WAS WENN GOTT UNFÄHIG IST?
Victor Frankenstein ist besessen davon, seinen Vater zu übertrumpfen und den Tod auszutricksen. Dafür verbündet er sich mit Heinrich Harlander, der als wandelnder Geldautomat sein Labor finanziert. Doch Victor konzentriert sich nur darauf das unmögliche zu vollbringen, was danach passiert und wie es weiter geht, diese Frage stellte er sich nie.
Frankenstein 2025 auf Netflix geht ca. 150 Minuten, ist ab 16 Jahren freigegeben und präsentiert Guillermo del Toros Interpretation der bekannten Legende. Optisch ist das Ding ein Brett, düster, majestätisch, brutal, jedes Bild sieht aus wie ein Gemälde, nur eben eins, bei dem Blut vorkommt.
Erzählt wird das Ganze in Rückblenden, erst eine Stunde aus Victors Sicht, dann eine Stunde aus der des Monsters. Funktioniert ganz gut, weil beide Perspektiven genug Konflikt, Drama und Wahnsinn bieten.
Oscar Isaac als Victor Frankenstein? Brillant nervig. Kein Sympathieträger, aber jede Szene mit ihm knallt. Daddy Issues und das Tote-Familienmitglied-Motiv? Ja klar, gehört ja zum Standardpaket.
Jacob Elordi als Monster ist dagegen ein bisschen zu schön. Ein Model auf Steroiden, das gleichzeitig Menschen schreddert und sanft auf Blumen starrt.
Mia Goth ist die Stimme der Vernunft inmitten eines Sumpfes aus Größenwahn, auch wenn ihr Liebesplot zu sehr Richtung Teenie Drama abbiegt. Christoph Waltz als Harlander? Solide, aber widerspricht sich wie einige andere Figuren selbst was die Handlung künstlich dramatisch macht.
Das Finale bindet die losen Enden zusammen und interpretiert die Frankenstein Mythologie neu, nicht schlecht, aber weit entfernt von „wow“.
Unterm Strich bleibt ein Film, der durch seine Optik glänzt und dessen Länge man kaum merkt, dessen Story aber hauptsächlich aus Rückblenden besteht und an einigen Logiklöchern vorbeistolpert.
7/10 Punkten. Warum das Monster plötzlich Wolverine ist und wieso Strom das alles kann? Keine Ahnung. Ist halt Fantasy, also mach dein Hirn aus.