David Ayer, bekannt als Regisseur und Drehbuchautor für Filme, die im Umfeld Los Angeles und der Polizeiarbeit spielen, hat „Sabotage“ verwirklicht (Regie und anteilig Drehbuch sowie Produktion) und hierfür namhafte Schauspieler engagiert.
John Wharton (Arnold Schwarzenegger) ist Leader eines eingeschworenen Teams der DEA (US-Bundesbehörde zur Drogenbekämpfung). Bei Einsätzen mit Geldfund greifen die Polizisten gern zur Gehaltsaufbesserung selbst zu. Als 10 Mio. $ aus einem gemeinsamen Versteck verschwinden, kommt die Sache ans Licht. Alle werden suspendiert, bekommen jedoch nach einem halben Jahr erfolgloser Ermittlungen ihre Polizeimarken zurück. Ein Mitglied des Teams findet den Tod. War es Mord und wenn ja durch wen? Wer hat das Geld und wer weiß alles davon? Gibt es einen Maulwurf in den eigenen Reihen? Schon bald gibt es weitere Tote und Nervosität.
Der Plot ist durchdacht und hat den Weg der Enthüllung zum Ziel. Die Helden haben nicht über Gebühr Glück und Coolness zugeteilt bekommen. Gut gemeinte Nahaufnahmen von ausstrahlungsstarken Mimen, die aber meist zu wackelig ausfallen, buhlen mit geschickt gesetzten, aber gewöhnungsbedürftigen Rückblenden. Der Film, den der US-amerikanische Regisseur mit einer ordentlichen Menge Gewaltszenerie gespickt hat, hält somit einen beträchtlichen Abstand von B-Movies. „Sabotage“ ist kurzweilig und bleibt bis zum Ende spannend.
Doch was bleibt übrig, ließe man das Verhüllte gegenüber dem Zuschauer weg? Nicht viel, denn den Charakteren fehlt außer dem riesigen Potenzial zur Gewaltausübung fast alles. Der Beobachter darf sich einen Haufen durchgeknallter Typen anschauen, die egal auf welcher Seite des Gesetzes stehen. Darum kann „Sabotage“ ein Niveau wie „Departed – Unter Feinden“ (von Martin Scorsese, 2006) nie erreichen. Obwohl die Schauspieler sich anstrengen, können sie ihren Rollen kaum Leben einhauchen. Vielseitigkeit zeigt Mireille Enos, die als drogengezeichnete Drogenbekämpferin Lizzy genauso beeindruckt wie als Polizistenehefrau in „Gangster Squad“. Olivia Williams durfte in „The Ghostwriter“ ihre Qualitäten zeigen und Sam Worthington hat mit seiner Rolle „Monster“ keine Probleme. Dann bleibt noch „Er“, Arnold Schwarzenegger. Ausgerechnet seiner Rolle hat Ayer Tiefe verordnet, die aber weder durch die Inszenierung noch durch den Österreicher ausreichend vermittelt werden kann und zwangsweise den Nicht-Schwarzenegger-Film mit Schwarzenegger aus dem Rhythmus bringt. Dass der Familie von John „Breacher“ Wharton durch das Drogenkartell zugesetzt wird, geht nur bedingt ans Herz und trotz Wiederholungssequenzen im Gewaltspektakel unter. Der österreichische Aufräumer ist doch lieber gesehen, wenn er den Predator erledigt, bei den Expendables (Teil 2) aus einem Kleinwagen auf irgendetwas schießt, willenlos terminiert und – wenn schon als Polizist – in Komödien den Kindergarten-Cop markiert. Viele Filme davon (besonders „True Lies“ von James Cameron, der offensichtlich weiß, wie man den Mann aus der Steiermark in Szene setzt) haben Spaß gemacht. Das ist eine Schublade, die Schwarzenegger nicht zum Nachteil geworden ist. Ayer hätte nicht versuchen sollen, ihr den Griff abzureißen. Und auf dem Gipfel der Selbstsabotage ist der unbegreifliche „Breacher“ wieder cool.
Schon vor dem Abspann vergeht ein kurzweiliges Kinoerlebnis mit Figuren, die keiner mag.