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PostalDude
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4,0
Veröffentlicht am 30. Dezember 2018
Ein Mann schlüpft in verschiedene Rollen & erlebt in diesen Rollen teilweise verstörende Sachen... Z.b. als Bettler(in) in Paris oder als Kobold auf dem Friedhof, der Eva Mendes entführt, selbst als Killer usw.
Der Film ist IMO eine Hommage ans Kino, an dem Film selbst! Ein Mann (Denis Lavant) ist offensichtlich ein Schauspieler & lässt sich von seiner Chauffeurin (Edith Scob) in Paris umherfahren, zu seinen verschiedenen "Aufträgen". Musikvideo, Musical, Drama uvm., alles kann er spielen, sehr wandlungsfähig, der Mann!
Ja, wie soll man so einen Film jetzt beurteilen? Es gibt praktisch keine kohärente Handlung, sondern vielmehr eine Aneinanderreihung von mehr oder weniger skurrilen Szenen. Es erinnert ein wenig an die fragmentarische und illusionäre Arbeit eines David Lynch,allerdings ohne die starke traumwandelerische Sogkraft.
Dennoch entwickelt der Film schon seine eigene Dynamik, es entfaltet sich immer mehr, man sollte nicht der Versuchung erliegen, alles verstehen zu wollen. Das hier ist ein Film, den man sich anschaut und den man wirken lässt, man muss ihn erfahren und spüren und sich von ihm verinnahmen lassen. Das wird sicherlichb nicht jedem gefallen, auich die zusammenhanglose Geschichte ist erstmal schwer zugänglich. Daher ist das hier sicher kein Film für jeden. Aber für diejenigen, die offen sind für skurrile, abnorme und andersartige Filmerfahrungen, ist das hier eine riesengroße Wundertüte an absurden Einfällen, verrückten Ideen und faszinierende Bildern, die einen in den Bann ziehen und 110 Minuten nicht mehr los lassen.
FAZIT: Weniger ein Film zum anschauen als ein sensitives Erlebnis, eine immersive Erfahrung, ein im wahrsten Sinne des Wortes fantastischer Film. Ein echtes Kunstwerk, wie man es heutzutage in der Filmbranche fast nicht mehr vorfindet. Wer sich darauf einlassen kann, wird einen wunderbaren Filmm vorfinden, alle anderen sollten lieber einen Bogen machen.
Vielleicht kann sich ein avantgardistisches Medienmuseum mit Ausschnitten dieses Filmes als Videoinstallation versuchen zu schmücken, welches meint Kunst wäre alles, was möglichst unverständlich, inhaltsleer und nichtssagend wäre. In ein Kino gehört solche Hirndiarrhö aber nicht. Traurig um die Steuergelder und peinlich für die eigentlich gar nicht schlechten Schauspieler sich auf so etwas eingelassen zu haben.