektakel. Dabei sind zumindest die Bilder oft gelungen, auch wenn meiner Meinung nach teilweise etwas zu dick aufgetragen wird. Sicherlich kam es in den Gräben des 1. Weltkrieges zu entsetzlichen Gräueln, auch im Roman wird der Kriegsalltag eindringlich in all seiner Grausamkeit beschrieben. Der Fokus wird bei Remarque aber eher auf die Abstumpfung der Soldaten im Unterstand gelegt und weniger auf gewaltige Schlachtenpanoramen.

Im Film haben die Soldaten dann auch gefühlt immer ein paar Kilo Staub zu viel auf der Uniform, es gießt die komplette Zeit in Strömen und man stolpert daher ständig durch ganze Pfützen voller Blut. Es kommen fast grotesk viele Flammenwerfer zum Einsatz, der ganze Himmel ist voller Flugzeuge und auch an Panzern wird nicht gespart. Weniger wäre hier deutlich mehr gewesen, mir war das Ganze etwas zu plakativ und erinnert in schlechten Momenten leider eher an Call of Duty. Trotzdem sind die Schlachtszenen noch das Beste an dieser ansonsten leider völlig misslungenen Neuverfilmung.

Ehrlich gesagt kann ich nicht ganz nachvollziehen, warum man eine Literaturverfilmung macht, nur um sich dann einfach überhaupt GAR NICHT an die Vorlage zu halten. Offenbar denkt Herr Berger, er wäre ein besserer Storyteller als Remarque. Ist er halt einfach nicht. Oder er hat den Namen schlichtweg aus Marketinggründen verwendet. Besonders intensiv scheint er sich mit der Vorlage auf jeden Fall nicht beschäftigt zu haben, denn für eine Verfilmung von Remarques Vorlage muss das Ergebnis schlicht als ungenügend betrachtet werden. Als komplett eigenständiger Film hätte dieses Machwerk vielleicht sogar noch funktioniert. So aber bleibt es gerade für Kenner der Vorlage ein echtes Ärgernis.

Die letzte halbe Stunde habe ich dann auch nicht mehr weiter geschaut, weil ich es einfach nicht mehr ausgehalten habe. Für mich leider einer enttäuschendsten deutschen Filme der letzten Jahre.
Kino:
Anonymer User
1,5
Veröffentlicht am 3. November 2022
Als erstes möchte ich sagen, das ich es schwierig finde die richtige Einschätzung für die Bewertung zu finden.
Der Film ist an sich ein gutes Werk, aber die Titelwahl macht es kaputt.
Nur zum Verständnis, die Kamera und Szenen sind gut und die schauspielerische Leistung war sehr respektabel.
Die Erzählung des Films hat auch bestand.
Jetzt kommt das aber.
Es ist für mich, eine Beleidigung an dem Roman und Erstverfilmung.
Alles was die Erstverfilmung so gut und speziell gemacht hatte, ist überhaupt nicht existent.
Ich bin mir bewusst, das man etwas neues und eine eigene Handschrift als Regisseur anstrebt.
Aber was der Herr Berger da abgeliefert hat, ist freundlich ausgedrückt, eine Schande und eine Beleidigung der Grundessenz des Originals.
Meiner Meinung sollte es eine Umbenennung des Films geben, dann bekommt er auch eine 4 Sterne Bewertung.
Diese sogenannte Adaption des Films " Im Westen nichts Neues ", bringt aber meine Fassungslosigkeit auf einen Grenzwert der atemberaubend ist.
Ich Frage mich nur Warum.
Un Artige Bilder
Un Artige Bilder

6 Follower 115 Kritiken User folgen

0,5
Veröffentlicht am 3. November 2022
Mies.
Mies reicht nicht einmal ansatzweise aus um diesen unmotivierten Mist zu bewerten.
Keine erkennbare Handlung, jämmerliche Besetzung der Schausteller.
„Frei nach Remarque“ bzw. dem Buch ist eine Umschreibung für „Titel geklaut“ da sonst keiner
den Streifen angeschaut hätte !

Bitte ! Wer sein Hirn noch nicht vollständig durch Katzenvideos und Dauerwerbesendungen
geschädigt hat sollte das Experiment wagen und das „Original Buch“ lesen……
Kino:
Anonymer User
1,0
Veröffentlicht am 3. November 2022
Unglaublich schlechte Verfilmung. Als Film annähernd in Ordnung. Hat inhaltlich aber wenig mit der Buchvorlage zu tuen. Kein Himmelstoss, keine Grundausbildung, keine Kameraschaft, kein vorlagengetreuer Kat, kein Fronturlaub, keine Verwundung. Wem fällt so etwas ein? Der erste Film ist noch immer der Beste.
Arthaus-Kino mit Krieg. Leider bleibt die ganze Story sehr eindimensional. Die vielen wichtigen Randgeschichten werden kaum oder garnicht erzählt. Was sollen die motivationslosen Schnittgeschwindigkeitswechsel? Was sollen die schiffshornähnlichen Fanfaren zwischendurch?
Schade, aus dem Material hätte man viel mehr machen können.
Kino:
Anonymer User
1,5
Veröffentlicht am 2. November 2022
Leider blieb der Film in vielen Belangen hinter meiner Erwartung zurück. Im Gegensatz zu meinem Sohn konnte ich mich an die Hauptpersonen im Buch nicht erinnern. Dass der Film stark vom Handlungsstrahl des Buches abweicht, stellte für mich deshalb kein Problem dar. Schon eher die geniale und damals zeitgenössische US-Verfilmung von 1930, die sich mir wegen der unglaublich starken Mitfühlmomente, der Identifikation mit den Handelnden und der perfekten Synchronisierung förmlich eingebrannt hatte. Die erst vor wenigen Jahren erfolgte "one-cut" Verfilmung "1917" des "Schlachthauses 1. WK" oder auch der Film "Gefährten" zeigen hingegen, wie man auch mit dem zeitlichen Abstand von 100 Jahren an das Thema herangehen kann. Mit diesen Werken kann die Netflix Verfilmung nur partiell mithalten. Einzig das wirklich schonungslos dargestellte Gemetzel vor und in den Schützengräben inklusive Flammenwerfer vermag zu beeindrucken, zumindest aus Actionsicht. Doch was nützt es, wenn es vorher nicht gelungen ist, eine emotionale Bindung zu den Hauptpersonen herzustellen. Auch nach knapp 1 ½ Stunden kann man diese Personen kaum auseinanderhalten. Am Beispiel der Kartoffelschäler- und auch der Latrinenszene mit dem Brief wird dies besonders deutlich. Nicht zuletzt scheitert die Identifikation schon im Ansatz, weil man die Dialekt sprechenden Hauptpersonen nur schlecht versteht. So reiht sich auch Szene an Szene, jede für sich gesehen glaubhaft, ohne dass es gelingt, dem Zuschauer dadurch mehr und den Film fühlbar werden zu lassen. Er bleibt auf Distanz. Die Einflechtung der Kapitulationsverhandlungen mitten im Film wirft die Frage auf, was in den verbleibenden 70 Minuten noch gezeigt wird. 10 Minuten später dann die Lazarettszene, die Kämpfe sind vorbei und noch eine Stunde Film. Zuviel, an der Stelle bin ich dann ausgestiegen. Einzelkritikpunkte liegen in der Darstellung der Kriegsbegeisterung Anfang 1917, die so uneingeschränkt wohl nur 1914 und 1915 bestand, an der sehr platten Darstellung der höheren preußischen Offiziere oder an der Darstellung der Nöte von Außenminister Erzberger im Zug nach Compiégne, die nur von den eigentlichen Hauptpersonen ablenkt. Alles eher inspirationslos heruntergespielt. Ein Antikriegsfilm reicht, auch wenn er zur richtigen "Haltung" inspiriert, noch lange nicht zum Kunstwerk.
Rafael Bergmann
Rafael Bergmann

1 Follower 8 Kritiken User folgen

3,5
Veröffentlicht am 31. Oktober 2022
Die Sinnlosigkeit von Kriegen wird gut deutlich!
Gute Backround Story für ein oft dargestelltes Thema!
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