Neueste Kritiken: Alles eine Frage der Zeit - Seite 3
Alles eine Frage der Zeit
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Kinobengel
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Veröffentlicht am 28. Oktober 2013
Richard Curtis hat als Regisseur und Drehbuchautor mit „Tatsächlich… Liebe“ und „Radio Rock Revolution“ zwei Filme mit Charme ins Kino gebracht. Nun heißt es „Alles eine Frage der Zeit“, und Curtis hat auch diesmal nicht auf Bill Nighy in wichtiger Nebenrolle verzichtet.
Tim (Domhnall Gleeson) bekommt am 21. Geburtstag von seinem Vater (Bill Nighy) eröffnet, dass alle Männer der Familie durch Zeitreisen die Vergangenheit mit Wirkung für die Zukunft ändern können. Tim kommt es nicht auf Geld an. Er möchte eine Freundin haben und unternimmt mehr oder weniger sinnreich angelegte Trips ins Geschehene.
Geschickt lässt Curtis es zunächst plump und rücksichtlos aussehen, wie Tim mit seinem neuen Lebensinstrument umgeht, sei es gegenüber der barbiehübschen Charlotte (Margot Robbie) und später bei Mary (Rachel McAdams), um sich Vorteile und Nebenbuhlern Nachteile zu verschaffen. Doch bevor sich eine Länge in die Inszenierung einschiebt, läuft dem Zeitreisenden einiges aus dem Ruder und es beginnt in der Geschichte so etwas wie eine Phase des Lernens und Begreifens, aber nicht ohne weiterhin kleine Missgeschicke sofort aus der Vergangenheit zu tilgen.
Der irische Schauspieler Domhnall Gleeson trat schon als Bill Weasley (Harry-Potter-Reihe) in die nicht nur vom Körpergewicht tiefen Fußstapfen seines Vaters Brendan („Braveheart“, „Brügge sehen… und sterben?“). Er gibt Tim die anfängliche Zurückhaltung und später die beginnende Verschmitztheit, die ihn seinem Vater ähnlich werden lässt. Und Tim‘s Vater ist dazu fantastisch einfühlsam. In seinen Ansprachen (die auch mal überarbeitet und wiederholt werden) und in den von ihm geführten Gesprächen klingt Lebenserfahrung und fein dosierte Lässigkeit. Ein Produkt seiner Reisemöglichkeiten. Aber nicht nur, denn Bill Nighy ist wie geschaffen für die Darstellung dieser Rolle. Jede Bewegung, sei es mimisch oder mit der schlaksigen Erscheinung, passt zu dem, was gesagt und getan werden muss. Bill Nighy ist ein ungekünstelt wirkender Sympathieträger, der in Komödien sogar konservativer Stiefvater und gleichzeitig Zombie sein darf („Shaun oft he Dead“). An Gleeson’s Seite gesellt sich die 34-jährige Rachel McAdams, die für die Darstellung der Mary auf jung getrimmt wurde. Als gewiefte Trickbetrügerin in Guy Richie’s „Sherlock Holmes“ oder als rücksichtslose Managerin in Brian De Palma’s „Passion“ zeigte die mehrfach nominierte und ausgezeichnete Kanadierin ihre schauspielerische und äußerliche Vielfältigkeit wie in Woody Allen’s „Midnight in Paris“ als uneinsichtige Verlobte. So meistert sie auch Tim’s große Liebe Mary. In der Regel sind gleichaltrige Frauen reifer als Männer. Auch wenn Tim dies mit seiner speziellen Fähigkeit auszugleichen vermag, erscheint Mary von Beginn an leicht überzeugbar zu sein, was der Story nicht zwingend dienlich ist. Die zigfach durchgekaute und auch noch in die Länge gezogene Frauen-wissen-nicht-was-sie-anziehen-wollen-Nummer ist eine unnötige Ergänzung. Ebenso sorgen die Einlassungen des demenzkranken Onkels von Tim für einen Verbal-Slapstick, der für die einfallsreich gelenkten Dialoge als Kontrast nicht erforderlich gewesen wäre.
Tim hilft u.a. Künstler Harry (Tom Hollander) und insbesondere seiner überemotionalen, ständig in Schwierigkeiten steckenden Schwester Kit Kat (Lydia Wilson, „Alles, was wir geben mussten“). Er erkennt dabei die Grenzen seiner Macht, die ihm über die temporäre Unerfahrenheit hinweghelfen soll und je nach Aktion auch Ernüchterungen sowie Rückschritte beschert. Das erscheint nicht immer alles logisch, aber Curtis hatte selbstverständlich einen Anspruch, der über dem liegt, Fehlerjägern auszuweichen. So kommt für Tim mit Lebenspartnerin Mary die Korrektur des Perfektums immer weniger zum Tragen und der Handlungsbogen schließt die Tragikomödie zu der nun fertig geformten Botschaft, die in Curtis‘ Filmen stets enthalten ist und mit englischem Humor an das längst bezauberte Publikum gelangt.
Die Filme von Curtis haben alle etwas märchenhaft Großartiges. Applaus wie für diesen Film ist nach einer Vorstellung in deutschen Kinosälen selten zu hören.
In der Sneak gesehen. Vom Cover und von der Beschreibung hätte ich mir den Film wahrscheinlich nicht angeschaut, aber ich muss sagen, dass es sich wirklich gelohnt hat. Charmante Schauspieler, viel Witz und ja, auch etwas Tragik, aber das gehört zu dieser Art von Filmen nun mal dazu. Auf alle Fälle eine sehr gute Tragedy, die Mann sich durchaus angucken kann.
Ein Film den ich ohne Einschränkung empfehlen kann. Ich werde ihn mir sogar mindestens ein zweites mal anschauen. Ich hoffe das die Deutsch synchronisiert Version nicht den Charme des Films zerstört.
Richard Curtis at his best. Mr. Curtis schafft es wieder einmal, mithilfe eines wunderbaren Drehbuches und hervorragendem ensemble, die Herzen der Zuschauer zu erobern. Indem er uns mit Charakteren vertraut macht, mit denen wir uns identifizieren können, und indem er uns eine Geschichte erzählt, die einen ganz großen Realitätsbezug hat, abgesehen eines kleinen Fantasyelementes, reißt er uns in den Film und lässt uns eine Geschichte über Liebe und Trauer, verpasste Gelegenheiten und Fehlern erleben. Über Bill Nighy's schauspielerische Kunst zu reden, erübrigt sich, da er schon in vielen Filmen, nicht zuletzt Richard Curtis' eigenem Love Actually ein Talent das einen derart echten Stil an den Tag legt, bewiesen hat, das hier nur zu sagen bleibt: Never, never change! Was die Chemie zwischen Rachel McAdams und Domhnall Gleeson anbelangt... Sie ist schwer zu beschreiben. Ich kann mich nicht entsinnen ein Leinwandpärchen gesehen zu haben, was eine derart suntile Zärtlichkeit einander ausdrückt und dem Zuschauer vermittelt, dass sie sich in jeder Szene frisch ineinander verlieben. Das gesamtwerk ist untermalt mit einem angenehmen Soundtrack, bei dem dem Zuschauer klar wird, dass sich hier jemand Mphe gemacht hat, Bild und Ton so aufeinander abzustimmen, dass der Ton das Bild unterstützt and untermalt, an keiner stlle aber dem Bild das Rampenlicht raubt. Mr. Curtis, ich danke Ihnen.
Toller Film war zum Glück mit Mit meiner Freundin bei der Filmstarts preview Party in Düsseldorf . Hoffe eure Filmauswahl bei den previews bleibt weiterhin so gut! Zum Film er ist witzig charmant aber auch traurig und zu kleinster zeit irgendwie albern oder langweilig.
Gestern in Düsseldorf bei der Filmstarts Preview gesehen. Ein wunderschöner Film, der durch seinen feinen, britischen Humor stets die Kurve kriegt und am Kitsch vorbeischrammt. Eine sehr gelungene Wahl von Filmstarts und danke für die Zeit mit diesem tollen Film. Absolut sehenswert.