In meinen Augen war der erste Teil der beste der Reihe und wird sich so nie wiederholen lassen. der Grundgedanke und die Einzigartigkeit des Beginns waren einmalig. Der zweite Teil war von der Technik und der Idee her perfekt, allerdings wurde die Story nahezu 1 zu 1 vom ersten kopiert und lediglich an mehreren Stellen von anderen Charakteren ersetzt. Dies ging teilweise sogar soweit das ganze Teile von Dialogen wieder vorkamen. als ich ihn im Kino sah, war meine Hoffnung um das Pandora-Universum nahezu zerstört, vor allem weil die Messlatte nach über einem Jahrzehnt wiederholter Aufschübe des Kinostarts recht hoch lag. Als dann "Fire and Ash" in den großen Saal kam, habe ich das Ende von meinen Vorstellungen und Hoffnungen bezüglich der Entwicklung der Charaktere schon vor meinem inneren Auge gesehen, erst recht wenn man bedenkt, dass der dritte Teil so schnell fertig wurde. Doch entgegen meiner Befürchtungen war er ein purer Erfolg. Die technische Umsetzung ist brillant, die Story endlich wider genauso einzigartig wie man sie sich für "Way of Water" erhofft hat. In "Fire and Ash" wurde ein riesiger Schritt in Sachen der Charakter-Entwicklung gemacht. Der Fokus liegt jetzt eindeutig auf den Kindern, die in meinen Augen im zweiten Teil zu kurz kamen.
[spoiler]Die Bindung zwischen Kiri und Spider, die man in "Way of Water" bereits erahnen konnte wurde ausgezeichnet umgesetzt, genau wie zwischen Lo'ak und Tsireya. Außerdem wurden haufenweise neue Dimensionen hinzugefügt, die der Story die nötige Tiefe verleihen. (Zum Beispiel die "Wandlung" Spiders und seine Aufnahme ins Volk der Navi)
Ich bin überaus beeindruckt von der Leistung der Drehbuch-Autoren, die hier wirklich perfekte Arbeit geleistet haben.[/spoiler] Allerdings hat dies auch eine Schattenseite. Eine der Infos, die man bereits von dem 4 und 5 Teil kennt, besagt, dass ein ähnlicher Zeitsprung wie im zweiten Teil stattfinden soll. Dadurch hätte man zwar die Möglichkeit die Entwicklung von Spider und Kiri, sowie Lo'ak und Tsireya in den Fokus zu rücken und beispielsweise auf mögliche Kinder einzugehen. Das Problem dabei besteht darin, dass man dann sehr schnell Gefahr läuft, die Story in Bezug auf den Zweiten Teil zu wiederholen (zu Beginn von "Way of Water" ist ja ein ähnlicher Sprung mit der Bekanntgabe von Jakes Kindern). Des Weiteren benötigt man einen neuen Feind im vierten Teil. Auch hier besteht die Gefahr einer Wiederholung, da man nahezu alle Szenarien bereits erschöpft hat. ("Die Himmelsmenschen kommen verstärkt zurück - Zweiter Teil" "Ein Clan der Navi wird abtrünnig - Dritter Teil" "Eywa wendet sich gegen die Navi - unglaubwürdig") Die einzige plausible Fortsetzung würde auf den immer noch vorhandenen Städten der Himmelsmenschen basieren, da ja . Bridgehead-City nicht zerstört wurde. Das bedeutet also, dass sie für einen neuen Teil ein makelloses Drehbuch komplett ohne Fehler benötigen (beispielsweise mit dem "Vorsitzenden" und Fokus auf die Erde). Deshalb bin ich der Meinung, dass sie lieber aufhören sollten, wenn sie merken, dass ihnen ein solches Meisterwerk nicht gelingt, als das gesamte System zu zerstören. Ich war wie gesagt mit dem Film mehr als zufrieden, muss allerdings einen halben Stern abziehen, da es an zwei Stellen im Film (zugegebenermaßen sehr klein) winzige Logikfehler gibt.
(Warum springt Spider nicht zusammen mit Kiri als er gefangen genommen wird in das Wasser unter ihnen um zu fliehen? Und wieso fällt niemandem auf, dass Kiri plötzlich nicht mehr da ist? Auch, dass die RDA rausfinden wollten wie das Myzel in Spider funktioniert ergibt keinen Sinn, da Eywa überhaupt erst zugelassen hat, dass Spider . der Kuru wächst und dies bei anderen natürlich nicht tun würde.)
Insgesamt wurde mit sehr viel Feingefühl und Liebe zum Detail gearbeitet, unter anderem ganz am Ende, als Spider in der Ahnenwelt genauso groß wie die restlichen Navi ist. Auch die Idee mit Lo'ak bringt neuen Wind nach Pandora. Ich hoffe, dass die neuen Filme die Reihe genauso retten, wie der dritte Film den zweiten gerettet hat.