Elysium
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ChimpTown.com
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4,0
Veröffentlicht am 20. August 2013
Im Jahr 2154 ist die Gesellschaft gespalten: Die Superreichen leben auf Elysium, einer von Menschen erbauten Raumstation, während der Rest der Menschheit auf der Erde bei Überbevölkerung, Krankheit und Ressourcenknappheit ums überleben kämpft. Als der Ex-Sträfling Max De Costa (Matt Damon) bei einem Arbeitsunfall stark verstrahlt wird ist seine einzige Chance auf Heilung nach Elysium zu gelangen.

Nachdem Regisseur Neill Blomkamp 2009 mit seinem genialen Erstling District 9 auf sich aufmerksam machen konnte, hatte er für seinen Science-Fiction-Actioner Elysium mehr als das Dreifache an Budget zur Verfügung. Was er damit angestellt hat kann sich ausnahmslos sehen lassen. Elysium ist visuell absolut beeindruckend und damit ein wahrer Augenschmaus. Die Bilder die Kameramann Trent Opaloch mit den verschiedensten Einstellungen einfängt sind schlichtweg brillant. Da stört es auch nicht wenn von der (oft ungeliebten) Wackelkamera Gebrauch gemacht wird.

Die Story selbst weiß auch über die gesamte Laufzeit zu überzeugen. Durchgehend spannend und packend inszeniert kommt auch die Gesellschaftskritik klar zur Geltung und regt den einen oder anderen Zuschauer zum Nachdenken an. Einziges Manko sind ein paar Ungereimtheiten gegen Ende des Films, von welchen es bei anderen Vertretern des Genres aber bei weitem mehr gibt.

Ein besonderes Highlight stellt Sharlto Copley als Damons Gegenspieler Kruger dar. Cooler kann ein Antiheld kaum noch sein. Die Besetzung Copleys traf hier voll ins Schwarze. Am besten kommt die Rolle des Südafrikaners in der englischen Originalfassung.

Fazit: Neill Blomkamp gelang mit Elysium ein visuell wegweisender und äußerst spannender Science-Ficiton-Film, den man sich nicht auf der großen Leinwand entgehen lassen sollte.
mercedesjan
mercedesjan

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2,5
Veröffentlicht am 21. August 2013
Wenn 2009 ein Film überraschte, dann war es Neil Blomkamps Regiedebüt „District 9“. Denn was der Südafrikaner mit Hilfe eines relativ schmalen Budgets von 30 Millionen Dollar auf die Leinwand zauberte war schlicht großes Kino. Durch geschickt eingesetztes Marketing entwickelte sich schnell ein großer Hype um den Film, obwohl dieser ohne bekanntem Hauptdarsteller oder Regisseur ins Rennen ging. Einzig und allein Peter Jackson als Produzent konnte als Zugpferd dienen. Doch all das brauchte „District 9“ nicht, denn der Film konnte dem Hype gerecht werden und spielte über 200 Millionen Dollar ein. Von der Qualität des Films ganz zu schweigen, die ich mit einer 8/10 zu würdigen wusste. Vier Jahre später kommt nun sein zweiter Film „Elysium“ in die Kinos. Ohne Jackson als Produzent aber dafür durch Matt Damon und Jodie Foster, mit ordentlich Starpower vor der Kamera. Und auch das Budget von 100 Millionen Dollar dürfte für den Südafrikaner mehr als ausreichend gewesen sein. Das mehr als dreimal so hohe Budget sieht man dem Film auch an, denn die Bilder sind grandios, doch ansonsten kann Blomkamp das Niveau von „District 9“ in keinster Weiße halten.

Es hätte der krönende Abschluss des Kinosommers werden können. Eine intelligente Story, tolle Action und ein außergewöhnlicher Regiestil, das hat „District 9“ ausgezeichnet und das hätte auch „Elysium“ an die Spitze gesetzt. Doch stattdessen: Ernüchterung. Die intelligente Story wird durch eine altbackene Story ersetzt, die kaum mitreißt und mit eindimensionalen Charakteren daherkommt. Die Action wird durch den viel zu extremen Einsatz der Wackelkamera vollkommen unübersichtlich und die häufig eingesetzten Zeitlupen wirken des Öfteren deplatziert. Seinem Stil bleibt Blomkamp wenigstens treu denn der Film ist erneut in einem dreckigen, staubigen Ton gehalten. Begrüßenswert finde ich zudem die Art der Gewaltdarstellung, durch die Elysium auch nur eine FSK 16 Freigabe erhielt. Da Blomkamp offenbar Spaß daran hat Leute in die Luft zu sprengen, wie es hier des Öfteren geschieht, ist diese Freigabe auch gerechtfertigt. Durch die blutige Action hebt sich Elysium somit auch von anderen Blockbustern ab, die die Gewaltdarstelllung für ein größeres Publikum reduzieren. Zudem begrüßenswert ist auch der Verzicht auf eine nachträgliche 3D-Konvertierung. So kommt Elysium als reiner 2D-Film in die Kinos. In 3D wäre einem aber vermutlich schlecht geworden, denn Blomkamp setzt auf eine völlig übertriebene Wackelkamera, die bisweilen sogar das Niveau von „Die Bourne Verschwörung“ erreicht. Auch dort gab es neben der Wackelkamera sehr schnelle Schnitte, die die Actionsequenzen unübersichtlich machten. Ich bin kein Gegner der Wackelkamera und hab normalerweise auch kein Problem damit, doch hier hat es mich wirklich gestört da man gerade im finalen Showdown nur schwer mitkommt. Die Bilder die die Kamera dabei einfängt sind aber grandios, die Effekte makellos. Die futuristische, in weiß gehaltene Raumstation Elysium und die zerfallenen Hochhäuser auf der dreckigen Erde sehen allesamt richtig gut aus. Dabei fällt auch hier die klischeehafte Schwarz-Weiß-Zeichnung auf. Die Story um zwei Welten, getrennt in reich und arm, ist nicht neu und Elysium fügt dieser Story auch nichts neues hinzu. In der Folge fällt es schwer wirklich mitzufiebern. Der Tod einer wichtigen Person am Ende lässt einen deshalb auch völlig kalt, wie eigentlich der ganze Film, der mich nie wirklich packen konnte.
Aus dem Schauspieler-Ensemble hinterlässt „District 9“-Hauptdarsteller Sharlto Copley als Over-the-Top-Bösewicht noch den besten Eindruck trotz einiger unfreiwillig komischer Szenen, die aber auch bei anderen zu finden sind. Matt Damon hat man auch schon stärker gesehen und mit seiner Glatzköpfigen Figur sammelt er nur wenig Sympathiepunkte. Und auch Oscarpreisträgerin Jodie Foster bleibt blass. Mehr als eine grimmige Miene zu ziehen hat sie ohnehin nicht zu tun.

Fazit: Blomkamp selbst, hat mir seiner Äußerung im Zuge der Werbekampagne die passende Antwort für die Mittelmäßigkeit von „Elysium“ gefunden: Er sei ein großer Fan von Michael Bay, der ihn inspiriert. Und das sieht man hier ganz deutlich, denn Blomkamp eifert hier tatsächlich seinem Vorbild nach. Mit Bombast Soundtrack, tollen Bildern und reichlich Action versucht er die schwache Story zu kaschieren. Und man kann über Bay denken was man will aber grandiose Actionszenen kreieren, die die Story verdecken, das kann er. Wenn Blomkamp ebenfalls solche Filme drehen möchte, dann sollte er rasch ein Praktikum bei Bay einlegen der ihm zeigt wie man solch grandiose Actionszenen dreht anstatt des verwackelten Actionbreis den Blomkamp mit „Elysium“ abliefert. Dass er ohnehin mehr kann als das steht außer Frage, davon konnte man sich in „District 9“ bereits überzeugen und man kann nur hoffen das er dahin zurückkehrt und uns in Zukunft wieder intelligente Actionfilme gepaart mit seinem ungewöhnlichen Regiestil serviert.
Flipnett
Flipnett

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2,0
Veröffentlicht am 17. August 2013
Leider kein zweiter District 9. Blomkamps zweiter Film ist leider nicht so gelungen. Der Film ist kein Totalausfall aber bleibt sehr weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Ich hatte die Hoffnung das Schauspieler wie Matt Damon und Jodi Foster in einem Film mitspielen, der etwas komplexer ist.
Die Optik des Film toll aber nichts, was man nicht schon gesehen hat. Zudem sind einige Actionszenen wieder in starker Wackelkamera-Optik. Somit musste der Film sich mit einer guten Story abheben. Leider ist auch das nicht der Fall. Die Story bleibt so flach wie die Trailer es vermuten lassen. Dadurch wirken klasse Schauspieler wie Matt Damon und Jodie Foster einfach überbesetzt.

Sehr ärgerlich fand ich einige sehr offensichtliche Logikfehler, die auf eventuelle fehlende Szenen zurückzuführen sind.

Alles in allem ein Sci-Fi Film, der sein Potenzial verschenkt. Es bleibt ein hektischer flacher aber auch kurzweiliger Sci-Fi Film.
Kinobengel
Kinobengel

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3,5
Veröffentlicht am 16. August 2013
Das Jahr 2154, Schlechtzeitstimmung in Los Angeles. Die Stadt ist verkommen, die Bewohner siechen vor sich hin. Und oben im All, weniger als 30 Flugminuten entfernt, ist Elysium, wo die Wohlhabenden ihre Reichtümer hüten, alle gesundheitlichen Probleme lösen können und nichts davon teilen möchten. Der mehrfach Vorbestrafte Max (Matt Damon), der diese Zustände von klein auf nicht anders kennt, arbeitet auf der Erde in einer Fabrik, die Elysium untersteht und erleidet dabei einen Unfall, der zu seiner Entlassung führt. Er hat nur noch fünf Tage zu leben und lediglich die rudimentären medizinischen Möglichkeiten der Erde zur Verfügung. Er möchte zur Heilung nach Elysium, und macht mit einem Schleuser einen risikoreichen Deal. In der Weltraumstadt ist derweil auch nicht alles in Ordnung: Ministerin Delacourt (Jodie Foster) möchte mehr Macht an sich reißen und schließt einen Pakt mit dem Industriellen Carlyle (William Fichtner), der in die Kritik der Staatsführung geraten ist.

Neill Blomkamp hat mit „District 9“ einen echten Hit gelandet, indem er gesellschaftliche Probleme Südafrikas in den Vordergrund schob. Von den Kritikern mit Lob überschüttet, erhielt die satirische Science-Ficition mit einem brillierenden Sharlto Copley in der Hauptrolle zudem vier Oscar-Nominierungen, u.a. für den besten Film. Mit den geringen Kosten und der überragenden Tricktechnik ergab sich zudem ein großer wirtschaftlicher Erfolg. Nun bekam Blomkamp für sein Elysium erheblich mehr Geld in die Hand und muss sich nun wahrscheinlich mit vielen quälenden Vergleichen herumschlagen. Der besondere Kniff an der „District 9“-Grundlage ist, dass die Handlung in den 1980er Jahren spielt und der Science-Fiction-Einfluss lediglich von den gestrandeten Aliens herrührt, die den Menschen zwar technisch voraus sind, aber von diesen aufgrund der prekären Situation trotzdem unterdrückt und interniert werden. Der Zuschauer betrachtet das Schaffen der realen Erdenbürger. Die Geschichte von „Elysium“ ist dagegen in der Zukunft der Menschheit orientiert und bildet mittels der dystopischen Fantasien der Autoren einen ganz anderen Bezug zum Publikum. Ein Vergleich mit „District 9“ ist somit schwierig, auch wenn z.B. die Fluchtversuche von der Erde nach Elysium auch diejenigen von Nordafrika zur italienischen Insel Lampedusa sein könnten und bewachte ummauerte Reichensiedlungen in den USA nahe der Grenze zu Mexiko tatsächlich existieren wie z.B. im Roman „America“ von T.C. Boyle mit satirischem Unterton beschrieben ist. Es bleibt also, das jüngste Endzeitspektakel Filmen wie „Mad Max“, „Children of Men“ und dem erst im April 2013 in Deutschland angelaufenen „Oblivion“ von Joseph Kosinski gegenüberzustellen.

„Elysium“ ist zweifelsohne für die große Leinwand entworfen worden. Eine tricktechnisch äußerst gelungene Darstellung, die der vergehenden Welt, allen Fluggeräten mit ihren Bewegungen und auch der hypermodernen, sterilen Luxus-City im Space visuell etwas Wirkliches geben. In diese Umgebung gibt Matt Damon den verzweifelten Max DeCosta, der kein Held ist und um jede Möglichkeit kämpfen muss. Die Figur ist mit Damon stark besetzt und in ihren Handlungen, Emotionen und Einlassungen tiefgründig gezeichnet und nachvollziehbar. Mit Rückblenden in die Jugendzeit wird hier unterstützt. Seine damalige Freundin Frey, die von Alice Braga eine intensive warmherzige Ausstrahlung verliehen bekommt, trifft wieder auf Max und unterstützt ihn, auch weil sie eine leukämiekranke Tochter hat und Hoffnung schöpft. Blass dagegen bleiben Politik und die Führungspersonen von Elysium. Neben den bekannten Umständen wird quasi nichts erzählt. Wie funktioniert Elysium? Was macht die Erde außerhalb von Los Angeles? Gezeigt wird dies nicht. Der Präsident bleibt in seinen kurzen Erscheinungsmomenten erschreckend eindimensional, das überstraighte Verhalten von Ministerin Delacourt ist nur knapp formuliert und lässt sich nicht weiter erschließen. So bleibt für die Geschichte, dass sie ohne politische Gefolgschaft überwiegend um ihren Putschversuch ringt. Es hilft dann auch nicht, diese Rolle mit Jodie Foster zu besetzen. Schleuser Spider, der von Wagner Moura gut gespielt wird, ist nur schlecht fassbar, zumal er auf kriminelle Weise an den Flüchtlingen verdient, später aber patriotische Züge annimmt. Das ist so nur schlecht akzeptabel und lässt „Elysium“ erzählerisch schon ordentlich unvollständig erscheinen und wanken. Dann ist da noch der von Delacourt eingesetzte Agent Kruger, der Max aufhalten soll. Wild entschlossen und gut ausgerüstet erscheint er, ein bisschen als Chuck Norris verkleidet und verfügt über mehr Leben als es den Anschein hat. Sharlto Copley, der schon die skurrile Hauptrolle in „District 9“ erhielt, haucht Kruger in hervorragender Manier das Böse und Rücksichtslose ein. Ein Blick, der Angst hervorruft, geht von ihm aus.
So kämpfen Max und Kruger in dieser Welt, die nun endgültig zu einer Actionkulisse verdörrt ist, und führen die Story um Gesundheit für alle sehr spannend zu einem berührenden Ende. Der nicht einmal zwei Stunden dauernde Film hätte sich mit mehr erzählerischem Geschick und Zeit einen Überlängezuschlag an der Kinokasse verdienen können. So ist „Elysium“ eben kein starkes Kino.
Kino:
Anonymer User
4,5
Veröffentlicht am 16. August 2013
Nun habe ich mir im Kino diesen Film angesehen und überlege immer noch, welches Genre er nun eigentlich darstellt. Science Fiction? Endzeit? Thriller? Action? Sozialkritik? Western? Ach nee.... Pferde waren keine dabei.....

Aber im Ernst: Er ist eine Mischung aus einigen Genres und ich muss sagen, er mischt sie in hervorragender Art und Weise. Ich werde diesmal nicht groß auf die Handlung eingehen, es wäre zu schade, wenn ich damit die Neugier jetzt schon befriedigen würde.
Nur soviel: Das Ende ist logisch, das einzige Ende, das glaubwürdig ist in einem Film, über den man vielleicht mal in Ruhe nachdenken sollte.

Handlung: 4,5 Sterne
Ein wenig muss ich doch darauf eingehen. spoiler: Es gibt einige Löcher in der Logik. Diese spielen sich aber Hauptsächlich auf der Raumstation ab. Woher weiß z.B. eine total verzweifelte Mutter, wie dieser komische Machmichgesundkasten funktioniert? Und dieser komische Bösewicht, der aussieht wie Chuck Norris für arme, warum ist der nicht tot, als ihm die Handgranate das halbe Gesicht demontiert hat? Aber wie gesagt, der Rest ist ziemlich glaubwürdig. Wenn man ein wenig darüber nachdenkt, so sieht man Parallelen zu der Amerikanisch - Mexikanischen Grenze und der seltsamen Einwanderungspolitik der USA.


Action: 4,5 Sterne
Was mich genervt hat war dieses Exoskelett von Matt Damon. Ansonsten saubere Action, glaubwürdige Stunts und vor allem wohldosiert eingesetzt.

Effekte: 4 Sterne
Die teilweise verwaschenen oder verwischten Aufnahmen sollten wohl Geschwindigkeit darstellen, erinnerten mich aber nur an die unmögliche Kameraführung in "Ein Quantum Trost". Ansonsten gut gemachte Effekte, auch die Raumschiffe wirken glaubwürdig. Und, na ja, Androiden sind immer ein wenig komisch.

Alles in allem ist dieser Film, nach dem furchtbar unlogischen "Oblivion" und dem grottigen "After Earth" mal wieder ein Film, den man sich später auch auf DVD zu Gemüte führen kann. Endlich mal ein Film, der nicht in 3D ertrinkt sondern das macht, was man eigentlich haben will: Spaß
Janos V.
Janos V.

56 Follower 128 Kritiken User folgen

2,5
Veröffentlicht am 16. August 2013
(...) „Elysium“ ist definitiv kein Totalausfall, sondern thematisch interessant, gut gespielt und durchweg unterhaltsam. Aber einige unübersehbare inhaltliche Schwächen und die nur mittelmäßigen Schauwerte machen Neil Blomkamps zweiten Film, gerade im Vergleich zu seinem herausragenden Erstling, dennoch zu einer ganz gewöhnlichen, durchschnittlichen Enttäuschung. Und es wär halt irgendwie viel mehr drin gewesen als Durchschnitt, verflixt…
Kino:
Anonymer User
3,5
Veröffentlicht am 16. August 2013
Der Film besticht vor allem durch seinen sehr interessanten Subtext, der die richtigen Leute auf jeden Fall zum Nachdenken anregt. Denn die Schere zwischen Arm und Reich lässt sich auch auf unsere aktuelle Weltlage übertragen und die Folgen von einem realen Elysium regen zum Diskutieren an.
Abgesehen davon ist ELYSIUM allerdings ein recht konformer Sommer-Blockbuster, bei dem man ab einem gewissen Zeitpunkt genau weiß, wo er hin will und der generell leider zu Überraschungslos bleibt.
Dennoch: Die Inszenierung ist äußerst gelungen und die Effekte sind sehr ansehnlich. So unrealistisch wirkt der Film gar nicht, da hat Neill Blomkamp auf jeden Fall (nach DISTRICT 9 schon zum zweiten Mal) sehr gute Arbeit geleistet und einen tollen Ideenreichtum bewiesen.
Eine große Stärke des Films waren für mich die drei Hauptdarsteller. Matt Damon sehe ich sowieso total gerne und auch hier weiß er in der Hauptrolle wieder einmal zu überzeugen. Sein Charakter ist kein markelloser Held, sondern ein selbstsüchtiger ehemaliger Dieb und Mörder. Ihm gegenüber steht Sharlto Copley, dessen Kruger, einmal von der Leine gelassen, zwar leider sehr einseitig bleibt, dafür eben aber auch einfach bedrohend und unberechenbar wirkt. Die dritte im Bunde ist Jodie Foster, die ihre Rolle als unaustehliche Furie ebenfalls gut macht.
Der restliche Cast fügt sich eher dem Drehbuch. Vom Soundtrack ist bei mir zwar nichts hängen geblieben, während des Films war er aber in Ordnung.
Ich habe oben von Konformheit gesprochen. Damit meine ich zum Beispiel, dass Dinge aus der Vergangenheit gezeigt und dann später nochmal aufgegriffen werden. Matt Damon's Charakter bekommt schon als Kind eine große Aufgabe und Bestimmung prophezeit, ihr könnt euch denken, was dann später noch einmal zur Sprache kommt. Das ist einfach ein bisschen Schade, weil das zu altbekannte Muster sind.
Es wäre klasse, wenn Blomkamp bei seinem nächsten Film seinen Ideenreichtum mit ein paar unvorhersehbareren Elementen paaren würde.
Dennoch: Der Film ist gut und sein Kinoticket wert und für eine erst zweite Regiearbeit auf jeden Fall ziemlich rund (gerade bei der Größe des Budgets).

Fazit: ELYSIUM ist ein leider etwas zu konformer und überraschungsarmer Sommer-Blockbuster, aber eben auch der bisher intelligenteste (diesen Jahres). Wer sich für diesen Film interessiert oder DISTRICT 9 mochte, wird hier sicherlich zufrieden sein. Die Erwartungen bloß nicht ganz so hoch schrauben.
Kino:
Anonymer User
3,0
Veröffentlicht am 16. August 2013
[...]Der Film verweigert sich einer tiefer ausformulierten Welt zugunsten des plakativen Zerwürfnisbildnisses zwischen reicher Ober- und geknechteter Unterschicht. „Elysium“ besitzt die Anlagen zu einer überragenden Science Fiction-Dystopie, ist aber „nur“ gute Unterhaltung geworden. Blomkamp durchschwimmt seine Welt mit raschen Zügen und macht Freistil-Weltrekordler César Cielo Konkurrenz, aber er taucht nicht darin ein und verlegt den Handlungskern seines Alien-Internierungs-Thrillers „District 9“ 1:1 in das Setting der Deprivations-Heterotopie. Sobald der Blick mal unter die Oberfläche gleitet offenbaren sich Schwächen und Unausgereiftheiten in der Konzeptionierung, sowohl des Entwurfes, als auch der Ausführung. Die Botschaften des Films arbeiten auf schematische Gut/Böse-Erkenntnisse zu, die Blomkamp unmissverständlich durchdrückt.[...]„Elysium“ guckt man also wegen toller Designs, guter Action, wegen der Schauspieler, wegen spektakulären Shots und, wer sowas braucht, wegen deftiger Gewalteinlagen… Na ja, wegen sowas halt.[...]
Kino:
Anonymer User
2,5
Veröffentlicht am 15. August 2013
Mit großer Erwartung ging ich ins Kino um Elysium zu sehen - immerhin ein Film von Neill Blomkamp. Dieser hat mit District 9 ja einen wahren Klassiker geschaffen...

Leider hat Elysium weitestgehend enttäuscht.
Vor allem die Story war daran schuld. Die Grundidee mit der "heilen Weilt" in der die Reichen in Luxus und immerwährender Gesundheit wohnen, wohingegen die armen Schweine auf der Erde wie Sklaven gehalten werden, bietet ja durchaus viel Raum für eine spannende Geschichte. Hier ist das leider nicht gelungen. Es kommt keine Spannung auf, die Figuren werden nicht deutlich genug gezeichnet, Mitgefühl verpührt man auch nicht wirklich.
Die Handlung ist von unzähligen Logikfehlern durchzogen. Viel zu häufig spielt der Zufall eine allzu große Rolle. Das ganze wirkt so böse konstruiert, dass man manchmal einfach nur den Kopf schütteln muss.

Die Bildersprache ist zwar ganz ok, aber auch hier hatte ich mir mehr versprochen. Nichts, was man nicht schon tausend mal gesehen hätte.

Einzig die Schauspieler machen den Film in Teilen noch sehenswert. Matt Damon und Jodie Foster spielen äußerst solide. Hervorzuheben ist William Fichtner, der den bösen Fabrikanten wirklich erstklassig spielt.
Das Highlight des Films ist aber Sharlto Copley. Er spielt den Agenten M. Kruger mit viel Charme und Witz.

Insgesamt zwar eine unterhaltsame Endzeitvision. Aufgrund der schwachen Story und der vielen Logikbrüche aber doch ziemlich enttäuschend. Schade...
MastahOne
MastahOne

79 Follower 216 Kritiken User folgen

3,5
Veröffentlicht am 14. September 2013
Hätte die Story und ihre Charaktere etwas mehr Tiefgang, wäre das ein absoluter Knaller geworden. District 9 konnte vor allem durch den wunderbaren subtil-humorvollen Unterton doch einiges mehr glänzen. Ich hatte am Ende etwas das Gefühl, dass man sich hier 20,25 Minuten mehr Zeit hätte nehmen müssen, um dem Film mehr Tiefgang und dem Zuschauer so einen besseren Zugang zu den Charakteren zu verschaffen. Ansonsten eine super Idee, wahnsinnige Bildet und eine tolle Atmosphäre. Schade, hier wäre noch mehr drin gewesen. Trotzdem habe ich mich prächtig unterhalten
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