Chaos Walking
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FILMGENUSS
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3,0
Veröffentlicht am 19. Juni 2021
SAG MIR, WAS DU DENKST...
von Michael Grünwald / filmgenuss.com

Wer im deutschsprachigen Raum kennt diesen Klassiker nicht, in welchem Connie & Peter, mit dem Tretboot auf welchem See auch immer kreisend, dieses charmante Duett schmettern. Da fordert doch glatt der liebe Peter sein Herzblatt dazu auf, zu sagen, was sie denkt. Darauf das Mädel: Möchtest du das wissen? Darauf er: Du, ich weiß es längst. Sie: Meinst du etwa küssen…? und so weiter und so fort. In Chaos Walking geht’s genauso zu, nur wird dort der Spies umgedreht, und Daisy Ridley könnte dem erschreckend naiven Jungmann glatt seine Gedanken entlocken. Allerdings: das muss sie gar nicht. Denn auf diesem, der Erde fernen Planeten namens New World herrscht eine ganz eigenwillige biologisch-neurologische Anomalie vor: die Gedanken aller Männer sind hörbar. Allerdings nur die unkontrollierten, wild ausufernden Fetzen stiller Überlegungen. Manchmal sogar manifestieren sich diese gleich eines Hologramms. Mit so einer Besonderheit kann man aber leben, dachten sich die ersten menschlichen Siedler. Blöd nur, dass im Gegensatz dazu weibliche Gedanken zollfrei blieben. Blamieren mussten sich folglich nur die Männer. Bis zu jenem Tag, als die Siedlung, in der Tom Holland aka Todd Hewitt (dieser Name fällt durchaus des Öfteren) aufwuchs, ihres Frauenanteils beraubt wurde, und zwar durch die Hand der hundsgemeinen indigenen Bevölkerung. Wie durch Zufall aber fällt eines Tages die Raumkapsel mit Daisy Ridley vom Himmel. Sie nun die einzige weibliche Protagonistin, die allerdings bald auf der Flucht ist, weil der despotische Bürgermeister (routiniert: Mads Mikkelsen) sie als Köder für das im Orbit kreisende Mutterschiff benutzen will. Die kann von Glück sagen, dass Todd Hewitt nur ihr Bestes will (und noch viel mehr). Da nimmt man die enervierenden, recht banalen und klarerweise jugendfreien Gedanken des fahrigen Mittzwanziger als Dauerbeschallung gerne in Kauf.

Bei diesem Science-Fiction-Abenteuer hat sich das Beraterteam der beteiligten Produktionsfirmen wohl anfangs die entscheidende Frage gestellt: soll aus diesem wirklich innovativen Stoff ein Film- oder eine Serie werden? Die Daumen mal Pi-Regel, die sich bereits seit geraumer Zeit bewährt hat, lautet: da dieser Streifen natürlich auf einer Romantrilogie von Patrick Ness (u. a. Sieben Minuten nach Mitternacht) beruht, wäre eine Serie wohl der gerechtere Weg, die Sache mit ihrer gebührenden Sorgfalt und entsprechend der Vorlage auszugestalten. Ein Kinofilm hat da stets zu wenig Spiel- und Zeitraum zur Verfügung. Romane lassen sich also eher schlecht in einen Kinofilm quetschen – Kurzgeschichten hingegen schon. Die Romanregel bestätigt sich auch in Chaos Walking. Die Idee ist auffallend originell – tatsächlich gibt es immer noch genügend Ansätze im Kino des Phantastischen, die im Grunde komplett neu sind. Der adaptierte Plot allerdings gerät viel zu durchgetaktet und gehetzt, um auch nur irgendwie ein Gefühl für seine Materie zu bekommen.

Das mit den Gedankenwolken, auch als Lärm bezeichnet, gibt dem ganzen Szenario als Bonus einen speziellen augenzwinkernden Kick im ironischen Spiel mit den Geschlechterrollen. Stereotypische Klischees – wie zum Beispiel: der Mann denkt nur an das eine, und aus einer Frau wird man nicht schlau – werden hier mitunter augenzwinkernd und ganz dezent karikiert. Was hier Vorrang hat, ist aber das im Stile eines Western konzipierte Abenteuer um einen mehr oder minder missglückten interstellaren Kolonialversuch. Von der Gedankenwelt mal abgesehen, bietet Doug Limans Science-Fiction allerdings wenig Überraschendes oder gar Unvorhersehbares. Daisy Ridley hat in ihrem rollenbedingten Stress kaum Zeit, sich schauspielerisch zu entfalten. Tom Holland gibt gar etwas übertrieben den blauäugigen Helden – obwohl – angesichts der Umstände scheint sein Verhalten plausibler als wäre er der toughe Einzelkämpfer.

Da es sich um eine Trilogie handelt, könnte es sein, dass, wenn die Kassa stimmt, es eine Fortsetzung geben könnte. Dann lässt sich hoffen, dass die fremdartigen indigenen Wesen, Spackles genannt, folglich nicht mehr so sträflich vernachlässigt werden wie hier.
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Riecks-Filmkritiken
Riecks-Filmkritiken

34 Follower 212 Kritiken User folgen

1,0
Veröffentlicht am 14. Juni 2021
Als Start der Trilogie ist die Vorfreude bei Fans des Buches kaum noch zu stoppen, denn endlich ist es nach vielen Verschiebungen soweit, dass CHAOS WALKING in die Kinos kommt. Daher ist es eigentlich eher unschön diese Vorfreude dämpfen zu müssen, doch tatsächlich bleibt kaum eine andere Wahl angesichts dessen, was uns erwartet. Auch wenn Tom Holland und Mads Mikkelsen anfangs wie ein interessantes Leinwandpendant wirken und wir und auf eine spektakuläre Geschichte freuen, werden wir doch letztlich gänzlich davon enttäuscht. Als fast schon 1:1 Kopie vom 1968er Planet der Affen erwartet uns eigentlich nichts neues, außer der besonderen Voraussetzungen des Planeten, auf dem die Handlung passiert. Sicht- und hörbare Gedanken sind jedoch nur für eine kurze Zeit eine nette Idee und fangen schon nach wenigen Minuten an ziemlich zu nerven. Und selbst wenn man die komplette Spielzeit durchschlafen sollte, dürfte niemandem vom Publikum entgehen, dass der Protagonist Todd Hewitt heißt, denn dies wird ganze 205-mal erwähnt und treibt uns damit fast in den Wahnsinn. Zudem ist der Film weder ansehnlich gestaltet noch kann das Werk auch nur irgendeine Gefühlsregung beim Zuschauenden wecken, außer eine bewusste akustische Missachtung der Darbietung. Leider war es mir nicht möglich auch nur einen Aspekt auszumachen, der mich wirklich begeistern und überzeugen konnte, weshalb ich leider keine Empfehlung für den Film herausgeben kann.

Die gesamte Kritik gibt es auf https://riecks-filmkritiken.de/chaos-walking
Kino:
Anonymer User
2,5
Veröffentlicht am 24. April 2021
Interessante jedoch nicht ganz gelungen umgesetzte Geschichte.
Bei der schauspielerischen Leistung von Ridley/ Holland / Mikkelsen gibt es nichts auszusetzen, alle anderen Charaktere scheinen nur lückenfüller zu sein.
Die Kommunikation mit den Gedanken ist verständlich umgesetzt, sodass man ziemlich schnell versteht um was es bei der Handlung geht, jedoch werden bei der Erklärung immerwieder dieselben gags aufgewärmt. Was mit der Zeit auf die Nerven geht und die Spannung dämpft.

Ausserdem hat man das Gefühl, D.Liman wurde zu diesem Film gezwungen. Die Finesse und die Leidenschaft aus seinen vorigen Filmen (Bourne / Edge of Tomorrow/ American Made) lassen sich weitgehend vermissen.

Fazit: hätte unterhaltsamer ausfallen können, wenn man mehr auf die Charakterentwicklung eingegangen wäre. Die technischen Hilfsmittel werden lieblos eingesetzt.
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