"Der Gott des Gemetzels" ist einer der coolsten Filmtitel der Gegenwart. Unwissende Kinogänger könnten eventuell einen Actionfilm erwarten, zumal der Titel Krawall suggeriert. Soch bei "Carnage" handelt es sich eher um einen zunächst ruhigen Film, genauer gesagt ein Kammerspiel. Roman Polanskis Film spielt fast ausschließlich in einer Wohnung. Nur zu Beginn und zum Schluss wird ein weiterer Ort gezeigt, nämlich ein Park. Aus einer starren und weitentfernten Kameraperspektive präsentiert uns Polanski den Streit zwischen einem Jungen und seinen Mitschülern. Ohne Wort und oder Erklärungen beobachten wir Zuschauer, wie einer der Jungen einen Stock nimmt und den anderen Jungen schlägt. In der nächsten Szenen wechselt der Film schon in die bereits vorher erwähnte Wohnung. Die Eltern der beiden Kinder haben sich getroffen, um die vorgefallene Situation der Jungen zu besprechen. Während das Gespräch zu Beginn noch recht freundlich verläuft, entstehen ab einem bestimmten Punkt schon die ersten Spannungen. Und ab hier wird der Film dann auch richtig interessant. Roman Polanski zeigt nämlich, wie langsam aber unaufhaltsam alle ihre Maske verlieren und auf einen Streit zusteuern. John C. Reilly spielt zunächst die Rolle des Schlichters und Witzboldes. Doch als er später von seiner eigenen Frau, gespielt von einer tollen Jodie Foster, angegriffen wird verliert auch er die Beherrschung und damit seine Maske. Auch die anderen Charaktere werden von Moment zu Moment immer ehrlicher. Der Film schafft es gekonnt, zwischenmenschliche Beziehungen und Konflikte zu demonstrieren. Und all die interessanten Momente entstehen vor allem deswegen, weil das Drehbuch stimmig ist und die Schauspieler allesamt eine beeindruckende Leistung abliefern. Christoph Waltz spielt den distanzierten und wenig betroffenen Ehemann, den der Streit der beiden Jungen nur wenig interessiert. Seine Frau Nancy, gespielt von Kate Winslet, spielt eine ehe passive Rolle, beweißt aber auch Pflichtbewusstsein gegenüber ihrem Jungen. Jodie Foster spielt wiederumm die Rolle einer fürsorlichen Frau und Mutter, die oftmals zu sehr ihren Moralvorstellungen nachhängt... und somit erst recht für Konfliktpotenzial sorgt. Nach 79 Minuten ist auch der Film schon zu Ende. "Gott des Gemtzels"ist nicht für jeden uneingeschränkt empfehlenswert. Richtige Spannung entsteht nämlich nur, wenn man sich auch auf den Film und die Thematik einlässt. Der Film "Who's Afraid of Virginia Woolf?" wird oft in dem Zusammenhang erähnt, leider habe ich diesen Film noch nicht gesehen. Knappe 4,5 von 5 Sternen.
Mir hat der Film nicht so gut gefallen und ich fand ihn eigentlich ziemlich plumb und einfallslos. Schauspielerisch war er ganz ok, aber die Story war ziemlich platt und die Dialoge wurden mit der Zeit echt nervig. Ich musste die ganze Zeit daran denken, wenn das Kind genau so ist wie die Mutter, dann hat er es echt verdient..."immer mitten in die Fresse rein". Fazit: Diese besserwisser Weltverbesserer-Frauen sind echt abtörnend !
Kommt einem sehr kurz vor und ein richtiges Ende hat er auch nicht. Aber ansonsten ein sehr sehenswerter Film, die Darsteller holen alles aus sich heraus. Ein paar Oskars und Oskarnominierungen tummeln sich da. Besonders faszinierend fand ich, wie oft die Charaktere das Lager wechseln und allein, zu zweit oder zu dritt über den/die ehemalig Gleichgesinnte(n) herfallen.
Dieser Film ist wirklich der Hammer. Selten habe ich solch guten Schauspieler-Leistungen gesehen. Christoph Waltz spielt einfach unglaublich. Ein unbedingtes Muss für alle Fans des schnörkellosen Kinos!
Roman Polanski steckt in "Der Gott des Gemetzels" vier hochkarätige Schauspieler in ein Apartment, um sie als Ehepaare rund um eine Auseinandersetzung ihrer Zöglinge debattieren zu lassen. Dabei beginnt alles ganz zivilisiert, wie es sich für vernünftige Leute eben gehört. Nach und nach aber fallen die Hemmungen, und es offenbaren sich unterschiedliche Weltsichten, Einstellungen und Persönlichkeiten. Und deren Zusammentreffen ergeben eine Gesellschaftssatire, deren Dialoge die gesamten eineinhalb Stunden köstlich zu unterhalten wissen. Dabei ist der Humor vielfach sehr fein und ergibt sich aus der Komik sozialer Situationen. Der Darstellerriege ist es zu verdanken, dass jede Person eine ungemeine Glaubwürdigkeit besitzt. Es ist allerdings angebracht, Christoph Waltz' Charakter mit seiner zynischen Boshaftigkeit herauszuheben, dessen politische Inkorrektheit von Beginn weg für Lacher sorgt. Fazit: Polanski ist mit "Der Gott des Gemetzels" ein vergnügliches, kleines Meisterwerk des Filmtheaters gelungen, dass ich jedem empfehlen kann.
Also ich fand den Film einfach nur grandios. Ich hab mich im Kino so gut amüsiert. Er war schon so gut, das ich mich über diese lächerlichen 79 Minuten gerade zu aufgeregt habe. Warum? Nun ja Roman Polanski schafft es aus ganz wenig ganz viel zu machen. Er steckt einfach 4 Erwachsene in einer Wohnung und gibt anschließend noch einen Grund sich zu streiten. In diesen Fall sind es die Kinder der zwei Paare welche sich auf einen Park geschlagen haben. Einfach aber sehr wirkungsvoll. Das der Film so gut geworden ist, verdankt Polanski sicherlich seinen 4 Hauptdarstellern. Es ist einfach unglaublich wie sich die 4 Personen verändern. Zuerst ganz nett und demokratisch. Sie versuchen das Problem normal zu klären, dann sind sie wütend weil Ihre Ehen nicht gut laufen und anschließend sind sie einfach besoffen und haben kummern. Christoph Walz hat mal wieder bewiesen das er mittlerweile zu den ganz großen gehört. Mit einer Topschauspielerin wie Jodie Foster (Gilt für mich als beste Darstellerin der Welt), kann es ganz locker aufnehmen. Auch wenn mir Fosters Vorstellung am besten gefiel. Jedes mal wenn er irgendwas gesagt hat, haben sich alle im Kino kaputt gelacht. Zu recht! So witzig und scharmant wie in Inglorios Bastards. Aber man muss auch dazu erwähnen das Walz Charakter fast genau gleich gezeichnet ist wie die des Hans Lange in Tarrantinos Meisterwerk Inglourios Bastards. Schlau, geriesen, interessant und vor allem provokant! Reili und Winslet sind natürlich auch sehr gut. Kommen wir zum negativen. Wie schon erwähnt ist der Film mit 79 Minuten leider sehr kurz geratten. Gut länger kann man diese Geschichte auch nicht hinziehn. Es ist eigentlich alles erzählt. Der Film macht jedoch soviel Spaß das diese 79 Minuten schnell, sehr schnell vorbei sind. Viele sagen da natürlich das Polanski alles richtig gemacht hat. Paar Minuten mehr, hätten den Film kaputt gemacht. Da kann man nicht mehr erzählen. Die synchrosination von Walz fand ich aber ganz komisch. Hat sich nicht so angehört als würde er direkt reden. Auch von der Tonlage her. Vielleicht liegt es ja auch daran das er sich selbst synchrosiniert hat. FAZIT: Ein ganz toller Film der auf voller Distanz überzeugen kann. Allen voran dank seiner Darsteller. Für mich sicherlich ein heißer Oscar Anwärter für den Besten Film sowie Beste Haupt/Neben-Darsteller/in. Umbedingt ansehen.
Man muss nicht viel zu diesem begeisternden Stück Film sagen. Die hervorragenden Besetzung (3/4 oscarprämiert, einer -nominiert) spricht für sich. Der Regisseur Roman Polanski ebenfalls. Zur Story: Zwei Elternpaare versuchen einen Streit ihrer 11-jährigen Söhne bezulegen und geraten dabei durch gegenseitige Schuldzuweisungen heftig aneinander. Dabei gerät der Streit ihrer Kinder schnell in den Hintergrund und ein Konflikt auf höchstpersönlicher Ebene entflammt. Jeder mit jedem - jeder gegen jeden. Was herauskommt ist ein Feuerwerk an Pointen, Spitzzüngigkeiten und zynischen, tiefschwarzen Bemerkungen und Beleidigungen. Und zum Schluss möchte ich doch noch etwas über die Besetzung loswerden. Obwohl alle Schauspieler großartige Leistungen abrufen - die auch in einem 4-Personen-Schauspiel dringend erforderlich sind, sonst gerät der Film alsbald zum totalen Flop - thront Christoph Waltz mit seinem selbstherrlichen und zynischen Schauspiel eines erfolgreichen Anwalts über all den anderen. Eine weitere oscarreife Vorstellung.
Super schauspieler in einem hintergruendig , aber auch urkomischen drama. Absolut empfehlenswert. Waere allerdings auch in theaterfassung sehr sehenswert. Eine Verfilmung ist kein muss, aber tadellos umgesetzt